Privatkreditvermittler fallen bei AK-Test durch

15. November 2011, 12:41
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Der Weg zum Privatkreditvermittler rentiert sich laut AK für einen normalen Kreditkunden nicht

Wien - Der Weg zum Privatkreditvermittler rentiert sich für einen normalen Kreditkunden nicht - das ist das Ergebnis eines von der Arbeiterkammer (AK) durchgeführten Tests von zehn Kreditvermittlern. Fast durchwegs werde eine Höchstprovision von fünf Prozent der Kreditsumme verlangt, ein Check der Zahlungsfähigkeit können ohnedies nicht umgangen werden.

"Sofortkredit in einer Stunde", "Niedrige Zinssätze", "Unbegrenzte Kreditvergaben", "Kredit ohne Bürgen" - so oder so ähnlich inserieren Kreditvermittler. "In der Realität sind diese Ankündigungen nichts als Luftblasen", urteilt Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Konsumentenpolitik. "In unserer Beratung suchen Konsumenten immer wieder Hilfe, weil sie Probleme mit Kreditvermittlern haben, zum Beispiel wegen überhöhter Provisionen."

Fast alle Anbieter verlangten von den Mystery-Shoppern der AK die gesetzliche Höchstgrenze bei den Provisionen - fünf Prozent der Kreditsumme. Ein Kreditvermittler wollte sogar 350 Euro Bearbeitungsgebühr dazu. Die Gebühr verteuert die Ausleihung beträchtlich, weil sie zu den Zinsen und Bearbeitungsgebühren der Kreditgeber noch dazukommt.

Flockige Werbung

Bei ihrem Test von zehn Kreditvermittlern zeigte sich, dass nicht nur auf den Homepages mit Informationen gegeizt werde, schreibt die AK. Die Werbung sei sehr flockig und suggeriere, dass Bonitätsprüfungen umschifft werden könnten, "was aber nicht der Fall ist", wie Zgubic sagt. Verbindliche Angebote kämen als Antwort auf Anfragen nur selten, was das Einholen von Vergleichsangeboten schwer mache.

Manche Kreditvermittler behaupteten, dass durch das Absenden des Antragsformulars bereits ein Vermittlungsvertag zustande komme - was falsch sei: "Ein Kreditvermittlungsvertrag ist nur rechtswirksam, wenn er schriftlich ist - ein Online-Formular entspricht dem nicht."

Die AK fordert von den Finanzdienstleistern eine bessere Information der Konsumenten und natürlich die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben (z.B. bei Vermittlungsprovision). Konsumenten sollen auch reale Beispielrechnungen in Form von schriftlichen Angeboten ausgehändigt bekommen und ein Rücktrittsrecht von einer Woche ab Unterzeichnung eines Alleinvermittlungsauftrages haben. Derzeit gibt es kein gesetzliches Rücktrittsrecht. Generell gilt für die AK: "Sind Sie in eine finanzielle Notlage geraten, reden Sie zuerst mit Ihrer Hausbank." (APA)

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