Bei Atrium geht es wieder aufwärts

15. November 2011, 15:18
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Dividende wird 2012 angehoben, Klagsrisiken leicht auf 7,7 Millionen Euro gestiegen

Jersey/Wien - Die börsenotierte Immobilien-Investmentgesellschaft Atrium European Real Estate (früher Meinl European Land - MEL) hat in den ersten neun Monaten 2011 ihren Gewinn gesteigert. Der Gewinn vor Steuern erhöhte sich zum Vorjahr um 39 Prozent auf 167,2 Mio. (120,3 Mio.), nach Steuern stieg der Gewinn auf 142,9 (107,3) Mio. an. Das Ergebnis je Aktie liegt nach drei Quartalen bei 0,37 (0,27) Euro, teilte die in Jersey ansässige Gesellschaft Dienstag früh in einem Zwischenbericht mit.

Die Brutto-Mieteinnahmen erhöhten sich um 12,9 Prozent auf 126,3 Mio. Euro, die Netto-Mieteinnahmen stiegen um 14,8 Prozent auf 115,1 (100,2) Mio. Euro. Die operative Marge stieg auf 91,1 (89,6) Prozent. Das EBITDA ausgenommen Bewertung erhöhte sich um 50,2 Prozent auf 114 Mio. Euro, laut Aussendung als Ergebnis der einmaligen Gewinne aus Liegenschaftsverkäufen sowie des Vertragsabschlusses mit Multi Development.

Im Geschäftsjahr wurde bisher eine Dividende von von jeweils 0,035 Euro pro Aktie drei Mal ausgeschüttet, und zwar jeweils zum Quartalsende. Am 14. Oktober wurde vom Board eine Erhöhung der Dividende von 0,14 auf 0,17 Euro genehmigt, die Ausschüttung beginnt im 1. Quartal 2012.

Atrium-Chefin Rachel Lavine sieht im Verlauf des Jahres 2011 "gute Fortschritte", um das Ziel der Gesellschaft, marktführender Eigner von um Supermärkte angelegten Einkaufszentren in Zentral- und Osteuropa zu werden, zu erreichen. So sei das Portfolio durch den Erwerb zweier Einkaufszentren in Prag und Warschau gestärkt worden, das bestehende Portfolio durch Asset Management Initiativen verbessert und eine Steigerung der Unternehmensbewertung verzeichnet worden. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit um die wirtschaftlichen Aussichten in der Eurozone werde aber weiterhin eine sorgfältige und besonnene Vorgehensweise praktiziert.

Klagsrisiken leicht gestiegen

Atrium geht in ihrem veröffentlichtem Zwischenbericht zum dritten Quartal auch auf die Klagsrisiken ein, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist. Per Ende September 2011 sei der Wert dieser Forderungen und Verfahren, an denen Atrium beteiligt ist, geringer als 7,7 Mio. Euro - wofür keine Rückstellung gebildet wurde, so das Unternehmen. Per Ende Juni lag dieser Wert laut dem Halbjahres-Zwischenbericht noch bei 7 Mio. Euro, er ist also leicht gestiegen.

Derzeit sei ein Strafverfahren gegen Julius Meinl und andere vor dem Strafgericht in Wien anhängig, das sich auf Ereignisse des Jahres 2007 und davor beziehe. Eine Anwaltskanzlei, die verschiedene Investoren von Atrium, die zu dieser Zeit investiert hatten, vertritt, wirft Atrium in diesem Zusammenhang diverse Fälle von Betrug, Vertrauensbruch und Verstöße gegen das Aktiengesetz und Kapitalmarktgesetz vor. Die Staatsanwaltschaft hat gegen Atrium ein Strafverfahren auf Grundlage des Österreichischen Unternehmensstrafgesetzes eingeleitet. "Die Geschäftsführung von Atrium ist der Meinung, dass die Übernahme einer Haftung seitens Atrium unter den Umständen unangemessen wäre", daher werde man das Verfahren anfechten, heißt es. (APA)

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