Aktivisten: Mehr als 70 Tote bei neuer Gewalt

15. November 2011, 15:21
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Zivilisten und Soldaten bei Kämpfen am Montag getötet - Opposition fordert mehr Druck von Russland

Nikosia - Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen regierungskritischen Demonstranten und Sicherheitskräften sind in Syrien nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten am Montag mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern handle es sich um 27 Zivilisten, 34 Soldaten und zwölf mutmaßliche Deserteure, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag in London mit. Die meisten Menschen kamen demnach in der südsyrischen Oppositionshochburg Daraa ums Leben. Der Montag war damit offenbar einer der blutigsten Tage seit dem Beginn der Proteste in dem Land.

Am Wochenende hatte die Arabische Liga einen vorläufigen Ausschluss des Landes aus ihren Reihen beschlossen, sollte Staatschef Bashar al-Assad nicht bis zu einer für Mittwoch geplanten Sondersitzung Zugeständnisse zur Beendigung der Gewalt gegen Zivilisten in seinem Land machen. Am Montag verschärften zudem die Außenminister der Europäischen Union die Sanktionen gegen Damaskus. Seit dem Beginn der Proteste gegen Assads Führung Mitte März wurden in Syrien nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 3.500 Menschen getötet.

Opposition fordert mehr Druck von Russland

Der oppositionelle syrische Übergangsrat hat von Russland eine härtere Gangart gegenüber dem Regime von Präsident Bashar al-Assad gefordert. Russland müsse sich dem internationalen Druck auf den umstrittenen Staatschef anschließen, sagte der Ratsvorsitzende Burhan Ghalioun am Dienstag nach einem Treffen mit Russlands Vize-Außenminister Michail Bogdanow in Moskau.

Assads Rücktritt sei unumgänglich für einen Dialog zwischen der Führung in Damaskus und der Opposition, sagte Ghalioun. Der Übergangsrat strebe keine militärische Hilfe von außen an. Ghalioun schloss aber auch eine Entwicklung wie in Libyen nicht aus.

Bogdanow lehnte den Appell indirekt ab. Ein schärferes Vorgehen gegen Damaskus sei nicht nötig, sagte der Vize-Außenminister nach Angaben der Agentur Interfax. Noch sei genügend Raum für Reformen und Verhandlungen. Moskau fordere dazu auch von der syrischen Opposition ein klares Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit. Russland sieht Syrien, wo das Riesenreich eine Militärbasis unterhält, als Verbündeten. (APA/AFP)

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    Proteste in der Stadt Adlb.

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