Keine Voranmeldung

Inskriptionsfrist endet bereits im September

15. November 2011, 11:58

In "begründeten Ausnahmefällen" soll Studien-Einschreibung aber weiterhin bis Ende November möglich sein - Verpflichtende Studienberatung fällt

Als "Flop des Jahres" hat die Österreichische Hochschülerschaft die Voranmeldung für ein Studium, wie es sie dieses Jahr im Sommer gegeben hat, bezeichnet. Bis 31. August musste man sich im Internet für ein Studium voranmelden. Die erhoffte Planungssicherheit war aber nicht gegeben, weil sich Studierenden für mehrere Fächer an unterschiedlichen Unis angemeldet haben. Die Voranmeldung war damit defacto umsonst.

Nun hat sich Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle ("Aus Fehlern muss man lernern") gemeinsam mit der Universitätenkonferenz und der ÖH auf ein neues Modell geeinigt. Der Koalitionspartner SPÖ ist noch nicht mit an Bord.

Inskriptionsfrist vorverlegt

Das Modell sieht vor, dass sich künftige Studierende bereits bis 5. September (im Sommersemester bis 5. Februar) inskribieren müssen. Nur in "begründeten Ausnahmefällen" soll eine Einschreibung bis zur Nachfrist Ende November möglich sein.

"Die Voranmeldung und Inskription wird zusammengelegt, daraus wird ein Verwaltungsakt gemacht", begründete Töchterle die Entscheidung neben der besseren Planungssicherheit auch mit dem geringeren bürokratischen Aufwand.

Gleichzeitig wird die Studienberatung verstärkt und ausgebaut, die Verpflichtung zu einer Studienberatung - das war ursprünglich vorgesehen - wird aber fallen.
Derzeit wählen rund 50 Prozent der Studienbeginner rund zehn Prozent der Fächer. „Das zeigt, dass die angehenden Studierenden zu wenig über die breite Palette an Studienmöglichkeiten informiert sind", so Töchterle. 

Universitätenkonferenz für Termin im August

Margret Friedrich, Vizerektorin der Universität Innsbruck, wies darauf hin, dass die Universitäten möglichst früh Bescheid wissen müssen, „mit wievielen Studierenden wir zu rechnen haben."

"Wir hätten uns einen Termin im August gewünscht", gab sie zu. Aber: "Ein Kompromiss ist ein Kompromiss." Sie hofft, dass sich der allergrößte Teil bis Anfang September inskribiert und betonte: "Ausnahmefälle sind klar definiert, es wird keine Einzelfallentscheidungen geben." 90 Prozent sollen ihrer Ansicht nach bis Anfang September für das Studium eingeschrieben sein.

Spätere Frist für Auslandzivis

Ausnahmeregelungen soll es etwa für Personen geben, die Zivildienst oder Freiwilligendienst im Ausland leisten und sich deshalb nicht zeitgerecht an einer Uni einschreiben können. Auch Personen, die beruflich verhindert oder krank sind, sollen die Möglichkeit haben, sich bis spätestens Ende November zu inskribieren.

Auch Janine Wulz, Vorsitzende der ÖH, zeigte sich mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden. Sie zeigte Verständinis dafür, dass die Universitäten gewisse Vorlaufzeiten brauchen: "Ein sicheres Lehrangebot ist gut für die Studierenden." Gleichzeitig sagte sie: "Es soll keinen Studenten geben, der aufgrund der vorverlegten Inskriptionsfrist nicht studieren darf."

Mehr Beratung

In den Ausbau der Studienberatung investiert das Wissenschaftsministerium insgesamt 1,25 Millionen Euro. Das Programm "Studienchecker" wird erweitert: Schüler und Schülerinnen der 7./8. Klasse der AHS und der 4./5. Klasse der BHS werden dabei unterstützt, die richtige Berufswahl zu treffen.

Zudem wird die Maturanten-Betreuung der ÖH ausgebaut und auch das Projekt "Studieren probieren" erhält mehr finanzielle Mittel. Bei letzterem geht es darum, dass Maturanten durch begleitete Vorlesungsbesuche einen Einblick in das Studium bekommen.

