Antrittsalter

ÖGB-Frauen fassten Resolution gegen frühere Angleichung

16. November 2011, 06:58

Vorsitzende Brigitte Ruprecht lehnt "Verschlechterungen" ab

Wien - Die ÖGB Frauen lehnen eine vorgezogene Angleichung des Frauen-Pensionsantrittsalters vehement ab. Sie haben daher eine entsprechende Resolution gefasst und sie dem ÖGB-Bundesvorstand übergeben. "Wir lehnen eine Verschlechterung der gesetzlichen Bestimmungen ab", betonte ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht am Dienstagabend gegenüber Journalistinnen. Die Gleichstellung von Männern und Frauen sei noch nicht Realität, verwies sie etwa auf die nach wie vor auseinanderklaffende Einkommensschere.

Nach derzeitiger Rechtslage soll ab 2019 das Pensionsalter für vorzeitige Alterspensionen und ab 2024 die reguläre Alterspensionsgrenze jährlich um sechs Monate erhöht werden, um das Antrittsalter der Frauen an jenes der Männer anzugleichen. Dies sei 1992 allerdings in der Annahme beschlossen worden, dass die Gleichstellung bis dahin umgesetzt ist. Davon sei man aber weit entfernt, drängt Ruprecht auf das Schließen der Einkommensunterschiede und die Verringerung der Mehrfachbelastung für Frauen.

Keine finanziellen Vorteile

"Eine vorgezogene Angleichung des Antrittsalters würde zusätzliche Problemfelder, besonders am Arbeitsmarkt, aufwerfen. Für viele Frauen würde es keine finanziellen Vorteile bringen", so die ÖGB-Frauenchefin. Sie rechnet etwa mit "großen Auswirkungen" auf die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen und mit einem Verdrängungseffekt auf die Erwerbschancen Jüngerer.

Argumente wie etwa jenes, dass Frauen durch die frühere Pensionierung um Karrierechancen gebracht werden, lässt Ruprecht nicht gelten. Auch würde es sich etwa bei Zwangspensionierungen nur um Einzelfälle handeln. Zunächst gehe es darum, dass Frauen gut bezahlte Arbeitsplätze vorfinden. Sie verwies darauf, dass der Unterschied beim tatsächlichen Pensionsantrittsalter nur 1,4 Jahre (bei Frauen 57,5, Männer 58,9 Jahre) liege. Zudem werde die Frühpension vorwiegend von Männern in Anspruch genommen.

Resolution in den Bundesvorstand

Auch bei der Pensionshöhe bestehe eine große Diskrepanz. Während Männer auf eine monatliche Pension von im Schnitt 1.288 Euro kommen, beläuft sich diese bei Frauen lediglich auf 786 Euro. Zwar befinden sich Frauen mit durchschnittlich 27,5 Jahren länger in Pension als Männer mit einer Bezugsdauer von 22,5 Jahren, auf Basis einer einfachen Berechnung kämen Frauen dadurch allerdings auf insgesamt 302.610 Euro in dieser Zeit, Männer jedoch auf 405.720 Euro.

Ruprecht pocht deshalb darauf, die Ungerechtigkeiten bereits im Erwerbsleben zu beseitigen. Die Resolution der ÖGB-Frauen gegen das frühere Angleichen des Pensionsantrittsalters sei über alle Fraktionen hinweg beschlossen worden und soll im ÖGB-Bundesvorstand in zwei Wochen diskutiert werden. Laut Ruprecht gebe es keine Diskrepanzen bei den Positionen. (APA)

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25 Postings
Captain Smoker
01
17.11.2011, 15:09

"ÖGB-Frauen fassten Resolution gegen frühere Angleichung"

"Auch bei der Pensionshöhe bestehe eine große Diskrepanz."

Ja, was soll man da noch sagen? Wer 1:1 nicht zusammen zählen kann, muss wohl wirklich Berufsparteifunktionär werden...

