Unternehmensberater will eigene Ratingagentur

16. November 2011, 09:04
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Roland Berger rechnet mit raschen Abschluss der Investorensuche

Frankfurt - Angesichts der von der EU geplanten schärferen Vorschriften für Ratingagenturen sieht sich ein neuer Konkurrent im Aufwind. Die Unternehmensberatung Roland Berger, die bei Politikern und Investoren für eine neue europäische Ratingagentur wirbt, rechnet mit einem raschen Abschluss der Investorensuche. "Bis zum Jahresende wird das Konsortium noch nicht ganz stehen. Aber innerhalb des ersten Quartals 2012 schaffen wir es", sagte der verantwortliche Roland-Berger-Partner Markus Krall der Tagszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). Krall versucht, Börsenbetreiber, Banken und andere Partner für das Projekt gewinnen.

Eine europäische Ratingagentur soll nach Kralls Vorstellungen ihre Produkte nicht an Emittenten von Wertpapieren, sondern an Wertpapier-Anleger verkaufen. Damit unterscheidet sich das Geschäftsmodell von dem der etablierten Ratingagenturen, die im Auftrag und auf Kosten von Unternehmen oder Ländern deren Bonität bewerten.

Dies ist einer der Kritikpunkte von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier, der die Dominanz der drei Marktführer Moody's, Standard & Poor's und Fitch Ratings brechen will. Kleinere Konkurrenten sollen stärker ins Geschäft kommen. Berger-Partner Krall hofft daher auf Rückendeckung von der EU-Kommission - denn bislang gibt es kaum Grund für Investoren, für Ratings zu bezahlen. "Das geht nur über Regulierung, weil für die Marktteilnehmer sonst der Anreiz fehlt", sagte Krall der "Welt". (APA)

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