Libysche Armee muss zum ersten Mal eingreifen

15. November 2011, 13:44
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Hunderte Soldaten in Uniformen griffen bei Konflikt zwischen Milizen aus Zawiyah und dem Wershifanna-Stamm ein

Am vergangenen Wochenende kam es knapp außerhalb der libyschen Hauptstadt Tripolis zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Rebellen aus Zawiyah und dem Stamm der Wershifanna (wir berichteten). Diese Fehde hat sich ausgeweitet, wie mehrere Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Associated Press berichten. In Wershifanna wurden mehrere Häuser durch Raketenangriffe und Artilleriebeschuss zerstört. 13 Menschen kamen ums Leben.

Nun ist das Militär der Übergangsregierung eingeschritten - erstmals in dieser Funktion bzw. Bezeichnung. Hunderte Soldaten in Uniformen (beige Tarnanzügen, erstmals auch Identitätsmarken) wurden als Puffer in die umkämpfte Region geschickt. Die Milizen aus Zawiyah haben den Wershifannas vorgeworfen, mehrere ihrer Männer entführt zu haben. Zusätzlich ging es um die Kontrolle eines Militärstützpunktes. "Mitglieder der nationalen Armee haben den Stützpunkt nun unter ihre Kontrolle gebracht", sagte Abdel Hafiz Ghoga, ein Mitglied des Nationalen Übergangsrates. Ghoga zufolge sei die Fehde nun endgültig beendet.

Die von der Übergangsregierung entsandten Truppen wären nur erste Vorläufer; die offizielle Armee wird erst gebildet, wenn die neue Regierung angelobt wurde. Dies soll am kommenden Sonntag stattfinden, die Regierung soll dann sieben Monate lang in Amt und Würden sein, bis Wahlen für die Nationalversammlung stattfinden würden. Frühere Rebellen haben dann die Möglichkeit, entweder bei der Armee zu bleiben oder zurück in ihr ziviles Leben zu gehen. (flog, derStandard.at, 15.11.2011)

Nachlese bzw. eher Nachschau: Stammesfehden nach Gaddafi-Tod

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    Ein Mitglied der Zawiyah-Miliz.

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