Am 1. Dezember wird zusätzlich die Website www.studienwahl.at einem Relaunch unterzogen. Auch die Studienberatung für Präsenzdiener durch das Bundesheer soll verbessert werden. (rwh, derStandard.at, 15.11.2011)

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Posting 1 bis 25 von 75
1 2
Heavyweather
00
16.11.2011, 21:54

Einfach überall inskribieren wenn man noch nicht weiß was man studieren möchte...bzw. wenn die Aufnahmeprüfungen der Kunsthochschulen zu spät angesetzt sind...

Angelika70
12
16.11.2011, 12:44

Wenn man also erst im September maturiert, dann kann man zwar als Ausnahme gerade noch inskribieren.

Aber sie werden jetzt natürlich die verpflichtende Anmeldung auf begrenzte Seminarplätze, die schon seit Jahren zB verlost werden, vorverlegen und so den Studienbeginn verunmöglichen.

Da die STEPS mW nur im Wintersemester beginnen, kann der Student erst ein Jahr nach der Matura beginnen, mit allen finanziellen Folgen, die dies nach sich zieht.

Paul Muad'Dib
 
00
16.11.2011, 16:16

genau - die steop startet immer am beginn des studienjahres und die steops im SS haben voraussetzungen aus dem WS

Tastafariahs fliegendes Zehnfingermonster
01
16.11.2011, 11:01

Ein Freund hatte gerade maturiert und war zum Präsenzdienst angetreten. Nach zwei Wochen wurde er für untauglich befunden und auf Grund eines schlappen Beines entlassen.

Für so einen Fall braucht man nun eine Extrasondergenehmigung wenn man kein semester oder gar die kinderbeihilfe verlieren will.

zzz...

Es gibt wahrscheinlich zig tausend andere Szenarien, in denen man sich einfach etwas später anmelden möchte.

Was ist, wenn man anfang september aus dem Koma erwacht?
Oder, wenn man was geerbt, oder von einer Versicherung bekommen hat, daß ein Studium ermöglichen würde.
Was ist, wenn man sich im november in der fh doch nicht so wohl gefühlt hatte wie im oktober noch gedacht?

Fragen über Fragen...

Paul Muad'Dib
 
12
16.11.2011, 09:01
ein absoluter holler..

als ob man - abgesehn von der raumplanung (hörsäle) - noch viel ändern könnte zu diesem zeitpunkt.
die planung des studienjahres ist ja schon in den größten zügen abgeschlossen daher ist es vollkommen egal ob's da nun eine deadline im september, im august oder im juli gibt. desweiteren werden dann die LV anmeldungen wohl auch noch weiter vorgezogen was es für diejenigen, die ihre matura im herbst machen in diesem semester nahezu unmöglich macht, zugangsbeschränkte LVs o.ä. zu besuchen

obibiber
01
16.11.2011, 08:18

macht's nur weiter mit kleinen veränderungen, die zwar für einzelne relevant sind, aber over all nichts am zustand der unis ändern, die immer mehr zu ausbildungs-zentren und zucht-betrieben im sinne von wirtschafts-unternehmen werden.
die WKO hat vor ein paar monaten eine wunschliste herausgegeben, wie ausbildung aussehen soll; das aktuelle ausbildungs-monstrum war von deren ideal-vorstellung so weit nicht mehr entfernt.

Plepe
 
00
16.11.2011, 06:27
Noch was positives ...

Ich find das gar nicht so schlecht, aus verschiedenen Gründen.

Unter Andere, werden dann gottseidank bei den ÖH-Wahlen keine Studierenden mehr abgewiesen können, weil sie sich erst nach dem Stichtag (der meist über einen Monat vor Ende der Inskriptionsfrist war) inskribiert hatten. Das war bei den letzten Wahlen sehr nervig und unangenehm.

