Entschädigungen in Tirol

Missbrauchsopfer: Platter will drei abgelehnte Fälle nochmals prüfen lassen

15. November 2011, 16:13

Land Tirol entschädigt doch nicht alle Opfer

Das Land Tirol entschädigt nun doch nicht alle Missbrauchsopfer, wie dies von Landeshauptmann Platter im August angekündigt worden war. Die zuständige Landesabteilung berichtete am Dienstag von 15 Fällen, die abgelehnt worden seien und bestätigte einen entsprechenden ORF-Bericht. Ihre Unterlagen hätten offenbar nicht den Kriterien der eingesetzten Kommission entsprochen, hieß es.

Von den 15 Betroffenen seien zwölf in Einrichtungen des Landes untergebracht gewesen, drei in privat geführten Heimen. Die angezeigten Taten hätten sich zwischen 1950 und 1980 ereignet. Insgesamt seien 133 Betroffene entschädigt worden. Das Land stellte dafür 1,202 Millionen Euro zur Verfügung.

Nochmals prüfen

Platter will die drei abgelehnten Fälle aus privaten Einrichtungen nochmals prüfen lassen. Dies erklärte er am Dienstag nach der Regierungssitzung. Die unabhängige Kommission habe sie nach den gleichen Kriterien bewertet, wie alle anderen Fälle. Es habe aber verschiedene Punkte gegeben, die nicht für eine Entschädigung gesprochen hätten.

Die Entscheidung sei unter anderem aufgrund der vorliegenden Polizeiprotokolle der Einvernahmen getroffen worden, erläuterte LHStv. Gschwentner. Soziallandesrat Reheis soll sich diese drei Fälle aus Privateinrichtungen "noch einmal anschauen".

Zuvor hatten Tirols Oppositionsparteien geschlossen Kritik an der Nichtberücksichtigung der drei Fällen aus Privateinrichtungen geübt. Der Landeshauptmann habe Wort zu halten und den Betroffenen die Entschädigungszahlungen zukommen zu lassen, forderte der Obmann der Liste Fritz, der größten Oppositionspartei im Tiroler Landtag, LAbg. Dinkhauser. Der Grüne Klubobmann LAbg. Willi ortete ein "gebrochenes Versprechen": "Tirol hat das Geld dafür." Scharfe Kritik an Platter kam auch von FPÖ-Landesparteiobmann, LAbg. Hauser. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 29
1 2
Leck-o-mio
01
16.11.2011, 11:19
So viel zu Herrn Platters Glaubwürdigkeit

"Drei Monate ist es her, da hatte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter den Missbrauchsopfern eine finanzielle Entschädigung versprochen. Jetzt haben Betroffene eines Kinderheimes eine Absage bekommen."

Hier seine Rede über "Garantien":
Entschädigungen bleiben in Tirol aus (01:23)
http://tvthek.orf.at/programs/... it-im-Bild

JosefGott
00
16.11.2011, 23:59

Wahrscheinlich wollte er im Gegenzug Fotos vom Tathergang.

knutrecht
05
15.11.2011, 22:14
Wen wundert es?

Mafia ÖVP

17+4
00
15.11.2011, 20:44
da rudert jemand, aber bei der Schlagzahl

wird er nicht gewinnen.

Mwanza
01
15.11.2011, 16:42
Die Kriterien,

nach denen diese "unabhängige" Kommission die Fälle beurteilt, gehören offengelegt.

Cato der Ältere1
01
15.11.2011, 16:27
..und der Tiroler Regierungssprecher darf sich wieder mal unqualifiziert zu Worte melden..

refe1
00
15.11.2011, 14:53

das soll man sich merken, für die nächsten wahlen

Ursu
04
15.11.2011, 14:50
Und die ÖVP tut was sie immer tut: Viel versprechen, nichts davon wirklich tun.

Das haben die sicher von den "blauen" gelernt.

erich1963
018
15.11.2011, 13:49
Die 15 Betroffenen haben es schwarz auf weiß,..

...dass das Land zahlt: „...dann garantiere ich hier und heute, dass das Land diese Entschädigung leistet“. So Plattner im Original.

Die Betroffenen sollten sich einen Rechtsanwalt besorgen - da gibt es sicher einen, der das aus Marketinggründen und VP-Phobie gratis macht - und diese abgegebene Garantie beim Platter direkt einklagen. Auch deshalb, damit sich diese Typen zukünftig überlegen, was sie in ihren Sonntagsreden alles versprechen.

erich1963
02
15.11.2011, 16:06
Nachtrag

Leider ist der Dr. Rudolf Wieser schon gestorben. Dem wäre es vermutlich ein "Heidenspaß" gewesen, diese Schaumschläger am Nasenring durch die Manege zu führen.

suboptimal
 
07
15.11.2011, 14:19
Lieb, wie der Rote der schwarzen Hohlnuss wieder mal beispringt:

In einer Reaktion des Landes sagte der zuständige Soziallandesrat Gerhard Reheis (SPÖ), dass Platter habe sagen wollen, dass diese Fälle geprüft würden.

mannomann, was für ein Nivea am Land!

