Ermittlung gegen OMV-Tochter

16. November 2011, 18:44
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Rumänische Aufsicht prüft Auflassung einer Spritsorte

Bukarest/Wien - Der Fall liegt fast vier Jahre zurück, ermittelt wird aber erst jetzt. Die rumänische Wettbewerbsbehörde verdächtigt die OMV-Tochter Petrom, bei der Auslistung der Benzinsorte Eco Premium Regeln verletzt zu haben. Sollte sich der Verdacht erhärten, droht Petrom eine Strafzahlung von bis zu zehn Prozent des Umsatzes.

Die Vorwürfe seien "völlig unbegründet"; der Marktanteil von Eco Premium habe zuletzt noch zwei Prozent betragen, die Herstellung des Produkts sei unwirtschaftlich gewesen, sagt Petrom.

Vor der Entscheidung der Wettbewerbsbehörde, die noch für heuer erwartet wird, kann die 51-prozentige OMV-Tochter bis 16. Dezember ihre Sicht der Dinge schriftlich darlegen. Für 21. Dezember ist ein Hearing anberaumt.

Zum Hintergrund: Petrom, mit knapp 550 Tankstellen klare Nummer eins am rumänischen Tankstellenmarkt, hat nach dem Verbot von verbleitem Benzin 2005 eine Spezialsorte mit Bleiersatzstoffen auf den Markt gebracht - Eco Premium. Auch Wettbewerber wie Lukoil und Rompetrol verkauften dieses Produkt. Hatte Eco Premium anfangs noch einen Marktanteil von fast 30 Prozent, ist dieser durch die Modernisierung der Autoflotte kontinuierlich geschrumpft. Anfang 2008 hat Petrom das Produkt dann vom Markt genommen und durch ein neues, etwas billigeres ersetzt. Lukoil und Rompetrol folgten im Jänner 2009.

Beobachter glauben, dass sich Bukarest mit der Aktion Zusatzeinnahmen sichern will. In letzter Zeit haben sich in Rumänien Proteste gegen die seit zwei Jahren steigenden Spritpreise gehäuft. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.11.2011)

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    Behörden haben Auge auf Petrom.

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