Das war übrigens erst seit 2001, der Einführung der Studiengebühren so, weil vorher hat die Inskriptionsfrist mit Ende Oktober bzw. Februar geendet. 2001 wurde ein Monat mit 10% höherer Gebühr darangehängt. Vorher war auch der Stichtag erst nach Inskriptionsfrist.

Skunk.

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
00
16.11.2011, 11:15

Besser gleich nicht studieren dürfen statt nur bei der ÖH-Wahl nicht wählen dürfen.

In welcher verdrehten Welt ist das logisch?

litswd
01
16.11.2011, 08:24
ne frage:

was ist, wenn jmd. beim ersten mal die matura nicht schafft, und diese erst beim herbsttermin abschließen kan? steht der dann ein semester?

Dr. Ewald Hinterfotzig
20
16.11.2011, 13:18

Selber Schuld?

R. Lexer
00
16.11.2011, 08:56

An sich sollte man auch schon vorher inskribieren können und dann das Zeugnis nachreichen.

FS4: The science channel
12
16.11.2011, 08:51

Das wird wahrscheinlich eine der "begründeten Ausnahmen" sein. Wird im Endeffekt auch nicht irrsinnig viele Personen betreffen (eigentlich nur Frauen, untaugliche Männer und unter Umständen Zivildiener, die noch keinen Zivildienstplatz bekommen haben – naja und Durchfallen müssen sie eben auch noch), womit ausreichend Planungssicherheit gegeben ist.

com.spam
00
16.11.2011, 05:46
begleitete Vorleseungsbesuche

danke, das durfte ich einmal miterleben.

Lauter Schüler in einem Saal deren einzige Frage war: "Könn ma endlich heimgehen?" .... der Vortragende hat es einem ja auch verdammt einfach gemacht.

erkelteter tiger
02
16.11.2011, 05:11

was ich mich frag, wie war denn heuer die planung, als töchterls planwahnsinn zu absurden falschen zahlen führte,

stehen die unis noch, laufen die vorlesungen?

in wirklichkeit ändert sich nicht viel, und mit den änderungen kann man umgehen

grundsätzlich sollte zwar jeder am 5. sept wissen was er wo studieren will,
aber was dadurch für probleme gelöst werden ist mir nicht klar

Chemist88
02
16.11.2011, 00:31
letztes Jahr

konnte man noch schnell das Studium wechseln wenn man bemerkt, dass es doch nicht das richtige ist. In Zukunft verlieren diese Leute dann ein halbes Jahr....

Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
02
16.11.2011, 11:16

Oder wenn das andere Studium eins ist, das nur im WS anfängt ein volles Jahr.

Seadelaere
00
15.11.2011, 22:05

tjo dann werden sich viele nicht nur bei mehreren UNIs voranmelden sondern gleich bei mehreren anmelden.
schaut dann auf dem Papier natürlich besser aus. aber im Hörsaal wird sich nicht viel ändern.

O5
00
15.11.2011, 22:02

Es ist sowieso relativ wurscht für die "Planungssicherheit" ob es jetzt 700 oder 800 Studienanfänger gibt. Viel wichtiger ist wieviele von den bereits existierenden Studierenden weitermachen werden, und zwar ob Vollzeit oder Teilzeit, usw.

dermitdemziel
01
15.11.2011, 21:59

Bin immerhin positiv überrascht, dass an die Auslandsdiener gedacht wurde.

Christian Mathias Sand
 
02
15.11.2011, 23:32

Ich gehe schwer davon aus, dass die ÖH darauf hingewiesen ist. Man kann über die dort agierenden Leute sagen was man will, aber studentische Mitbestimmung hat noch jedes Mal geholfen, zumindest den gröbsten unpraktikablen Unsinn abzumildern, schon weil Studierende meist die einzigen sind, die einen groben Überblick über die Gesamtsituation in der Realität haben.

Christian Mathias Sand
 
06
15.11.2011, 19:19
Wunderbar österreichische Lösung

Diese angedachte Regelung ist ja noch vertrottelter als der Unsinn, der derzeit für Chaos sorgt. Eine wunderbar österreichische Lösung, die einen Haufen Verwaltungsaufwand bringt, allgemeine Verwirrung stiftet, dabei aber niemandem hilft.