Quasis Herr Karl
311
15.11.2011, 12:52
Was man halt so von den Schwarzen

erwarten kann. Nichts. Die Missbrauchopfer sollen wohl beichten gehen?

Rosa Stahl
00
16.11.2011, 09:44

haben halt Pech gehabt, waren eben nur Nicht-kirchlichen Heimen. Von wegen beichten....

Cmd. Ed Straker
08
15.11.2011, 12:31

Da sieht man was Versprechen und Garantien von Politikern wert sind: nichts!

tramezzino
01
15.11.2011, 14:52

das ist aber keine neuigkeit.

Mathias Steinlaus
 
01
15.11.2011, 12:36
.. und wer verspricht und garantiert heisse Luft seit 15 Jahren im Land?

Da haben wir wieder die Mitschuld der WählerInnen!

abcling
03
15.11.2011, 12:30

die betroffenen sollten gemeinsam an die öffentlichkeit und außerdem eine sammelklage gegen das land tirol einreichen

montnoirat
28
15.11.2011, 12:25
war von einem schwarz regierten

bundesland nicht anders zu erwarten..

Pele49
08
15.11.2011, 12:17
ein politker verspricht

es zeigt sich wieder, dass politker - auch in tirol - keine handschlagqualität haben. mir tun die 15 betroffenen leid. zuerst macht man ihnen hoffnung und dann schickt man sie in die wüste.

zkk
 
30
15.11.2011, 12:22
ohne "die politiker" pauschal entschuldigen zu wollen, aber im artikel steht bez. der 15 betroffenen: "Ihre Unterlagen hätten offenbar nicht den Kriterien der eingesetzten Kommission entsprochen".

liest sich für mich so, dass für eine entschädigung die 15 betroffenen zuwenig "opfer" waren. ohne zusatzinformation kann man hier kaum sagen, wer keine handschlagqualität hat oder wer die wahrheit sagt oder nicht.

aber es ist natürlich immer leichter, sofort auf "die politiker" pauschal zu schimpfen ...

Quasis Herr Karl
04
15.11.2011, 13:49
Die Betroffenen sind!! Opfer.

Aber eben nicht Opfer in Landesheimen. Platter versprach, sollten sich die Nicht-Landesheime in Tirol davonstehlen wollen-so würde die Tiroler Landesregierung in seinem Namen dafür sorgen, dass auch jene Missbrauchten nicht durch die Finger schauen müssen. Nun dürfen sie in ein dunkles A. blicken. Find ich ja echt... . Eh wissen.

zkk
 
30
15.11.2011, 13:58
regen sie sich ab und lesen sie den artikel noch einmal, bevor sie ihre övp-phopie ausleben.

"Von den 15 Betroffenen seien zwölf in Einrichtungen des Landes untergebracht gewesen, drei in privat geführten Heimen. "

also sind max. 3 nicht in landesheimen untergebracht gewesen, die anderen waren in landesheimen (einrichtungen des landes), aber eben nicht genug opfer ... falls sie mehr infos haben, geben sie diese bekannt, aus dem artikel ist nicht mehr herauszulesen. oder reicht es, sich als opfer zu bezeichnen, um von ihnen als opfer anerkannt zu werden?

ausserdem:

"Insgesamt seien 133 Betroffene entschädigt worden. Das Land stellte dafür 1,202 Millionen Euro zur Verfügung."

immerhin was, oder?

powidl
00
15.11.2011, 17:06
€ 10.000 per Betroffenen. Das entspricht etwa der monatlichen Pension eines Herrn Lichal jeweils bis zur Mitte des Monats, 14 x im Jahr!

Nur damit wir ungefähr die Relationen herstellen, wer wieviel wert ist in diesem Land.

Nichts Neues von der Anstalt
00
15.11.2011, 16:41
"Insgesamt seien 133 Betroffene entschädigt worden. Das Land stellte dafür 1,202 Millionen Euro zur Verfügung."

Ist ja schon es, für 133 verhundste Leben, nicht wahrR

sir osis of liver
 
02
15.11.2011, 15:06
ca 10000 euro für ein zerstörtes leben? ist ihnen das zu viel?

und im grunde genommen ist es scheixxegal, ob diese menschen in privaten oder landesinstitutionen gequält wurden - ich nehme doch an, dass es auch im heiligen land tirol eine stelle gibt, die private unterbringung überprüft und offenbar versagt hat.
aber hauptsach, der fettgefressene landesrat vom herrn platter wohnt in einer wohlfeilen wohnung in der innsbrucker innenstadt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 29
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.