Faserhersteller Lenzing spinnt gutes Ergebnis

15. November 2011, 13:16
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Der oberösterreichische Faserhersteller hat in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert

Wien - Der börsenotierte Faserhersteller Lenzing gibt sich trotz Preisrückgängen bei Viskosefasern in den vergangenen Monaten für das Gesamtjahr 2011 ungebrochen optimistisch, will aber "keine belastbaren Prognosen für die Entwicklung des globalen Fasermarktes" machen. Der konsolidierte Konzernumsatz stieg in den ersten neun Monaten um 23,9 Prozent auf 1,592 (1,285) Mrd. Euro.

Der Periodengewinn legte um 77,5 Prozent von 122,8 Mio. Euro auf 217,9 Mio. Euro zu, teilte das oberösterreichische Unternehmen am Dienstag mit. Der Gewinn pro Aktie erreichte in den ersten drei Quartalen 8,09 Euro. Zum Vergleich: Das in Wien gehandelte Papier notierte am Dienstag bei 72,10 Euro. 25 Prozent des Konzernergebnisses sollen auch diesmal ausgeschüttet werden. Für das Gesamtjahr 2011 erwartet Lenzing unverändert einen Umsatz von 2,1 bis 2,2 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 470 Mio. Euro bis 500 Mio. Euro.

Die Faser-Produktionskapazitäten seien aktuell voll ausgelastet. Zwar habe der Preis für die Viscose-Standardfasern nachgegeben, die preisstabilen Spezialprodukte (Modal, Tencel, Anm.) hätten aber mit 38 Prozent einen besonders hohen Anteil am Output erreicht, erläuterte Lenzing-Vorstandsvorsitzender Peter Untersperger vor Journalisten. Der Umsatzanstieg im Jahr 2011 sei neben anderen Faktoren zu 3,5 Prozentpunkten auf höhere Mengen und zu 13,6 Prozentpunkten auf höhere Preise zurückzuführen.

In China werde aktuell zwar ein restriktiverer geldpolitischer Kurs gefahren, der "tougher" sei als üblich - an drastische Auswirkungen glaube er aber nicht, meinte Untersperger. Bisher verspüre man in China und Indien eine ungebrochen hohe Nachfrage. Das Unternehmen macht aktuell 55 Prozent seines Umsatzes in Asien. Speziell zu Europa fielen die Aussagen des Lenzing-Managers aber zurückhaltender aus. Die Schuldenbremsen hält Untersperger für konjunkturgefährlich. Beispielsweise in Österreich stelle sich aber die Frage, ob sie auch so kämen wie angekündigt.

Man werde das Investitionsprogramm aber nicht verzögern oder gar zurückfahren:"Wir fahren volle Kraft voraus. Bei einer solchen Bilanz kann man eigentlich nur wachsen", sagte Untersperger. Die Lenzing verfügt derzeit über einen Nettoverschuldungsgrad von 15 Prozent, eine Eigenkapitalquote von 44 Prozent und erzielt in ihrem Kerngeschäft Fasern eine Gewinnmarge (EBITDA) von zuletzt 24 Prozent. Lenzing ist überzeugt, "dass die Nachfrage nach Man-made Cellulosefasern einem langfristigen Trend folgend weiter kontinuierlich steigen wird".

Bis 2015 will Lenzing durch seine Investitionen seine Produktion von derzeit etwas über 700.000 Tonnen auf 1,2 Millionen Tonnen Fasern steigern (Kapazität). Im chinesischen Nanjing ist im Rahmen einer zweiten Ausbauphase soeben eine neue Linie in Betrieb genommen worden, die Auslastung soll nach nur zwei Monaten bei bereits 90 Prozent liegen. Auch im indonesischen Werk laufe der Kapazitätsausbau plangemäß.

Im oberösterreichischen Lenzing wird wie geplant eine Tencel-Anlage mit einer Jahreskapazität von rund 60.000 Tonnen errichtet, allein wegen eines Genehmigungsverfahrens verschoben sich für heuer geplante Investitionen aber auf nächstes Jahr. Aus diesem Grund werde die Konzern- Investitionsquote heuer 10 statt wie geplant 15 Prozent vom Unsatz betragen. (APA)

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