Mit Nano-Antikörpern gegen Schlaganfall

15. November 2011, 12:03
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"Gefahrensignalen" beim Schlaganfall sollen erforscht werden

Wissenschafter der Universitätsklinik Würzburg in Deutschland sind auf der Suche nach neuen Therapieformen für Schlaganfallpatienten. Im Rahmen des europaweiten Forschungsverbunds "Nanostroke", den die Europäische Union unterstützt, wird in den kommenden drei Jahren in ganz Europa die Forschungsarbeit intensiviert.

"Die Grundidee hinter Nanostroke ist die Beobachtung, dass die Entzündungsreaktion, die um die Schlaganfallzone herum entsteht, zu einer Vergrößerung des geschädigten Hirnareals und damit zu einer Verschlimmerung der Symptome führen kann", erklärt Christoph Kleinschnitz, Leiter der Schlaganfallstation an der Neurologischen Klinik der Universität Würzburg in einer Aussendung. Mit ihrer Arbeit wollen die Wissenschaftler dazu beitragen, dass diese Folgen zukünftig verhindert werden können.

Gefahrensignale verschlimmern Folgen

In dem europäischen Projekt wollen sie speziell die Rolle von sogenannten "Gefahrensignalen" beim Schlaganfall erforschen und die Möglichkeit überprüfen, diese Signale durch sogenannte Nano-Antikörper zu blockieren. "Es handelt sich dabei um Moleküle, die aus Zellen austreten, wenn diese sterben, und die ihre Umgebung über die drohende Gefahr informieren", sagt Kleinschnitz. Die so informierte Umgebung reagiert dann mit einer Entzündungsreaktion, die im Falle eines Schlaganfalls das ohnehin schon schwer angegriffene Gehirn weiter schädigt.

Vorarbeiten aus Hamburg zeigen, dass Nano-Antikörper diese Signale prinzipiell blockieren können. Bei diesen Antikörpern handelt es sich um kleinste Teile normaler Antikörper, die mehrere günstige Eigenschaften besitzen wie zum Beispiel geringe Nebenwirkungen, gute Steuerbarkeit und hohe Zielgenauigkeit. "Der Einsatz von Nano-Antikörpern wird derzeit bei verschiedenen Krankheiten getestet. Im Schlaganfall könnten sie zu einer erheblichen Eingrenzung des entstehenden Schadens am Gehirn beitragen", so Kleinschnitz. (red, derStandard.at)

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