Tiroler Opposition stellt Dringliche Anfrage an Tilak

15. November 2011, 16:21
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Klinik stehe vor einem "strukturellen Scherbenhaufen"

Innsbruck - Nach dem Tod eines dreijährigen Mädchens und angeblichen weiteren Behandlungsfehlern in der Innsbrucker Kinderklinik haben die Tiroler Oppositionsparteien Liste Fritz und Grüne Aufklärung über die Verantwortung gefordert. Gemeinsam werden sie im kommenden Landtag eine Dringliche Anfrage an den für den landeseigenen Krankenhauserhalter Tilak zuständigen Gesundheitslandesrat Tilg einbringen.

Die Verantwortung für das Landesunternehmen Tilak liege bei Tilg und Landeshauptmann Platter, erklärten Liste Fritz-Chef Dinkhauser und der Grüne Klubobmann Willi. Es sei daher nicht akzeptabel, "dass es da einen Landeshauptmann gibt, der die Gesamtverantwortung hat und untergetaucht ist". Nach den dramatischen Vorfällen herrsche "Stillschweigen". Dabei stehe die Kinderklinik vor einem "strukturellen Scherbenhaufen". "Und sie ist nur die Spitze des Eisberges", betonte Dinkhauser. Die Qualität an der Innsbrucker Klinik habe enorm nachgelassen. Dinkhauser kritisierte, dass ein bereits seit 2004 vorliegendes Konzept für die Kinderklinik neu bis heute nicht umgesetzt worden sei.

Versprechen gemacht

Der Skandal sei, dass seit Jahren lediglich Versprechen gemacht wurden, sagte Willi: "Gehalten wurden sie nicht." Allein in dieser Legislaturperiode habe Willi sechs Anfragen rund um das Thema Kinderklinik gestellt. "In den Antworten ist immer versprochen worden, dass es besser wird - passiert ist nichts", sagte der Klubobmann. Die Dringliche Anfrage soll Tilg die Möglichkeit bieten, mit seinen Antworten wieder für Ruhe und Sicherheit zu sorgen. Die Letztverantwortung für die medizinische Versorgung liege bei der Tilak, und für die ist Tilg verantwortlich.

Platter sprach seinem Landesrat am Dienstag nach der Regierungssitzung volle Unterstützung aus. Eine "rasche und lückenlose" Aufklärung sei dringend notwendig. Die Vorfälle würden einen schlechten Schatten auf den medizinischen Standort Tirol werfen. (APA)

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