"Liftkaiser"

Platter sieht bei Mietvertrag seines Landesrates keine schiefe Optik

15. November 2011, 14:35

Tiroler Landeshauptmann sagt, es habe keine Bevorzugung des Seilbahnunternehmers gegeben

Innsbruck - In der Debatte um das Mietverhältnis zwischen dem für Raumordnung und Seilbahngrundsätze zuständigen Finanzlandesrat Christian Switak (ÖVP) und dem größten Seilbahnbetreiber des Landes, Heinz Schultz, hat sich Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) vor sein Regierungsmitglied gestellt. Er könne keine schiefe Optik erkennen, erklärte Platter am Dienstag in der Pressekonferenz im Anschluss an die Regierungssitzung. Entscheidend sei, dass es keine Bevorzugung des Seilbahnunternehmens gegeben habe.

Der relevante Punkt sei, ob jemand durch die Amtsführung bevorzugt wurde. Dies sei aber nicht der Fall gewesen, sondern im Gegenteil: Bei der Erstellung der Seilbahngrundsätze habe es bei Schultz, der die Wohnung an Switak vermietet hat, "gewaltige Irritationen" gegeben. "Es lässt sich nicht vermeiden, dass in der Politik Entscheidungen getroffen werden über Leute, die man kennt", argumentierte Platter. Die Frage sei nur, ob man "objektiv und gesetzeskonform" handle. Er habe mit Switak ein persönliches Gespräch geführt und dieser habe ihm angekündigt, alle Belege offen zu legen.

Dinkhauser verlangt Rücktritt

"Die Politik ist voll von Skandalen und der Fall Switak ist ein weiterer Teil davon", erklärte hingegen Landesabgeordneter Fritz Dinkhauser, Obmann der Liste Fritz, am Rande einer Pressekonferenz: "Wenn der Mann Charakter hat, dann tritt er zurück." Die Argumentation des Finanzlandesrates sei nicht glaubwürdig und weit von jeder Realität entfernt.

Ähnlich sah das am Dienstag der Klubobmann der Grünen, Georg Willi: "Diese Optik muss man erst ertragen." Denn wenn der für Raumordnung zuständige Landesrat zu einem "Schnäppchenpreis" in einem Penthouse des "Liftkaisers" wohne, liege es nahe, dass es dafür eine Gegenleistung gegeben hat.

FPÖ sieht "massiven Aufklärungsbedarf"

Laut dem Tiroler FPÖ-Obmann Gerald Hauser habe Switak "massiven Aufklärungsbedarf". "Eine Miete von 850 Euro ist für diese Lage nicht ansatzweise marktkonform. Switak muss erklären, wie er zu diesen günstigen Konditionen gekommen ist", forderte Hauser. Es sei zudem zu hinterfragen, weshalb der Landesrat am Anfang während Sanierungsarbeiten angeblich überhaupt nichts für das Penthouse gezahlt habe.

Das BZÖ kündigte unterdessen eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft an. Der Tiroler Nationalratsabgeordnete Gerhard Huber (BZÖ) kritisierte unter anderem den Verstoß Switaks gegen das Meldegesetz. Er hätte sich wesentlich früher in besagter Wohnung melden müssen.

Switak: "Kann alle monatlichen Überweisungen belegen"

Switak behauptet, alle monatlichen Überweisungen belegen zu können. Gegenüber ORF Tirol hat er am Dienstagnachmittag Belege vorgelegt. Er habe diese mit Dauerauftrag und seit Beginn des Mietverhältnisses 2008 durchgeführt. Seinen Vermieter Schultz habe er bei politischen Entscheidungen nie bevorzugt, betonte der Landesrat.

