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Matura für Lehrlinge: "Weil ich dann mehr Gehalt bekomme"

15. November 2011, 17:11
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    foto: standard/cremer

    Die Zahl der Lehrlinge, die eine Berufsreifeprüfung oder Matura machen, steigt.

Nicht nur die Regierung will mehr Berufsmaturanten, auch bei Lehrlingen ist das Modell immer gefragter

Die Berufsreifeprüfung wurde 1997 eingeführt, um den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen und die soziale Durchlässigkeit des österreichischen Bildungssystems zu verbessern. Sie ermöglicht eine allgemeine Studienberechtigung und ist der Matura an höheren Schulen vollkommen gleichwertig. Berufsmaturanten haben damit uneingeschränkten Zugang zum Studium an österreichischen Universitäten, Fachhochschulen, Kollegs und Akademien. Nicht nur Lehrabsolventen können die Matura nachholen, auch für Absolventen von dreijährigen berufsbildenden mittleren Schulen, Krankenpflegeschulen und Schulen für den medizinisch-technischen Fachdienst mit mindestens zweieinhalb-jähriger Ausbildungsdauer steht die Berufsreifeprüfung offen.

Auch während der Lehrzeit möglich

War die Berufsreifeprüfung ursprünglich noch an den Lehrabschluss gebunden, gibt es seit dem Jahr 2008 durch eine Novelle des Berufsreifeprüfungsgesetzes die Möglichkeit, schon während der Berufsschulzeit Teilprüfungen abzulegen. Mit dem kostenlosen Förderprogramm "Berufsmatura" können Lehrlinge drei der vier Teilprüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und dem jeweiligen Fachbereich bereits vor der Lehrabschlussprüfung absolvieren. Die letzte Teilprüfung kann aber wie bisher erst mit Erreichen des 19. Lebensjahres abgelegt werden.

Die kostenlosen Vorbereitungskurse zur Berufsreifeprüfung wurden ins Leben gerufen, um "mehr Lehrlinge zur Matura zu führen", sagt Brigitte Eberhard, Leiterin der Beratungsstelle "Berufsmatura Wien", die vom KUS-Netzwerk für Bildung, Soziales, Sport und Kultur der Wiener Berufsschulen koordiniert wird. Die Bundesregierung will bis 2020 den Anteil von Lehrlingen, die die Berufsreifeprüfung absolvieren, von zwei auf zehn Prozent erhöhen.

Abends nach der Arbeit in die Schule

Wer sich dazu entschließt, gleichzeitig Lehre und Berufsmatura in Angriff zu nehmen, hat ein dichtes Programm. Es müssen vier Hauptmodule zu je 180 Unterrichtseinheiten absolviert werden, davor je nach Kenntnisstand drei Basismodule zu je 16 Unterrichtseinheiten, hinzu kommen Prüfungsmodule und Tutorien. Jedes Hauptmodul dauert dabei mindestens drei Semester und findet einmal wöchentlich statt, pro Jahr kann ein Gegenstand gewählt werden. "Es dauert mindestens dreieinhalb, im Durchschnitt viereinhalb Jahre, bis man die Berufsmatura abgeschlossen hat", erzählt Eberhard. Der Einstieg ist schon ab dem ersten Lehrjahr möglich, das Lehrzeitende muss dabei aber mindestens eineinhalb Jahre in der Zukunft liegen.

Dabei drücken die angehenden Berufsmaturanten überwiegend abends nach der Arbeit die Schulbank, zusätzlich zum Berufsschul-Unterricht. Im Gegensatz zu den Berufsreifeprüfungs-Vorbereitungskursen, die nach Lehrabschluss besucht werden können und analog zur Externistenprüfung eine formelle Antragstellung an höheren Schulen erfordern, erfolgt die Anmeldung zur Berufsmatura über die Berufsschule. Den Lehrlingen sollen keine zusätzlichen bürokratischen Hürden auferlegt werden.

Mehr Geld und bessere Karrierechancen

Dass die Berufsmatura nicht mit Kosten verbunden ist, schafft zusätzlichen Anreiz. Für die 20-jährige Kerstin, ehemalige HTL-Schülerin, die gerade eine Lehre zur Elektro-Anlagen-Technikerin macht, wäre eine Abendschule nach der Lehre mit zu viel Aufwand verbunden und zu teuer gewesen. "So hast du alles hinter dir", meint sie. Auch ihr Kollege Patrick will mit 21 Jahren keine Zeit mehr verlieren und so schnell wie möglich die Berufsreifeprüfung, am liebsten zeitgleich mit der Lehrabschlussprüfung, abschließen, um danach an der Technischen Universität oder an einer Fachhochschule zu studieren.