Pierre d´Aubusson
01
17.11.2011, 00:27

Wann schreitet hier eigentlich der VfGH ein?
Findet sich niemand, der eine Feststellungsklage einbringt?
Sinngemäßes Zitat: " ein Jahr späterer Pensionsantritt brächte 1 Milliarde an Einsparungen"
Da ist es dann aber nicht falsch, daß, wenn man das Pensionantrittsalter der Frauen in den nächsten 5 Sparjahren um jeweils ein Jahr erhöhte, das alleine schon so rund 500 Millionen brächte. Pro Jahr, und dann immer wieder, das ist nach 5 Jahren nicht aus!

Das wär eigentlich das klassische Beispiel echt nachhaltiger Maßnahmen, odr?

legal eagle
 
01
17.11.2011, 08:37
bereits in den frühen 90ern beschwerte sich ein mann beim vfgh darüber, dass er nicht wie seine frau mit 60 die pension antreten konnte.

daraufhin hob der vfgh die bestimmung über das ungeliche antrittsalter auf und der gesetzgeber ergriff die chance, das frauenantrittsalter anzuheben.

die sozialdemokratischen frauenpolitikerinnen dohnal und schmiedleitner machten sich in der debatte stark und erreichten die langen übergangsfristen, die - wenn sie mich fragen - ein absoluter sündenfall sozialdemokratischer frauenpolitik waren und sind [da sie die wichtigsten gründe für die beschämend niedrigen frauenpensionen auf jahrzehnte zementiert haben, nämlich geringeres lebens-erwerbseinkommen und kürzerer versicherungsverlauf].

Pierre d´Aubusson
11
17.11.2011, 08:44

Ja, ich weiß. Deswegen ja nicht VfGH-Entscheidung, weil der VfGH übers Gestz nix endgültiges urtheilen darf, sondern nur Feststellungsklage, weil der VfGH ja ein so abgesichertes Gestz höchstens interpretieren darf.
Und mit der Interpretation dann nach Straßburg, dort wirds sicher als geleichheitswidrig aufgehoben.
(hab ich weiter unten schon geschrieben)

Es is aber nur einer von vielen sozialdemokratischen Sündenfällen...

legal eagle
 
00
17.11.2011, 08:39

ach ja, ergänzend: eine weitere klage würde der vfgh höchstwahrsceinlich wegen entschiedener sache zurückzuweisen haben.

visio551
01
16.11.2011, 19:16
Resolution

Warum eingentlich? Frauen wollen doch immer gleiche Rechte für alle und hier? Außerdem arbeiten Frauem im Beamtenverhältinis schon heute bis 50 und dies ohne Abfertigung. Ein Beharren, weil es immer sowahr ist in unserer Finanzsituation nicht mehr drinnen. Die Jüngere Generation soll danN noch mehr zahlen - darum sofortige Anpasung 60/65 für Alle.

politint
03
16.11.2011, 19:31
Resolution

Ich glaube, dass kann nur ein Tippfehler sein. Beamtinnen müssen wie ihre männlichen Kollegen bis 65 arbeiten. Es ist völlig richtig, daß im ASVG das Antrittsalter für Frauen auch an die Männer angeglichen gehört und zwar SOFORT!!!!

wolf55
02
16.11.2011, 15:37
Frühere Angleichung: ja, aber leider...

Also 1. gibt es 2018 keine vorzeitige Alterspension mehr, daher geht eine Angleichung hier ins Leere.
Und 2. erfolgt die Angleichung bei der Alterspension ab 2024 aufgrund eines Verfassungsgesetzes aus 1991, das nur mit 2/3-Mehrheit geändert werden kann. Und wie soll diese Mehrheit zustandekommen?
Ergo 3. Wenn die ÖGB-Frauen nicht begreifen, dass die Pensionen für Frauen deutlich steigen werden, wenn sie 5 Jahre länger arbeiten, dann ist ihnen nicht zu helfen.
Daher wird 4. die SPÖ da nicht mitgehen - und es bewahrheitet sich, dass sie um 10 Jahre zurück ist.
Schließlich 5.: Ein Hoch dem Sektionschef.

