Swiss Life verkauft weniger an reiche Privatkunden

15. November 2011, 13:22
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Zürich - Beim Lebensversicherer Swiss Life sind die Prämieneinnahmen in den ersten neun Monaten des Jahres um 13 Prozent auf 12,97 Mrd. Franken (10,49 Mrd. Euro) zurückgegangen. Grund dafür ist die schwache Entwicklung bei den ausländischen Töchtern und im Geschäft mit reichen Privatkunden.

Als einziger Bereich zulegen konnte das Schweizer Geschäft. Hier gingen die Einnahmen um 10 Prozent auf 6,89 Mrd. Franken hoch, wie am Dienstag aus dem Konzernsitz in Zürich verlautete. In Frankreich sank das Prämienvolumen dagegen um 17 Prozent auf 3,30 Mrd. Franken, in Deutschland um 19 Prozent auf 1,22 Mrd. Franken.

Der starke Franken kann dafür nur teilweise verantwortlich gemacht werden, denn auch in Lokalwährungen sanken die Einnahmen in Frankreich und Deutschland um 6 bzw. 8 Prozent. Dies habe auch mit der Fokussierung auf höhere Margen und Profitabilität zu tun, wie Konzernchef Bruno Pfister laut Medienmitteilung sagte.

Das Marktumfeld sei nach wie vor herausfordernd, erklärte Finanzchef Thomas Buess an einer Telefonkonferenz. Dem versucht Swiss Life weiter mit Kostensenkungen zu begegnen. "Wir befinden uns noch immer im Sparmodus", sagte Buess.

Die vor zwei Jahren eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung seien inzwischen fast vollständig umgesetzt. Das Programm habe das Geschäftsmodell des Konzerns widerstandsfähiger gemacht, so Buess.

Das dürfte angesichts der rückläufigen Prämieneinnahmen auch nötig sein. Im Vergleich zum Vorjahr am schwächsten entwickelte sich die Sparte "Versicherungsgeschäft international", wo die Einnahmen um 59 Prozent auf 1,67 Mrd. Franken absackten. Zum Geschäftsfeld gehört das Geschäft mit reichen Privatkunden im Ausland.

Für den starken Rückgang mitverantwortlich ist das überdurchschnittliche Ergebnis im Vorjahr. Damals hatte der Swiss Life stark von der italienischen Steueramnestie, dem Scudo, profitiert. Dieser erhöhte die Nachfrage nach sogenannten "Versicherungsmänteln", einer Mischung aus Lebensversicherung und Vermögensanlage, die Steuern spart.

Zu schaffen machen Swiss Life auch Altlasten ihrer deutschen Tochter AWD, die in Deutschland und Österreich noch immer in Rechtsfälle verwickelt ist. Für diese musste das Unternehmen zusätzliche Rückstellungen auf die Seite legen, wie Finanzchef Buess sagte.

Konkrete Zahlen nannte er keine, betonte aber, dass die Aufwendungen die Erwartungen für das Jahresergebnis von Swiss Life nicht beeinträchtigten.

Mit 574 Mio. Franken blieben die Anlagen von Swiss Life in Staatsanleihen von Euro-Krisenländern konstant. Allerdings reduzierte das Unternehmen seine Investitionen in griechische und italienische Papiere. (APA)

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