Die beiden besuchen seit September einmal in der Woche von halb sechs bis abends neun Uhr den Vorbereitungskurs an der Berufsschule für Einzelhandel II in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus. Auch die 16-jährige Sarah, die nach dem Abbruch des Gymnasiums eine Lehre als Verwaltungsassistentin begonnen hat, drückt hier abends die Schulbank. Für sie stellt die Berufsmatura einen schnellen Weg dar, eine Karriere im Event-Management-Bereich zu starten. Sie wolle nicht ewig im Büro sitzen und nach der Lehre die Ausbildung zur Event Managerin absolvieren, wofür sie die Matura braucht.

Der 16-jährige Thomas, ebenfalls Lehrling im Verwaltungsbereich, hat die HBLA abgebrochen, und sich dazu entschlossen, die Berufsmatura schon während der Matura zu machen, "weil das ein absolutes Basic ist und ich dann mehr Gehalt bekomm." Mit einer Matura verdiene er nicht nur "200 bis 300 Euro mehr" im Monat, sondern hätte auch Anspruch auf einen Abteilungsleiter-Posten und damit bessere Chancen die Karriere- und Gehaltsstufen-Leiter zügig rauf zu klettern.

Schulabbrecher schaffen mit Lehre und Berufsmatura den Aufstieg

Dass viele Schulabbrecher als Lehrlinge die Matura nachholen ist gar nicht so unüblich. "Zwanzig Prozent der Jugendlichen waren in einer höheren Schule", so Eberhard aus der Beratung- und Koordinierungsstelle "Berufsmatura Wien". Die meisten Teilnehmer kommen laut Eberhard aus den Sparten Büro und Einzelhandel, aber auch aus dem Handel, Gastgewerbe und dem Dienstleistungsbereich. "Seit dem Start des Berufsmatura-Programmes gibt es rund 2000 Teilnehmer, insgesamt gab es bisher 5000 Interessenten", ergänzt Eberhard.

Auch in der Volkshochschule Meidling, die Berufsreifeprüfungs-Vorbereitungskurse nach Lehrabschluss anbietet, gibt es "viele Schulabbrecher, die im ersten Bildungsweg gescheitert sind und mit dem zweiten Bildungsweg, über die Berufsreifeprüfung, die Geschichte der negativen Schulkarriere aufbrechen", erzählt Andrea Witti. Sie leitet die Berufsreifeprüfungs-Abteilung an der VHS Meidling. Pro Jahr nehmen alleine in Meidling 550 Teilnehmer an den Vorbereitungskursen teil, rund 150 Berufsreifeprüfungs-Absolventen gibt es jährlich. "Die meisten sind zwischen 20 und 28 Jahre alt, die Teilnehmer werden auch immer jünger", berichtet Witti.

Anstrengend und intensiv

Die 28-jährige Ewa Boruch aus Wiener Neustadt ist eine von den mehr als 500 Teilnehmern. Sie hat in ihrer Jugendzeit die Handelsakademie abgebrochen, "weil man als junger Mensch noch andere Dinge im Kopf hat", und danach die Krankenpflegeschule besucht. Boruch musste aber die Ausbildung wegen ihrer Schwangerschaft auf Eis legen, mittlerweile ist ihre Tochter drei Jahre alt. Die junge Mutter hat sich vor einem Jahr dazu entschlossen, die Berufsreifeprüfung zu absolvieren, "damit ich aus der Berufssparte rauskomme." Nach der Berufsreifeprüfung will sie ein Kolleg für Sozialpädagogik absolvieren, zwei Teilprüfungen hat sie bereits erfolgreich bestanden.

Karin Pöckl ist 41 und hat vor kurzem die Berufsreifeprüfung an der VHS Meidling absolviert. Davor war sie als Bürokauffrau tätig. Sie wollte auch aus dem Job, den sie schon seit dem Lehrabschluss gerne ausübte, rauskommen und sich andere Perspektiven verschaffen. Als die Firma, in der sie arbeitete, in Konkurs ging, nutzte sie den Moment. "Wann, wenn nicht jetzt, dachte ich mir", erzählt Pöckl. Über ein Stiftungsprogramm für die ehemaligen Mitarbeiter war es ihr möglich mittels Förderungen die Berufsreifeprüfung nachzuholen. Sie hat es geschafft, in einem Jahr alle vier Module, also alle Teilprüfungen, zu absolvieren. "Das war zwar sehr anstrengend, aber das Ergebnis ist es wert."