Lediglich während des Umbaus der Wohnung habe er keine Miete bezahlt, weil er in diesem Zeitraum auch nicht dort gewohnt habe. Seiner Ansicht nach sei die Wohnung auch nicht zu billig vermietet. Beim Einzug habe es im oberen Stockwerk nicht einmal eine Heizung gegeben. Er sprach von einem "glaubwürdigen Mietpreis" und wollte diesen nicht weiter kommentieren. (APA)

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Ingrimm
00
19.11.2011, 05:13

Jaja, echt brav die Konservativen. Und wenns dumm läuft, gibt noch die Nazis als Reserve... und so oder so... die Pfeffersäcke gewinnen.. Weltklasse...

der einzige echte Kommunist
00
17.11.2011, 00:02
es gilt die unschu

Lucius Vorenus
00
16.11.2011, 16:45

Interessant ist auch, wie heute bekannt wurde, das der Mietvertrag von Switak 2013 endet. 2013 finden "zufälligerweise" wieder Landtagswahlen in Tirol statt bzw. endet die Legislaturperiode der aktuellen Regierung...

halvar van flake
04
16.11.2011, 15:42
platter hat recht.

bei dem quadratmeterpreis ist das eindeutig korruption. schiefe optik ist hier wirklich der falsche ausdruck.

W. Müller
 
00
16.11.2011, 15:37
Wundert mich nicht.

Wer dem Verfassungsgericht die lange Nase zeigt (Agrargenossenschaften), Beweismittelfälschung verniedlicht (Schwein -> Schweigen), den Ladendieb zum Landesrat macht, ...

naihoit
02
16.11.2011, 14:56
Platter sieht keine schiefe Optik; wie denn auch, mit einem Auge kann man nicht schielen.

Aber dieser ehrenhafte Herr Landesrat hätte -politischen Instinkt vorausgesetzt- erkennen müssen, daß das niemals unter einen Hut past.
Mangelt es ihm an politischem Instinkt, soll er sich Arbeit suchen, der er auch gewachsen ist.
Wußte er, was er tut, dann soll er gehen.

Lucius Vorenus
02
16.11.2011, 14:42

Die Geschichte wird immer interessanter! Das Platter hier keine schiefe Optik sieht, ist irgendwo sogar verständlich, war er doch erst vor kurzem in Osttirol um das mit Millionen Steuergeldern geförderte "Chalet-Dorf" der Schultzes zu besichtigen. Hat hier neben Switak eventuell auch die ÖVP Parteikassa von den Schultzes profitiert? http://194.232.15.121/csp/cms/s... etdorf.csp

01052004
00
16.11.2011, 14:41
moment mal:

soziales wohnen - na bitte: immerhin zahlt der mann miete - e bissel halt in geld, der rest in "geldwerten leistungen"...

und der herr platter hat es zugegeben: mauscheln ist für ihn ok.

da soll doch bitte neben dem billig-mieter auch der herr platter zurücktreten!!!

natürlich werden das beide nicht, wir sind ja schließlich in bananistan. da zeichnet man solche menschen mit dem goldenen blechdings am bande aus...

von mir könnten solche typen gern den goldenen fußtritt in den allerwertesten mit den genagelten haben...

aber es gilt natürlich die unschuldsvermutung...

V3G4S
00
16.11.2011, 14:31

Für den der selbst "schief" sieht, schaut schief eh wieder "gerade" aus...

wos wor mei Leischtung?
00
16.11.2011, 13:48
wahnsinn

sich die ganze zeit dumm stellen. war es platter, der bei abschiebungen immer "gesetz ist gesetz" stotternd hervorbrachte. und jetzt? kein gesetz? er habe eh miete bezahlt. ah eh? und was sagt uns das? das sobald es geldflüsse gibt, gegenleistungen geben muss. und wenn der geldfluss weit unter dem marktwert war - ist nicht nur die optik besonders schlecht. aber die ganze zeit auf randgruppen mit steine werfen und dann im glashaus sitzen... jetzt bleibt nur die frage, wer duldet das? was macht eigentlich der vizelh, ein exgendarm in solchen sachen? schlafen?

bully bullson
02
16.11.2011, 13:42
...Platter hätte sich nicht vor ihn stellen sondern seinen Rücktritt verlangen sollen....

...dies wäre einerseits ein Schritt, Richtung "glaubwürdige Politik" gewesen... und andererseits hätte es auch gewisse generalpräventive Wirkungen gehabt...

..aber so, geht alles seinen Weg wie immer....Österreich halt....

Verzweifelnd
00
16.11.2011, 13:26

Eh nicht. Wer selber schief dahängt...

