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vergrößern 716x468Voridis (in blauen Jeans in der Bildmitte) 1985.
Makis Voridis versteht es, seine Auftritte zu inszenieren, bleibende Bilder zu hinterlassen. Etwa am vergangenen Freitag, als der 47-Jährige, den Medien im In- und Ausland einen Rechtsextremisten nennen, mit seinem kleinen Sohn im Arm zur Angelobung in den Präsidentenpalast Megaro Maximou schritt. Oder aber 1985, als er mit einem Hammer bewaffnet und in Bomberjacke und Springerstiefeln gekleidet marodierend durch die Athener Altstadt zog und kurzzeitig das Juridikum der Universität besetzte. Die Wut des jungen Rechten rührte von seinem Rauswurf aus der Studentenunion her, den er just jenem Mann zu verdanken hatte, dessen verspätetes Erbe er nun antritt: Konstantinos Hatzitakis, damals Studentenchef der konservativen Nea Dimokratia (ND), bis 2009 griechischer Verkehrsminister.
Viel wurde seither geschrieben über "Hammer-Voridis", wie er in Griechenland genannt wird. Dass er, der 1984 Anführer der Jugendsektion der rechtsextremen Nationalen Politischen Union (EPEN) wurde, dessen Gründer und früheren Militärdiktator Giorgios Papadopoulos bis heute bewundere. Dass er überhaupt ein Faible pflege für die Obristenjunta, die Griechenland von 1967 bis 1974 mit eiserner Faust regierte. Und dass er mit derlei Schwärmereien in seiner Partei, dem nationalistischen "Orthodoxen Volksalarm" (LAOS), keineswegs allein ist.
Gesichert ist, dass Griechenlands neuer Verkehrsminister 1994, damals gerade 30, die rechtsextreme Sammelbewegung Elliniko Metopo gründete, deren Namen, zu Deutsch Hellenische Front, nicht bloß zufällig mit dem französischen Vorbild Front National korrelliert. Dessen Ikone und langjährigen Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen war der prominenteste Gast auf Voridis' Hochzeit 2005, als der in London und Athen ausgebildete Rechtsanwalt seine Frau Ioanna-Danae Mihelakou heiratete. Mit von der Partie damals: der Radiojournalist Giorgios Karatzaferis, damals EU-Abgeordneter der 2000 von ihm gegründeten ND-Abspaltung LAOS und in rechten Kreisen für seinen unverhohlenen Antisemitismus bekannt.
Rechte "Viererbande"
Die beiden Parteichefs einander bekannt zu machen, sollte nicht der letzte kluge Schachzug des rechten Strategen bleiben. Kurz darauf führte der solcherart gestärkte Voridis seine Gruppierung in die Arme der LAOS und wurde Teil jenes ultrarechten Nukleus innerhalb der Partei, den griechische Medien als "Viererbande" bezeichnen - und dessen Hälfte seit vergangenem Freitag als Minister und Staatssekretär im Kabinett Papademos Platz genommen hat.
Nick Malkoutzis, prominenter Blogger und stellvertretender Chefredakteur der englischsprachigen Ausgabe der Zeitung Kathimerini, hält Voridis für einen Wolf im Schafspelz: "Er hat sich in den vergangenen paar Jahren sehr bemüht, den Nationalisten mit einem freundlichen Antlitz zu mimen. Von den LAOS-Politikern ist er wohl noch am ehesten akzeptabel."
Der frühere Hooligan, glaubt Malkoutzis, könnte sich Kraft seines neuen Amtes als der telegene Rechtspopulist erweisen, auf den Griechenlands Rechte seit langem wartet. Er hielt sich in Talkshows, deren regelmäßiger Gast er seit Jahren schon ist, auffällig zurück, ließ sich nicht dazu verleiten, in den Chor der lauten Männer einzustimmen, die das hellenische Fernsehen dominieren. "Das hat ihm auch in der Mittelklasse viel Respekt verschafft, viele Leute können sich mit seinen Ansichten identifizieren, die sonst nicht auf die Idee kämen LAOS zu wählen."
Telegener Koalitionspartner
Die Partei dürfte nach Ansicht vieler Experten von der neuen Dimension der Aufmerksamkeit profitieren, die ihr durch den scheinbar geläuterten Voridis zu Teil wird. Bei den letzten Wahlen 2009 kam LAOS auf fast sechs Prozent, ihr neuer Star hielt bisher allen - in Griechenland durchaus üblichen - Abwerbeversuchen der Großparteien stand. Dass LAOS im Gegensatz zu anderen, größeren Parteien überhaupt in die Koalition aufgenommen wurde, hängt für den Journalisten Paschos Mandravelis mit dem Kalkül der ND zusammen, dessen Parteichef Antonis Samaras nicht noch mehr Wählerstimmen an Rechtsaußen verlieren will. "Sollte die ND, wie es derzeit aussieht, bei den nächsten Wahlen den ersten Platz erreichen, wird LAOS ihr logischer Koalitionspartner sein."