Als Jugendliche hätte sie das nicht so schnell und so gut geschafft, ist sich Pöckl sicher: "Je jünger die Leute, desto weniger diszipliniert sind sie." Pöckl und Boruch besuchen den Vorbereitungskurs am Vormittag. Für Boruch war das mitunter entscheidend, sie ist berufstätig und hat viele Abenddienste, die Kurszeiten untertags sind für sie auch besser mit der Betreuung ihrer Tochter zu vereinbaren. Den "irrsinnigen Zeitaufwand" nimmt die Mutter gerne in Kauf, es gehöre aber viel Selbstverantwortung und gutes Zeitmanagement dazu.

"Gut überlegen"

Die Berufsreifeprüfungs-Kurse nach dem Lehrabschluss sind im Gegensatz zur geförderten Berufsmatura, die vom Bund, genauer gesagt durch das Bildungsministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, finanziert wird, nicht kostenfrei. Die Lehrgänge in den drei Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik kosten an der Volkshochschule Meidling gesamt rund 1.700 Euro, für den Fachbereich, der dem Berufsbereich entsprechen muss, kommen dann rund 460 bis 630 Euro hinzu. Dazu kommen auch noch Kosten für Bücher, Unterrichtsmaterial und Prüfungsgebühren, die es beim geförderten Berufsmatura-Modell nicht zu berappen gilt.

"Es gibt aber zahlreiche Förderungsmöglichkeiten vom Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF). Auch der 100-Euro-Bildungsgutschein der Arbeiterkammer kann dafür in Anspruch genommen werden. Wir beraten Interessenten und Teilnehmer umgehend über die verschiedenen Fördermöglichkeiten", so Witti. Die Förderberatung ist Teil der verpflichtenden Erstberatung, bei der auch ein Bildungsplan und ein Kostenvoranschlag erarbeitet werden. "Wir unterstützen unsere Teilnehmer sehr, aber es ist auch Engagement gefordert. Vor allem bei Berufstätigen muss gut überlegt werden, welche Anforderungen und welchen Aufwand die Lehrgänge mit sich bringen", appelliert Witti.

Die Doppelbelastung Arbeit und Lernen ist nicht jedermanns Sache, rund 30 Prozent beträgt die Drop-Out-Rate. Bei der VHS Meidling sind es laut Witti "durch gutes Drop-Out-Management nur zehn bis fünfzehn Prozent." Auch Brigitte Eberhard betont, dass beim Förderprogramm "Berufsmatura während der Lehre" die Drop-Out-Rate durch "Lerncoaches", also durch pädagogische Betreuer, die individuelle Unterstützung anbieten, niedrig gehalten werde.

Das Interesse an der Berufsreifeprüfung ist trotz Doppelbelastung hoch und hat in den letzten Jahren sogar zugenommen. So nahmen laut Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer Ende Mai 2011 rund 6 Prozent an Berufsreifeprüfungs-Vorbereitungskursen teil. Das Berufsförderungsinstitut BFI verlautbarte im Juli 2011, dass sie dieses Jahr um 23,6 Prozent mehr Teilnehmer beim Modell "Lehre mit Matura" haben. Nicht bei allen Arbeitgebern fällt die Freude darüber groß aus. "Sie haben Angst, dass ihnen die Lehrlinge auf die Unis verschwinden", so Eberhard. (Güler Alkan, derStandard.at, 15.11.2011)

Kommentar posten
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hcl3
00

ich habe sie gemacht die berufsreifeprüfung an eine htl gemacht
um danach festzustellen dass diese eine sonderlösung des österreichischen staats ist und nicht berechtigt an einer europäischen hochschule zu studieren

also ein ö. interne lösung

Ich bin ein*_e Wiener*_In
00
29.11.2011, 17:46
Ich hab auch meine Matura gemacht.

Und zwar bei Humboldt!

