Forscher entdeckten Ur-Skorpione aus dem Perm-Zeitalter

15. November 2011, 12:32
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290 Millionen Jahre alte Funde in Chemnitz beleuchten Entwicklung der urtümlichen Spinnentiere

Chemnitz - Der Versteinerte Wald Chemnitz ist eine äußerst ergiebige Fundstelle von Pflanzen- und Tierfossilien aus dem Perm-Zeitalter. Als Glücksfall für die Wissenschaft erwies sich ein Vulkanausbruch vor 290 Millionen Jahren, der die Lebewesen genau dort konservierte, wo sie einst lebten. Nun sind Wissenschafter in fünf Metern Tiefe auf zwei vollständig erhaltene Abdrücke von Skorpionen gestoßen. Nach Angaben von Grabungsleiter Ralph Kretzschmar sind die kräftigen Scheren, der Schwanz sowie vier Beinpaare der etwa zehn Zentimeter langen Tiere gut erkennbar.

Es habe zwar schon ältere fossile Nachweise von Skorpionen gegeben, aber noch keinen einzigen aus dem Perm, erklärten die Forscher am Montag. Mit der Analyse der Funde wurden Experten der TU Bergakademie Freiberg und des Berliner Naturkundemuseums betraut. Das Chemnitzer Museum für Naturkunde will die Funde am Mittwoch gemeinsam mit einem noch heute vorkommenden Waldskorpion erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.

An der 400 Quadratmeter großen Grabungsstelle waren erst im Sommer die Abdrücke eines Ur-Sauriers entdeckt worden, zuletzt fanden die Forscher im vergangenen Monat eine gut erhaltene Baumwurzel. Chemnitz will sich um Aufnahme des Versteinerten Waldes ins Unesco-Welterbe bemühen. (red/APA)

  • Die Entwicklungsgeschichte von Skorpionen ist bisher wenig erforscht. Die Funde im Versteinerten Wald von Chemnitz leisten einen Beitrag, um Licht in den Stammbaum dieser urtümlichen Spinnentiere zu bringen.
    foto: tietz/museum für naturkunde chemnitz

    Die Entwicklungsgeschichte von Skorpionen ist bisher wenig erforscht. Die Funde im Versteinerten Wald von Chemnitz leisten einen Beitrag, um Licht in den Stammbaum dieser urtümlichen Spinnentiere zu bringen.

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