"Nehmen gestrandete ÖBB-Passagiere gratis mit"

Chat | 16. November 2011, 13:07

Westbahn-Chef Wehinger spricht im Chat über Pünktlichkeit, Ticketpreise und die Raucherinsel in seinen Zügen

Die Westbahn will pünktlicher sein als die ÖBB. Das verspricht der Chef, Stefan Wehinger, der neuen Bahn-Konkurrenz im derStandard.at-Chat. Auch mit weiteren Versprechen geizt er nicht: "Ich kann Ihnen und allen Kunden versprechen, dass wir stets zum halben Preis der 2. Klasse der ÖBB anbieten werden und dies kein Eröffnungsangebot ist." Alles will er aber noch nicht verraten, ein paar "Schmankerl" bei den Ticketpreisen habe Wehinger noch in petto.



Fürs erste fährt die Westbahn nur zwischen Salzburg und Wien. Dass eine Verspätung eines ÖBB-Zuges sich auf die eigene Pünktlichkeit auswirken werde, glaubt Wehinger nicht. Die Weststrecke sei zwei- und viergleisig ausgebaut, man müsste aneinander vorbeifahren können. Und falls nicht, "nehmen wir alle gestrandeten ÖBB-Passagiere gratis mit der Westbahn mit", verspricht Wehinger. Wehinger zeigt sich im Chat durchaus bereit, auch über andere Strecken nachzudenken. Für ihn ist es an der Zeit, dass Österreich beginnt, Strecken auszuschreiben. Für Salzburg-Wien gebe es keinerlei staatliche Subventionen, auch nicht für die ÖBB. Andere Strecken würden jedoch stark subventioniert werden – diese würde die Westbahn durchaus auch bedienen wollen, wenn sie eben dieselbe staatliche Unterstützung dafür erhält.

Aber das ist alles Zukunftsmusik. Für Wehinger geht es jetzt einmal um den 11. Dezember, dem Tag an dem die erste Westbahn-Garnitur sich auf die Schienen macht. "Wir müssen zuerst beweisen, dass wir das, was wir auf der Westbahn unseren Kunden versprochen haben, auch abliefern." Erst dann werde man sich über weitere Linien Gedanken machen.

Für besonderen Unmut der User und Userinnen sorgte eine Aussendung, dass man in den Zügen der Westbahn auch rauchen dürfe. Wehinger ist sich sicher, man habe mit der "Raucherinsel die ideale technische Lösung gefunden". Es gebe sowohl eine eigene Klimaanlage, als auch eine Be- und Entlüftung sowie einen geringen Unterdruck, "so dass beim Öffnen der Doppeltüren die Luft nach innen gesogen wird". Auch die Kontrolleure sollten im Idealfall nicht mit dem blauen Dunst in Berührung kommen: Die "Raucherinsel" sei laut Wehinger verglast, der Fahrschein also auch ohne Betreten sichtbar. (rom, derStandard.at, 16.11.2011)
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