An größeren Instituten beginnt die Lehrplanung kurz nach Beginn des Vorsemesters und ist für das Wintersemester bis Juni fertig. Alles danach sind Detailkorrekturen, für die Planungssicherheit ist es relativ egal, ob man im September oder im Oktober nachbessert. Wo kein Geld da ist, hat der Kaiser ohnehin sein Recht verloren und kann kaum zusätzliche Lehrveranstaltungen aus dem Hut zaubern.

Insgesamt ein organisierter Regelverstoß zur möglichst ineffizienten und teuren Nichtbehebung des Problems.

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00
15.11.2011, 22:20

Nun ja, ganz so sehe ich das nicht.

Die Lehrplanung erfolgt schon im Vorsemester (und muss auch in diesem genehmigt werden), da gebe ich schon recht.

Aber es ist oft noch möglich, Zusatzkurse kurzfristig zu organisieren (man braucht ja nicht nur Geld dazu, sondern auch Lehrende). In Zukunft hat man einen Monat Zeit, was schon besser ist als zwei Wochen.

Auch die Hörsäle können besser den zu erwartenden Gruppengrößen zugteilt werden (zumindest bedingt, wenn es keinen Rückstau aus dem Vorjahr gibt).

Das Chaos, das früher da war, hieß übrigens Voranmeldung, und die war wirlich eine Farce. Insgesamt sehe ich durch die Neuregelung weit mehr Vorteile als Nachteile (zur Situtation heuer).

Christian Mathias Sand
 
00
15.11.2011, 23:27
Ja, aber:

1) Das Hauptproblem der Lehrplanung ist durch die STEOP ohnehin nicht das erste Semester, zumindest nicht in den meisten Massenstudien. Frühere Frist für die Fortsetzung ist auch sinnlos, weil man dann erst wieder nicht weiß, welche Kurse belegt werden.

2) Parallelkurse können aber nur dann sinnvoll eingerichtet werden, wenn halbwegs endgültige Anmeldezahlen feststehen (und selbst dann kann man ja nicht einfach von leeren Stundenplänen ausgehen, die zentral zu befüllen wären). Die Anmeldephase kann aber nicht ohne Kollateralschäden einen Monat vorverlegt werden.

3) Hörsäle sind an den großen Universitäten sowieso Mangelware, da ist es auch schon egal, wann die Vergabe erfolgt.

Aber natürlich, immer noch besser als die Voranmeldung.

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00
16.11.2011, 12:06

Da gebe ich Ihnen großteils recht. Soweit ich mitbekommen habe, war die frühere Frist für Erstzulassungen eine Forderung von Unis und Ministerium. Da es Ausnahmen gibt (zB Nachzipf bei Matura), sehe ich aus studentischer Sicht da keine größeren Probleme, was man dagegen haben sollte (die riesigen Vorteile sehe ich, ähnlich wie Sie, allerdings auch nicht).

Aber das Paket umfasst ja mehrere Punkte:
- Voranmeldung ist weg
- Zulassung zu Master sollen einfacher werden
- Dokotratszulassungen sollen einfacher möglich werden
- Studienberatung soll ausgebaut werden

Die großen Probleme der Unis werden damit sicherlich nicht gelöst, aber immerhin mal eine (kleine) Reform, die als positiv anzusehen ist

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05
15.11.2011, 18:46
Schlechter Artikel

Da es im Artikel nicht rüber kommt:

Die verkürzte Inskriptionsfrist (5. September bzw. 5. Feber) gilt nur für die Erstzulassung zu einem Bachelor- oder Diplomstudium. Bei einem Umstieg auf den Master gelten nach wie vor die alten Fristen (Nachfrist bis 30. November bzw. 30. April).

Es gibt Ausnahmeregelungen, zB wenn man die Matura erst nach dem 31. August ablegt, kann man sich (wie bisher) auch bis 30. November erstanmelden.

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