Der Pelargonien-Bläuling kam über Spanien nach Europa und ist nun erstmals auch in Österreich aufgetaucht
Innsbruck - Seine eigentliche Heimat liegt eine halbe Welt entfernt, doch mittlerweile scheint sich der Pelargonien-Bläuling auch in unseren Breiten zuhause zu fühlen. Die Tagfalterart von scheinbar unauffälliger Färbung stammt aus Südafrika und wurde vom Schmetterlingsforscher Helmut Deutsch nun in Osttirol nachgewiesen, entdeckt wurde er allerdings von seiner Frau.
Die Flügeloberseite des Cacyreus marshalli zeigt sich eintönig dunkelbraun, die Unterseite dagegen weist ein kontrastreiches, Form auflösendes Muster auf. Die Färbung
lasse den Schmetterling in Ruhestellung mit seiner Umgebung verschmelzen, berichtet Deutsch. Die ursprüngliche Heimat dieses kleinen Bläulings mit
zwei Zentimetern Spannweite sei Südafrika, seine Raupen ernähren sich von
Pelargonien.
Schrittweise Richtung Österreich
Nach derzeitigem Wissensstand gelangte die Art in den 1990er Jahren mit
importieren Pelargonien-Sorten auf die Balearen, von wo aus sie sich in Spanien
und in den weiteren Jahren über ganz Südwesteuropa ausgebreitet habe. Der erste
Nachweis kam allerdings schon 1978 aus England (zwei Raupen an Importpflanzen),
1990 aus Mallorca, in den folgenden Jahren erfolgten weitere Meldungen aus
Südspanien, Süditalien, Frankreich und Belgien. Ab dem Jahr 2000 kamen Angaben
aus Slowenien, Norditalien, der Schweiz und Deutschland dazu, so war das
Auftauchen des Bläulings in Österreich nur eine Frage der Zeit. Der vorliegende
Erstfund für Österreich sei der Frau des Forschers, Johanna Deutsch am 10.
November in einem Garten in Lavant in Osttirol gelungen, wo der rastende Falter
an der Hauswand entdeckt wurde.
Auf den Balearen und in Südspanien ist die Art übrigens bereits in solchen
Mengen aufgetreten, dass sie mittlerweile als Schädling gelte. Die Raupen
verbringen ihr ganzes Leben in den Blütenknospen bzw. an Stängeln und Blättern
ihrer Fraßpflanzen. Während einzelne Tiere kaum auffallen, könne Massenbefall
durchaus Schaden anrichten. Es sei nicht anzunehmen, dass die Art in
Mitteleuropa den Winter überdauere. Somit gehöre sie nicht zu den dauerhaft
bodenständigen Arten, sondern zur Gruppe der Wanderfalter, die aus Südeuropa
einwandern, im Sommer Nachkommen produzieren und im Herbst mit den ersten
Frösten zugrunde gehen. (red/APA)