De schdadisdig is a hund
01
16.11.2011, 11:42
Er braucht ja Schultz nicht zu bevorzugen,

er muß nur die anderen benachteiligen. Und schon hat er nicht gelogen.

adventurer
06
16.11.2011, 11:28
einfach lachhaft

von einem fairen Mietpreis zu reden. Penthouse in bester Lage für €5,33 m2. Da kann nur noch Elsner mithalten.
Die Unverfrorenheit und Korruptheit der österr. Politiker macht sie mittlerweile schon zu Vorbildern für die afrik. u. a. Despoten.

MacTux
00
16.11.2011, 11:27
P orientert sich bei seiner Einschätzung halt an der gängigen Praxis

Ernst Esach
09
16.11.2011, 10:43
Er sprach von einem "glaubwürdigen Mietpreis" und wollte diesen nicht weiter kommentieren

Wie armselig muß einer sein, daß er sich so zu verantworten glaubt?

Nach welchen Kriterien wählt die ÖVP eigentlich ihre politischen "Würdenträger" aus?
Die Eigenschaften "Anständigkeit" und "Intelligenz" scheinen da überaupt keine Rolle zu spielen.

gk76
08
16.11.2011, 10:39
nach den moralischen Maßstäben eines Tiroler Politikers

ist tatsächlich alles in bester Ordnung.

Für Nichttiroler zum einlesen: www.dietiwag.org

madman
01
16.11.2011, 10:14
das ist sehr traurig, aber leider nicht überraschend

nichts neues aus österreich.
die art und weise, wie sich die polit-kaste berreichert ist beschämend, und dass solche gschichten keine konsequenzen haben, auch.

jah fathead
02
16.11.2011, 10:13

Wenn sowas zb eine kleine GmbH macht, kommt sie wegen verdeckter Gewinnauschüttung dran.

Dragomir
07
16.11.2011, 09:47

Wenn man schief steht, sieht auch der Turm von Pisa gerade aus.

randolf
01
16.11.2011, 09:26
Ja ja

"Eine Miete von 850 Euro ist für diese Lage nicht ansatzweise" + "glaubwürdigen Mietpreis" = Frühstück umsonst gegessen...

Ja es gab Zeiten wo man 850 Euronen für eine große Wohnung, als glaubwürdig empfunden haben mag...

Und genauso schauts aus. Er überweist einen glaubwürdigen Betrag, damit der Steuerzahlersklave, der nervtötende Vollidiot, weil er immer wissen will was mit seinem Geld passiert, eine Ruhe gibt, und er immer betonen kann- schauts her, alles supa sauber...
Daher man allerdings in Wien bereits für sein 50 qm2 Betonloch Domizil auch schon mal 800 Euronen hinblättert und meistens sogar noch mehr, stellt sich die Frage nach der schiefen Optik erst gar nicht mehr...

Briefträger
02
16.11.2011, 09:16

Zitat: "..."Es lässt sich nicht vermeiden, dass in der Politik Entscheidungen getroffen werden über Leute, die man kennt", argumentierte Platter....."

Platter hat noch nie was von Befangenheit gehört!

Salzburger2
011
16.11.2011, 08:46
Wenn es um Korruption geht sind fast alle Politiker gleich ...

... nur kommt mir vor, die SPÖ-Politiker sind sich der Unrechts bewusst, tun es aber trotzdem, und die ÖVP-Politiker sehen solche Vorgänge als wohlerworbenes und verdientes Recht. Deshalb erkennt der Platter auch bei genauer Untersuchung nicht einmal eine schiefe Optik!

Collective Image
01
16.11.2011, 08:45
Ja, wenn der Platter sagt, dass

das in Ordnung geht, dann werden wir unserem hochwohlgeborenen Landeskaiser natürlich nie widersprechen :-)

Mal im Ernst: natürlich sagt er das, der einzige Weg, um diesen Sumpf trockenzulegen, wäre, mal nicht mehr der ÖVP in Tirol die absolute Mehrheit zu schenken, aber davon sind wir leider weit entfernt ...

chaimele
00
16.11.2011, 07:57
wie ist das mit den krähen? eine krähe hackt der anderen kein auge heraus. nibelungentreue eben, so wie es sich gehört für gesinungsgemeinschaften.

ja, und die christlichen wurzeln vergessen wir ganz leicht.

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