Pierre d´Aubusson
10
17.11.2011, 00:31

Ein gleichheitswidriges Gesetz
kann garnicht so hoch im Verfassungsrang stehen, daß es nicht per Menschenrechtsgesetzgebung aufzuheben ist.
Oder sind nicht alle Menschen gleich, gibts Vorrechte des Geschlechts?
Wenns das gibt, warum gibts dann keine Vorrechte des Standes?
etc...

Sambapati
00
16.11.2011, 13:20
ich schäme mich für mein geschlecht

Der lachende Mann
00
16.11.2011, 16:23
Waschen.

echtzeit2
00
16.11.2011, 14:40
... da sollten Sie einmal an ärztliche Hilfe denken. Krankheiten im Sexualbereich können einem oft das ganze Leben verderben.

.

.

Emil Sacklinger
 
00
16.11.2011, 13:04
ich bin für eine ehestmögliche angleichung

gleichzeitig respektiere ich aber die forderungen der frauen.

(daher: angleichung durch senkung des pensionsantrittsalters für männer)

Pierre d´Aubusson
01
17.11.2011, 00:32

Wenn einer ordentlich klagen tät, es käm sowas als "östereichische Lösung" heraus.

Rudi Ratlos4
02
16.11.2011, 11:55
warum ist noch keiner auf die Idee gekommen das Pferd von hinten aufzuzäumen?

Als Erstes die Angleichung des Pensionsantrittsalters fordern, dann gleiche Bezahlung für gleiche Leistung.

Der lachende Mann
12
16.11.2011, 12:09

Letzteres passt eh schon. Oder kennen Sie Unternehmen die der Automechanikerin weniger bezahlen als dem Automechaniker?

Genaugenommen werden Frauen dort besser bezahlt.

Hubert Ungeist
 
01
16.11.2011, 11:43
Okay

dann ab jetzt auch keine Verschlechterung (=Angleichung) bei Männern.

Quötenregelungen sofort stoppen

denke
00
16.11.2011, 11:39

Kosten nur Geld und werden zu einer immer größeren Belastung

datenklau
03
16.11.2011, 11:38

wie immer: mauern, blockieren, die realität verweigern, auf kosten zukünftiger generationen agieren. bei den ögb-frauen sieht man, daß die dinosaurier noch nicht ausgestorben sind.

Der lachende Mann
00
16.11.2011, 09:11
Wie will die das angleichen?

Frauen gegen nunmal in die geringer bezahlten Berufe. In den besser bezahlten sind sie kaum zu finden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Frau... wirtschaft

lieschen müller4
30
16.11.2011, 08:47

Ich hoffe sehr,dass die ÖGB Frauen nicht wieder wie bei den Verschlechterungen der Langzeitversichertenregel ab Jahrgang 1959 im Liegen umfallen und am Ende doch zustimmen,dass die Angleichung vorgezogen wird.

huhhhh
02
16.11.2011, 10:50

Genau. So lange die Sonne noch so heiß ist und damit eine Ungleichbehandlung aller Planeten im Sonnensystem herrscht, möchte ich mich 30 in Frühpension gehen. Ohne Einbußen natürlich, ist doch klar.

Oder auch deutsch: Gebt mir Geld, das mit dem zahlen sollen sich dann unsere Enkel ausmachen.

lieschen müller4
32
16.11.2011, 10:52

Soll das ein Argument sein oder finden Sie,dass es reicht dumm zu polemisieren?

Joe Jo
24
16.11.2011, 08:29
Das einzig Richtige wäre ein sofortiger Angleich.

Frauen leben länger als Männer und gehen früher in Pension. Sie beziehen also weitaus länger Geld.

Und die Mehrfachbelastung, wo ist die bitte? Lächerlich.

Macho04
26
16.11.2011, 07:34
ÖGB-Frauen sind weiterhin für Diskriminierung

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