Nach Rücktritt

Ex-Bauernbundchef bleibt weiter im Krankenhaus

15. November 2011, 19:28
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    foto: apa/georg hochmuth

    Zwei Steirer an der Spitze des Bauernbundes waren den Niederösterreichern anscheinend zu viel.

Erzwungener Rücktritt löste Zusammenbruch bei Grillitsch aus, Freunde orten Intrige

Wien/Graz - "Die wollen mich politisch umbringen", habe Fritz Grillitsch, bis vor einer Woche Bauernbundpräsident, einem Parteifreund schon vor zwei Wochen am Telefon gesagt, nachdem er diesen per SMS aus einer wichtigen Konferenz geholt habe.

"Er wollte nie zurücktreten, er wurde gezwungen", erzählt der Funktionär der Bundes-VP dem Standard. "Als man ihm auch die Möglichkeit nahm, das selbst zu verkünden, sondern es durch Indiskretion medial verkaufte, hat das die gesundheitliche Krise ausgelöst".

Grillitsch erlitt einen Zusammenbruch und wurde mit Verdacht auf Herzinfarkt in eine Grazer Klinik eingeliefert. Der Verdacht bestätigte sich nicht, doch er müsse noch einige Tage in der Klinik bleiben, weil es ihm so schlecht gehe.

Dass Zahlungen der Telekom an die von Grillitsch gegründete Plattform "Forum Land" oder seine Einladung an Thilo Sarrazin (SPD), bei der Plattform zu sprechen, Gründe für seine Demontage seien, wird parteiintern heftig als "Legendenbildung" zurückgewiesen.

Es sei simpler, glauben manche im VP-Parlamentsklub: Zwei Steirer an der Spitze - neben Grillitsch Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski - seien "den Niederösterreichern", namentlich dem Präsidenten der dortigen Landwirtschaftskammer, Hermann Schultes, und dem Nationalratsabgeordneten Karl Donabauer, zu viel gewesen. Dass Grillitsch daran glauben müsse, habe man sich "im Klub schon seit Wochen erzählt". Der "Abschuss" sei mit Deckung von Parteiobmann Michael Spindelegger passiert.

"Dass Spindelegger in diesem Fall seine Finger im Spiel hat", glaube der steirische VP-Klubchef Christopher Drexler hingegen nicht. "Aber dass es eine Intrige war, ist klar." Dass Grillitsch überlege, zur FPÖ zu wechseln, wo ihm FP-Chef Heinz-Christian Strache Avancen macht, hält Drexler für eine "Faschingsmeldung". Vielmehr werde er, "sobald er sich erholt hat, die Steirer-VP weiter im Nationalrat vertreten". (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.11.2011)

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alpentiger
00
17.11.2011, 17:52
Auer-Syndrom hat Grillitsch fast das Leben gekostet ....

W s
31
17.11.2011, 07:07
Wenn es ob dieser Sarrazin-Einladung zu offenbar so heftigen Kontroversen kommt, dass Grillitsch aufgibt,

dann ist das für die ÖVP die katastrophalste Nachricht seit langem.
Dann wird das dazu führen, dass die Partei demnächst bei Umfragen einen Wert lesen wird müssen, der höchstens noch einen Einser an erster Stelle hat. Diesen absolut unbegreiflichen Akt einer politischen Selbstzerstörung kann Parteichef Spindelegger jetzt nur noch dadurch abwenden, indem er sich lauthals an die Seite Grillitschs stellt. Was er schon mangels Mut natürlich nicht tun wird.

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
00
17.11.2011, 09:09

Nachdem die Spindel ein E.Pröll-Handpupperl ist, kann er das gar nicht.

Max Kahlenberg
00
17.11.2011, 00:19
Das Ganze stinkt zum Himmel wie ein Misthaufen. Den der Grilli natürlich auch nicht sein Eigen nennen darf...

kater bruno
01
16.11.2011, 19:13

Herr Grillitsch hat mitgeholfen, die Rechten saloonfähig und Werbung für HC gemacht

W s
41
17.11.2011, 07:07

Die Sarrazin-Einladung stört manche Linksträumer in der Partei, die noch immer glauben, die in Zeitungen veröffentliche politisch korrekte Meinung hätte irgendetwas mit der öffentlichen zu tun. Die Wahrheit ist aber: Wenn es ein Thema gibt, dass die einstigen und die noch verbliebenen Schwarz-Wähler am stärksten eint und emotional bewegt, dann sind es punktgenau die von S. referierten Themen, samt dessen ebenso mutigen wie richtigen Vorschlägen.

