Schuldenbremse

Opposition gibt Zustimmung nicht umsonst her

15. November 2011, 11:06

FPÖ und BZÖ stellen Forderungen auf - Auch Grüne verweigern Verhandlungsgespräche nicht grundsätzlich

Wien - Um die geplante Schuldenbremse zu beschließen, braucht die Regierung die Zustimmung mindestens einer Oppositionspartei. FPÖ und BZÖ bewerten diese Maßnahme zwar grundsätzlich positiv, sie stellen aber für ihre Zustimmung Forderungen auf. Auch die Grünen lehnen Verhandlungen nicht grundsätzlich ab, obwohl sie eine Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung für nicht sinnvoll halten.

Die FPÖ beurteilt eine Schuldenbremse grundsätzlich positiv, sagte Budgetsprecher Alois Gradauer im Gespräch mit der APA am Dienstag. Die Freiheitlichen können sich daher auch vorstellen, mit der Regierung mitzugehen. Allerdings nennen sie Bedingungen dafür. Konkret sollen keine Gelder mehr in den europäischen Rettungsschirm gepumpt, sondern zum Abbau der staatseigenen Schulden verwendet werden. Und wenn Österreich schon in den Rettungsschirm zahle, solle das Volk darüber befragt werden, sagte Gradauer.

Grüne gegen verfassungsmäßige Verankerung

Grünen-Budgetsprecher Werner Kogler bekräftigte einmal mehr, dass eine verfassungsmäßige Verankerung keinen Sinn mache. Viel wichtiger sei es, dass die Länder nach dem Beispiel des Bundes auch einen vierjährigen Finanzrahmen einführen. Die Grünen kritisieren außerdem, dass die Regierung keinerlei Angaben darüber mache, in welchem Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen der Schuldenabbau passieren solle. Kogler bezeichnete die Regierung daher grundsätzlich als orientierungs-, haltungs- und hilflos. Man werde sich aber Gesprächen natürlich nicht verweigern.

Auch das BZÖ ist gesprächsbereit. Man werde natürlich verhandeln, weil man ja selbst eine Schuldenbremse gefordert habe, sagte Parteichef Josef Bucher zur APA. Zu inhaltlichen Details konnte er sich noch nicht äußern, weil er von der Regierung noch keinen Entwurf bekommen hatte. Es sei aber völlig klar, dass die Schuldenbremse schon 2013 und teils auch 2012 wirksam werden müsse und nicht erst nach der nächsten Wahl, wie das die Regierung offenbar plane. Denn je später man mit dem Schuldenabbau beginne, desto tragischer werden die Konsequenzen, so Bucher. Die Orangen fordern zudem, dass die Schuldenbremse Sanktionen bei einer Nichterfüllung der Vorgaben vorsieht. (APA)

 

Robert Cvrkal
 
00
15.11.2011, 21:30

Bin gespannt, ob die Oppositionsparteien auf die Idee kommen, ihre Zustimmung gegen echte Bürgermitbestimmung einzutauschen, womit das Volk jederzeit als kollektiver Korrekturmechanismus nach Schweizer Vorbild in die Schranken weisen könnte.

Im Falle eines vom Volke initierten rechtlich verbindlichen Volksentscheides hätten wir schon längst die schublatisierte Verwaltungs-, Pensions- oder Spitalsreform umgesetzt und unser Triple-A-Rating wäre überhaupt nicht gefährdet.

Aguirre74
 
11
15.11.2011, 11:28

Mit den freiheitlichen ist einfach kein Staat zu machen. Es soll etwas kommen, das sie selbst gefordert haben und jetzt machen sie weitere Forderungen geltend? Einmal möcht ich erleben, dass eine Partei etwas unterstützt weil es einfach nur GUT und SINNVOLL ist.

VI SHU
01
15.11.2011, 12:18
bin sicher kein fpö-verteidiger, gewiss nicht, ABER

wenn es NIX KONKRETES gibt, dann ist es absolut unverantwortlich da ja & amen dazu zu sagen.

"gut&sinnvoll" KANN diese idee sein, je nach umsetzung kann dies aber auch gewaltig nach hinten los gehen.

insofern ist eine sofortige zusage, egal von wem, völlig verantwortungslos. das mal grundsätzlich.

umso besser daher, dass die blauen wie eh immer um 180° schwanken. oposition als programm eben, nix neues.

das noch bessere daran ist, dass ev. selbst der eine od. andere strache jünger begreift, wie peinlich diese "partei" ist. möchte sehen, wie der liebe HC "den österreichern helfen" will und GLEICHZEITIG sparen zur obersten partei-maxime erhebt! freu mich schon drauf!

doch nix mit BK 2013 hehe!!!

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