Ebbinghaus
11
26.11.2011, 00:20
Berufsmatura ist in erster Linie formaler Uni-Zugang

BerufsmaturantInnen legen Prüfungen ab, die in D, E, M einer AHS/BHS Matura völlig gleichwertig sind. Sie beweisen darüber hinaus in einem Fachbereich Kenntnisse, die sie im Berufsleben und der Berufsausbildung erworben haben und das Niveau eines Lehrabschlusses deutlich übersteigen. Sie erwerben damit Hochschulreife und aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sie diese Kompetenzen gut für ein Studium qualifizieren. BerufsmaturantInnen bringen an Unis Qualifikationen ein, die "normale" StudentInnen (noch) nicht mitbringen und kompensieren damit eventuelle Defizite erfolgreich. BerufsmaturantInnen erwerben diese Kompetenzen in der Freizeit neben/bei der Ausübung oder dem Erlernen eines Berufes. Das ist nicht schlechtzurreden.

hcl3
00

falsch
BRP wird nur in ö. anerkannt
kein zugang an eu-unis möglich
daher zumeist auch kein fernstudium .

sogennannte berufsbegleitende FH`s beginnen mit 17.00 4-5mal die woche ;-) meine arbeitszeit spielt da nicht mit
die lehrgänge univ. charakters sind wochenweise 5-6mal jährlich
außer freigestellte beamte,arbeitslose,karenzierte kann das keiner machen

madniki
23
23.11.2011, 22:44
abendmatura ist nicht gleich BRP oder gar Lehre mit Matura

Ich glaube, hier sind einige, denen der Unterschied nicht klar ist: Die Abendmatura ist eine anerkannte seit Jahren erprobte Sache, wo sehr viel Durchhaltevermögen dazugehört, und die Matura ist zumindest annähernd vollwertig.
Eine BRP oder Lehrer mit Matura ist nur ein Schein, den unsere Politiker am liebsten einfach herschenken würden, damit die Akademikerquote gehoben werden kann.
Das böse Erwachen wird es dann geben, wenn sich diese "Maturanten" an Unis versuchen.... sie werden kaum eine Chance haben, da ihnen die Matura mehr oder weniger nachgeschmissen wurde und von echtem Bewältigen einer größeren Stoffmenge haben sie keine Ahnung.

SaturnAsche
00
27.2.2012, 14:32
Woher beziehen sie dieses Wissen, dass einem die Berufsmatura nachgeschmissen wird?

War bis zur 5. Klasse in einer HTL und habe dann aufgrund gesundheitlicher Probleme abbrechen müssen.
Von der Wertigkeit her ist die HTL Matura natürlich höher einzustufen. Mache jetzt die Berufsreife und kann ihnen sagen, dass in den 4 Fächern die zu absolvieren sind der Stoff zwar kompakter aber dennoch vom Schwierigkeitsgrad in etwa gleich wie jener der HTL ist.

flatus incarceratus
03
22.11.2011, 23:42
wieso soll eine frisörin mit matura "mehr gehalt" bekomen?

in der praxis zeigt es sich doch immer wider, das betriebe lieber ungelernte kräfte einstellen und sie anlernen, als gelernte, weil es inen billiger komt, ich weiss, das das z.b. bei köchen so ist. wieso soll ein betrieb wegen der matura (in schlechter qualität und mit fragwürdigen inhalten) mehr zahlen???

mountaineer
33
16.11.2011, 18:47

jeder, der noch eine normale matura macht, ist der gelackmeierte.
warum sich 5 jahre in eine gymnasiale oberstufe setzen und buckeln, wenn man es auch viel billiger und mit lehrabschluss haben kann?

Zitronenbaum
00
22.2.2012, 07:36

Haha, der war gut. Ich konnte meine Matura nicht in der Schule machen, da ich eine unfähige Französischlehrerin hatte und der Mobbingfaktor in jeder Klasse, die ich besucht habe so hoch war, dass das überhaupt nicht auszuhalten war. Die Lehrer haben nur brav weggeschaut und ja nie irgendwas unternommen. Echt super. Jetzt darf ich die Matura privat nachmachen, damit ich wenigstens irgendwie eine Chance hab mich beruflich in irgendeiner Form weiterentwickeln zu können. Die Lehrlinge habens ja fast schon gut, die müssen dafür nichts bezahlen.