Armida
02
17.11.2011, 16:44

Diese von Ihnen beschriebenen "ÖVP-Wähler" gehen dann ohnehin zu HC. Was aber ist mit all den ÖVP-WählerInnen, die nicht mit so einfachen Analysen und simplen Lösungen zufriedenzustellen sind ? Die verliert die ÖVP dann ganz sicher.

Max Cashin
11
16.11.2011, 18:50

Naja, schön langsam bekommt das in der ÖVP Tradition, seinen politischen Rückzug und seine permanente Unfähigkeit via Krankenhausaufenthalt zu kaschieren... Herzinfarkt, Lungenembolie etc. Einfach ehrlich - einfach ÖVP - garantiert intrigantenfrei

Salz Burger
02
16.11.2011, 13:42

Scheinbar hat er doch nicht das Zeug für einen richtigen Politiker. Einen Profi würde so etwas kalt lassen.

armin delmenhorst
 
00
16.11.2011, 20:25
:-) scharfsinning analysiert

F*** the ÖVP
010
16.11.2011, 13:36
Diese Krankenhausgeschichte ist ein Ablenkungsmanöver erster Güte

Tatsache ist: Grillitsch ist seit über einer Woche spurlos verschwunden. Zuletzt wurde er am 6. November knapp vor Beginn eines großen Grillfestes gesehen, das der Vorsitzende des niederösterreichischen Bauernbundes Hannibal Tractor veranstaltet hat.

Rote Lola1
00
16.11.2011, 15:28
Chapeau!!!

Peter Hammer 06
00
24.11.2011, 13:51
Den auch ich ziehe, ;-))

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
010
16.11.2011, 12:38

Nichts bessers weiß ich mir an Sonn- und Feyertagen,
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrey,
Wenn hinten, weit, in der Prölley,
Die Bauernbündler auf einander schlagen.

Tino67
 
00
16.11.2011, 14:08
Wusch, ein Goethe abwandelnder Standardposter

ich bin beeindruckt, Sie sind offensichtlich auch ein übergebliebenes Relikt aus dem Prä-Gehrerschen Schulsystem.

tompirker
00
16.11.2011, 13:22
verteilungskampf

auch in der landwirtschaft hat der verteilungskampf begonnen
ost gegen west-süd,sprich grossagraindustrie gegen kleinbauern oder auch körndl gegen milchbauern
warum währt sich die bauernfuntionärskaste gegen eine pro hof förderung und sind weiterhin für eine ha förderung?
ganz einfach, weil die grossbauern davon profitieren und die kleinbauern braucht man nur für die werbung
und wer die mächtigen funktionäre(INKLUSIVE RAIFFEISENKONZERN) seit jahrzenten stellt sieht man ja

Peter Hammer 06
00
24.11.2011, 16:21
Wann werden sich die Kleinbauern endlich weigern...

...bei jeder Wahl die ÖVP zu wählen?

wos wor mei Leischtung?
02
16.11.2011, 12:11
beim austeilen

war er aber auch nicht zimperlich. aber dann wehleidig sein, wenn eigene parteigenossen ihn vor die tür setzen...

Peter Hammer 06
00
24.11.2011, 18:21
Wer mit einer X-Freiheitlichen liiert ist....

...ist so...;-)

pehl
00
16.11.2011, 13:01
Brillant beobachtet!

Marsonaut
10
16.11.2011, 09:42
Lehrbeispiel

Der Abgang von Grillitsch ist ein typisches Lehrbeispiel für die Verlogenheit der Politik im Allgemeinen und für den Rücktrittsgrund eines Politikers im Besonderen.

Typischerweise spielt sich ein erzwungener Rücktritt so ab:
Ein Parteikollge hat schon länger nicht mehr die Unterstützung seiner Parteifreunde. Dann endlich kommt die Erlösung. Er hat sich etwas Gravierendes zu Schulden kommen lassen, z.B. persönliche Geschenkannahme über den Umweg einer Organisation.

Dann wird der Abzuschießende erpresst: Entweder Du tritt´s ab, oder wir zeigen Dich an.

Als Grund des Rücktritts wird der Öffentlichkeit ein halbwegs plausibler Vorwand oder wenn dieser nicht vorhanden sind persönliche Gründe präsentiert.

Nur um die Partei nicht anzupatzen.

?und
11
16.11.2011, 12:43
sie sind aber auch ein lehrbeispiel für inhaltslosigkeit

viel geschreibsel, wenig konkretes - wäre- hätte -täte

soamist
01
16.11.2011, 12:14
für mich ist es eher ein lehrbeispiel

wie sich eine partei selbst abschafft

Sepp Rosi
06
16.11.2011, 09:39

...ein gstandener bauer mus sowas aushalten und nicht zambrechen, schwächling.
wer melkt dan die kühe?

armin delmenhorst
 
00
16.11.2011, 20:29
Seine Bonnie wohl kaum

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