Deckname "Otto"

Steuergeld für deutsche Neonazis

15. November 2011, 18:33

Mittel des Verfassungsschutzes flossen in braune Projekte

Berlin - Die Theorie klingt nachvollziehbar: "Vertrauensleute, sogenannte V-Leute, sind Personen, die planvoll und systematisch zur Gewinnung von Informationen über extremistische Bestrebungen eingesetzt werden", heißt es in einem vom deutschen Bundesamt für Verfassungsschutz herausgegebenen Glossar.

In der Praxis erweist sich die Zusammenarbeit zwischen Verfassungsschutz und Spitzeln in der braunen Szene allerdings oft als problematisch. Denn die V-Leute bekommen für ihre Tätigkeit vom Verfassungsschutz Geld. Und dieses fließt gelegentlich in den Aufbau ebender braunen Netze, die die Staatsschützer eigentlich eindämmen wollen.

Schon 2001 hatte sich der Thüringer Verfassungsschutz unangenehme Fragen gefallen lassen müssen. Da flog auf, dass Ex-NPD-Landesvizechef Tino Brandt als V-Mann für den Dienst tätig war und dafür rund 200.000 D-Mark (51.100 Euro) kassiert hatte.

Brandt, der unter dem Decknamen "Otto" geführt wurde, hatte 1994 die "Anti-Antifa-Ostthüringen" gegründet. Aus dieser ging 1996 der rechtsextreme "Thüringer Heimatschutz (THS)" hervor, dem sich auch das nun aufgeflogene Trio (Uwe B., Uwe M. und Beate Z.) anschloss. Spitzel Brandt gab später selbst zu, dass er einen Großteil des Geldes vom Verfassungsschutz in den THS-Aufbau gesteckt hatte.

Nun wird spekuliert, dass das Geld auch Uwe B., Uwe M. und Beate Z. zum Untertauchen verholfen haben könnte. Die Berliner Zeitung berichtet, dass eine Person des Trios 1998, nach ihrem Untertauchen, noch in Begleitung von Brandt gesehen wurde.

Zu den Informanten des Thüringer Verfassungsschutzes zählte 1996 und 1997 auch Thomas Dienel. Er war 1991 NPD-Chef in Thüringen, gründete später die "Deutsch Nationale Partei" und organisierte 1992 in Rudolstadt den "Rudolf-Heß-Gedenkmarsch, zu dem rund 2000 Neonazis aus ganz Deutschland anreisten.

Er erhielt vom Verfassungsschutz 25.000 D-Mark (12.782 Euro) und erklärte später, er habe mit dem Geld Nazi-Propaganda erworben. Als die Angelegenheit aufflog, musste der damalige Verfassungsschutz-Chef Helmut Roewer zurücktreten. (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 16.11.2011)

Kommentar posten
17 Postings
runas /user:public\ivan
00
18.11.2011, 22:29
also, der spitzel hat eine partei gegründet welche dann bespitzelt wurde??

Dr. Seltsam
 
03
17.11.2011, 09:13

Interessant ist ja auch, dass die Partei der "Fleißigen und Anständigen" - vulgo FPÖ - mit diesem schmarotzenden und destruktiven Bodensatz der Gesellschaft sympathisiert und ihn für sich instrumentalisiert.

Herr und Frau Österreicher
 
02
17.11.2011, 08:40

In Deutschland werden Steuergelder über den Verfassungsschutz in die rechtsextreme Szene gelenkt, in Österreich über die Parteinförderung...

Herr und Frau Österreicher
 
03
16.11.2011, 10:12
"Anti-Antifa", wie passend!

...der gesamte Verfassungs"schutz" sollte sich wohl so umbenennen...

Igor Gassner
103
16.11.2011, 08:19
Ich find das echt toll

der Verfassungsschutz finanziert die Rechtsradikalen die linken Partien über den Parlamentsclub die Linksradikalen. Das also ist die Deutschlands wehrhafte Demokratie man fördert die jeweils radikalen Ränder damit man einen beschäftigungsgrund hat.