"Die Strategie dahinter ist auch, dass man LAOS lieber innerhalb als außerhalb der Regierung haben will, wo sie in so einer Situation für mehr Wirbel sorgen kann", sagt Kevin Featherstone, Direktor des Thinktanks Hellenic Observatory an der London School of Economics. "Als Transportminister kann Voridis außerdem nicht so viel Schaden anrichten wie etwa als Verteidigungsminister." In jüngster Vergangenheit habe LAOS durchaus verlässlich im Sinne der internationalen Verpflichtungen agiert, betont Featherstone: "Sie hat im Gegensatz zur weit größeren ND nicht gegen die EU-Maßnahmen opponiert." (flon/derStandard.at, 16.11.2011)
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Als Verkehrsminister soll er den eskalierenden Widerstand gegen Autobahngebühren brechen, damit nicht "Investoren" wie Hoch-Tief davonlaufen, die bereits mit Steuergeldern bezahlte Autobahnen kaufen und vermieten.
Und als Netzminister ist er für Internetzensur zuständig und LAOS ist der größte Gegner von z.b. Indymedia Athen.
Und wahrscheinlich hat man als Infrastrukturminister auch noch bessere Vollmachten gegen streikende Arbeiter, ähnlich wie der neue Premier einfach die Neuwahlen verschieben kann, wenn sie ihm nicht passen.
Griechenland, unabhaengig von der jeweiligen, Regierungspartei war immer schon ein autoritaerer Staat. Dabei aendert das Attribut "sozialistisch" im Akronym PASOK absolut nichts. Juengste Beispiele: Finanzminister Venizelos akzeptiert woertlich die Ungerechtigkeit der von seiner Clique erlassenen Gesetze verlangt jedoch dass "im Sinne des Vaterlandes" diese von den Buergern akzeptiert werden. Als er darauf angesprochen wurde dass die neue Sondersteuer -die ueber die Stromrechnungen eingezogen wird- Verfassungswidrig ist,somit mit einer Flut an klagen beim griechischen VGH zu rechnen ist kam als Antwort: "wir werden den Justizkoerper entsprechend instruiren". Venizelos ist Professor fuer Verfassungsrecht an der Uni Saloniki uebrigens....
Die streiten sich bereits jetzt um irgendwelche Pöstchen, obwohl die derzeitige Wahlbeteiligung bei 40% liegt und daran dürfte sich auch kaum etwas ändern, denn innerhalb von 3 Monaten werden sich keine neuen Parteien formieren können und da alle aktuellen Parteien sich gegen ein Referendum ausgesprochen haben und eine Premier ins Amt hieven, der keine demokratische Legitimität hat, sieht das für Ottonormal so aus, daß die ganze Bande sich nur 4 Jahre weiter ins Parlament tricksen will.
http://en.contrainfo.espiv.net/2011/11/1... -accident/
Naja, eigentlich ist das Ding ja kein Hammer, sondern ein selbstgebasteltes was auch immer - ein Holzprügel mit einem Stein dran: http://www.occupiedlondon.org/blog/wp-c... /11/22.jpg Knüppel alleine reichte wohl nicht. Und die restlichen LAOS-Regierungsmitglieder haben auch einiges an Rassismus und Antisemitismus zu bieten...
gehöre zu den Lesern dieser Zeitung seit der ersten Ausgabe. Ihrem halblustigen Posting nach zu urteilen, waren Sie da noch gar nicht auf der Welt. Von dem abgesehen kenne ich die elektronsiche Plattform von Dichant nicht einmal.
Was Pseudogoodies wie Sie aber immer wieder plastisch unter Beweis stellen, ist, wie reaktionär sie selbst sind. Wie kommen Sie eigentlich dazu, sich anzumaßen, Forumsmitgliedern etwas anzuschaffen?
Nehme ja nicht an, dass sich hinter dem Nick der Herausgeber verbirgt.
Also, wäre nett von Ihnen, daran beim nächsten Mal zu denken, wenn Se in Ihrer Selbstüberschätzung wieder mal glauben, den pööösen Menschen verbal "es geben zu müssen".
gut so, im amt werden sie wenigstens entzaubert. da ist es dann vorbei mit den großen sprüchen, hatten wir ja auch mal, man weiss ja, was rauskam, die waren korrupter, als die etablierten. man sollte strache auch ein ministeramt geben, am besten ein wichtiges, dann ist es sehr schnell vorbei, mit den dummen reden, dann muss er liefern.
der minister liefert wohl ein fiasko ab und versinkt dann in der versenkung. so fuchserl wie der haider damals wird er nicht sein, aber der wurde ja auch mal entmannt, sozusagen.
ein riskantes experiment, aber anders gehts wohl nicht.
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