Ebbinghaus
01
26.11.2011, 00:45

Seh ich nicht so, denn der Trend zu den höheren Schulen ist ungebrochen und wer es sich leisten kann (Nachhilfesektor!) bleibt auch dort. Das ist halt die unbeschwertere Form des Erwachsenwerdens. Nicht so easy haben es die Jugendlichen, deren Eltern sich diesen Support nicht leisten können, die machen dann eine Lehre, bei der sie 40 Stunden die Woche engagiert sind. Was spricht dagegen, dass auch diese die Matura nachholen?

Ebbinghaus
00
26.11.2011, 00:36
Billig kriegst du einen Lehrabschluss nicht!

Eine Lehre ist genauso ein Abschluss auf Sekundarstufe II wie eine AHS-Matura, die es ja ein Jahr billiger macht als die "Fachmatura". Der Unterschied ist, dass du mit der AHS zwar keinen Überschlag rechnen kannst und keine Ahnung hast, was Zinsen, Skonti oder Mehrarbeitszuschläge sind, dass du noch nie einen Tag in der Arbeitswelt verbracht hast und dich noch nie in der Erwachsenenwelt beruflich zurecht finden musstest. Alle diese Qualifikationen, die ein Lehrling erwirbt, werden implizit angerechnet. Zur Studienreife sind dann noch 3 allgemeinbildende und eine fachbezogene Prüfung auf Maturaniveau erforderlich. Das ist nicht billig und beileibe kein Geschenk!

Cookie^^
02
26.1.2012, 14:55
aber aber....

an der AHS lernt man zwar nicht dsa Berufsleben kennen- obwohl das mit den Samstagsjobs ab 15 J. im Billa durchaus ne Option ist- dafür kennt man dann aber Präsens Präteritum Perfekt Plusquamperfekt Futur I und Futur I.
Kann dann evtl. Kugelschnitte konstruieren und die Platonischen Körper vom Tetraeder über den Pentagondodekaeder hin zum Ikosaeder erklären, erlebt eine immense Horizonterweiterung- und im IDEALFALL- entwickelt man eine Leidenschaft für eine Wissenschaft und geht dieser im Studium dann nach.
die Horizonterweiterung muss es einem halt Wert sein.

Ad Arbeitsleben: let's face it..wir haben unser LEBEN LANG Zeit das Arbeitsleben 'kennenzulernen'- ob studiert oder gelernt, WIR müssen wahrscheinlich eh alles bis 80 arbeiten^^

hcl3
00

hallo cookie
mehr als 80% der unterstufenlehrer wissen grad in geometrie nicht wovon sie gerade sprechen
die haben alle matura
gemanisten,politwissensch., biologen.......ect.haben so ca 5 jahre nach der matura nicht mehr die geringste vertiefte erinnerung an inhalte außerhalb ihrer fachgebiete

weshal ich das zu behaupten wage
20 jahre päd. fortbildungen begleitet o.organisiert

madniki
00
22.11.2011, 22:51
vor allem wenn man die qualität der berufsreifeprüfungen betrachtet

dann merkt man, was diese wert ist. deutschmaturaarbeiten, die mit 20-30 an jeder schule als schwere fehler markiert würden, werden hier noch positiv gewertet! und dann wundert man sich, wenn unserer unis einerseits überrannt werden, es darf ja jeder studieren, der seinen namen halbwegs richtig schreiben kann, und wenn gleichzeitig das niveau österreichischer bildungsabschlüsse nichts mehr wert ist.

sound and vision
00
17.11.2011, 17:48
Sie können davon ausgehen,

dass chefs sehr wohl wissen, dass etwa ein absolvent einer hak ein wenig eine 2. fremdsprache kann, dass er geschichte und geografie hatte etc.

andererseits weiß er auch, dass in einer schule ein großteil der lehrer keinerlei praxiserfahrungen (außerhalb von uni oder schule) hat, was sich in oft vollkommen realitätsfremden lerninhalten und deshalb ebensolchen fähigkeiten/sichtweisen deren schüler niederschlägt.

so hat beides sein für und wider.

Der Steiner
00
17.11.2011, 07:56

Mit der BRP, bist du dafür auf der Uni der Gelackmeierte.

mcgreen
00
2.12.2011, 19:21

und wen interessiert das auf der uni? kann doch jeden egal sein wie man sich für die uni qualifiziert hat, oder?