Das ist echt pervers

Lang Zu
11
18.11.2011, 03:19
Die Linksradikalen werden ...

... nachweislich über die Bundeszentrale für politische Bildung gesponsort. Da schließt sich der Kreis wieder. Alles gewollt. Da hilt nur noch Staunen!

FalscherProphet
03
16.11.2011, 19:18
Können Sie Schwachmat mir bitte

Ihren ersten Satz "eindeutschen" ?

Dient dieses sprachliche Krüppelgebilde nur dazu, um irgendwie "die Linken" thematisch hierher zu zerren -
oder was?

In Eurem Milieu lautet doch die Forderung:
"Deutsch statt nix verstehen."

Dieser werdet Ihr allerdings SELBST nicht gerecht.

Igor Gassner
10
18.11.2011, 09:36
nebensächlich

Geneauer gesagt finanziert die Linke an die 10 zeitschriften zum Teil in das Linksradikale Mliieu hinein ausserdem. Das Erfolgt über die Gelder des parlamentsclubs aber es werden auch Gelder aus dem Kampf gegen Rechts verwendet. (ca 25 Millionen nur für den idiologischen Kampf) Gleichzeitig finanziert aber offenbar indirekt der Verfassungsschutz rechte Gruppierungen, das heist man schafft sich ein Problem sowohl links als auch rechts um es dann bekämpfen zu können und Versorgungsposten zu Schaffen.

NONE
11
15.11.2011, 23:40

Man soll aufhören von Neonazis in dieser Hinsicht zu sprechen.

Denn es waren Auftragsmorde und der Verfassungsschutz war direkt involviert.

Lang Zu
10
18.11.2011, 03:26
Ja, ja,

die Auftragsmorde hatten aber den Sinn, die NPD in Mißkredit zu bringen und genau das wird uns momentan verkauft. Insofern braucht sich da keiner wundern. Es sei denn er ist blind, wie schon viele unserer Mitbürger.

Ludovico Settembrini
00
15.11.2011, 22:23
adam riese

200.000 DM sind etwa 102.000 Euronen...

Ich wünschte, ich wäre Thurston Moore
00
15.11.2011, 22:36
Vielleicht ja Ost-Mark

Peter Hammer 06
00
16.11.2011, 12:51
Mathematik FÜNF,setzen, Klasse wiederholen.

Thomas Geißler
03
15.11.2011, 21:56

Extremismus bekämpft man durch gute Polizeiarbeit und nicht dadurch, dass man V-Leute in eine Gruppe einschleußt die dann auch noch ein ökonomisches Interesse daran haben, dass die Organisation fortbesteht oder an Bedeutung gewinnt.

slimfilter
02
16.11.2011, 12:20

bei Zerschlagung der Gruppe würden die V-Leute sich um ihre Daseinsberechtigung brigen

suboptimal
 
116
15.11.2011, 19:15
dieser damalige Verfassungsschutz-Chef Helmut Roewer

http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Roewer
schreibt gerne und viel:

Ares-Verlag und Nähe zum Rechtsradikalismus
Am 10. März 2006 wies das Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz die Klagen des Leopold Stocker Verlags gegen die linke Grazer Initiative MayDay 2000 ab. Bei den Bezeichnungen „rassistisch“, „antisemitisch“ und „rechtsextrem“ in Zusammenhang mit bestimmten Verlagspublikationen handele es sich um zulässige Werturteile, die sich auf ein „bestimmtes Tatsachensubstrat stützen“ können.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ares... dikalismus

Österreichbezug bringen wir locker jedes Mal zusammen.
*rülps*

suboptimal
 
19
15.11.2011, 20:21
200.000 DM für die Nazis sind übrigens 100.000 Euro

(und nicht 51.100 Euro), die Deutschen haben 2:1 in die neue Euro-Währung gewechselt.
Jedenfalls ein hübsches Sümmchen für die Nazis.

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