Der Steiner
00
2.12.2011, 20:19

Es ist jedem egal. Nur einem selber nicht, wenn man sieht, welchen Wissensvorsprung die anderen haben und wie schwer man sich tut mit dem Stoff.

hcl3
00

na dann vertiefen sie ihr wissen,
füllen sie die lücken
anstatt rumzusudern

beos
00
17.11.2011, 03:04

mal ehrlich, wenn man ein wenig Glück mit den Lehrern hatte, so war doch die gerade die Oberstufe eine geile Zeit. Sicher gemütlicher als eine Lehre... Freizeit ohne Ende usw. Das Geldargument zieht da auch nicht wirklich, mMn. Nachmittags mit Dosenbier bei Freunden oder im Park war schon nett. Kommt natürlich immer auch auf die Lehrer und vor allem den Klassenvorstand an. Und natürlich die perslönlichen Umstände.........

halt die goschn
00
16.11.2011, 19:50
Sehe ich nicht so

Viele meiner StudienkollegInnen mit Berufsreife haben mir schon mehrfach bestätigt, dass man gewissen Dinge im Studium (z.B. Englisch) selbstständig nachholen muss, um einigermaßen zurecht zu kommen. Das kann man sicher nicht verallgemeinern, aber gewisse Defizite dürfte die Berufsreife doch haben, wie mir scheint.

hcl3
00
nicht gleich verkrampfen ;-)

na und?
ich darf von studenten erwarten dass sie wissenslücken erkennen und in eigeninitiative schließen

ich habe eine htl matura wie viele freunde und bekannte
viele haben latein z.b. nachlernen müssen, sind nicht gerade fit in sachen literaturkritik in einer fremdsprache, lücken gibts auch in z.b.geschichte

aber wenn sie als ahs`ler neben mir sitzen in einer z.b chemie, elektrotechnik, chemievorlesung oder spez.math.übungen,statik,-....
haben sie im vergleich zu mir auch keinen "tau" von der materie.
oder sie haben hak und studieren an der WU klar sind sie besser vorbereitet als ein ahs`sler,HTl`ler,..

sie haben an einer hotelfachschule ihre matura gemacht? wahrscheinlich werden sie sehr flüssig in drei -vier sprachen plaudern .

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02
16.11.2011, 21:10
In der Berufsreife ist es halt komprimiert

Da sitzt man nicht monatelang in der Schule und übt Integralrechnung, da wird es im Kurs 1-2 mal erklärt und dann heißt es daheim hinsetzen und strebern...

Es wäre einem berufstätigen Menschen kaum zuzumuten, die ganze Breite die man in AHS/BHS in vielen Jahren erlernt, aufzudrücken. Man konzentriert sich auf das Wesentliche und in komprimierter Form. Allerdings sollte man nicht vergessen, eine Lehre heißt 3-4 Jahre Praxisausbildung und 6 Monate Berufsschule (oft mit ähnlichen Fächern wie in AHS/BHS wie 2. Fremdsprache, BWL usw...) und Lehrabschlussprüfung - also soweit eine der beiden Gruppen als "Gelackmeierte" zu bezeichnen, würde ich nicht gehen. Abendschule und arbeiten ist weniger lustig als Schüler in AHS/BHS, das weiß ich a. e. E.

Leserin86
05
16.11.2011, 14:32
Abendschule

Ich bin gerade dabei die Matura an einer Abendschule nachzuholen.
Hätte ich während meiner Lehrzeit die Möglichkeit gehabt so etwas in Anspruch zu nehmen, ich hätte es gemacht. So sitze ich halt während meiner 35 Stundenwoche 5 mal in der Woche in der Abendschule für ein paar Stunden und hol es so nach. Auch nicht schlecht, so brauch ich mir wenigstens keine Gedanke über meine Abendbeschäftigung machen :)

Jaguarr
01
16.11.2011, 21:08
BRP ist vor allem für Leute NACH der Lehre gedacht

Neben der Schiene "Lehre mit Matura" ist die BRP haupsächlich ein Weg für Erwachsene, die nach dem Lehrabschluss noch etwas machen wollen.
Mit der BRP ist der Weg frei, etwa von KrankenpflegerIn über die FH zum Gesundheitsmanagement. Diese StudentInnen bringen dann viel mehr auf die FH (und den späteren Beruf) mit als "normale" AHS MaturantInnen.
Oder vom Koch/KellnerIn nach einigen Jahren über die FH in einen Beruf im Gastronomiemanagement.
Ist doch gut!

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