Ex-Regierungschefin Timoschenko weiter verhandlungsfähig

14. November 2011, 21:26
posten

Weder Klinikaufenthalt noch medikamentöse Behandlung notwendig

Kiew - Die wegen angeblichen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ist nach Meinung von Medizinern für einen weiteren Prozess wegen Steuerbetrugs verhandlungsfähig. Die stellvertretende Gesundheitsministerin Raissa Moisejenko sagte in Kiew, dass ein Team erstklassiger Ärzte die Inhaftierte untersucht habe. Demnach sei weder ein Klinikaufenthalt noch eine Behandlung mit Medikamenten erforderlich, sagte Moisejenko nach Medienberichten vom Montag.

Die Anwälte der Oppositionsführerin hatten von einem zunehmend schlechteren Gesundheitszustand Timoschenkos gesprochen. Die EU und die USA halten den Strafprozess gegen Timoschenko für politisch motiviert. Timoschenko wirft ihrem Rivalen, Präsident Viktor Janukowitsch vor, die Opposition im Land kaltstellen zu wollen.

Nach ihrer international kritisierten Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs als Regierungschefin 2009 droht Timoschenko nun noch ein Strafprozess wegen Steuerbetrugs aus ihrer Zeit als Chefin des Gasunternehmens Vereinigte Energiesysteme der Ukraine.

Die ukrainische Steuerpolizei kündigte an, vier Einzelverfahren gegen Timoschenko zu bündeln. Dabei geht es unter anderem um Steuerbetrug in Millionenhöhe, um die Verschleierung von Gewinnen aus dem Ausland sowie illegale Geschäftspraktiken. Die Behörden warfen Timoschenko mangelnde Kooperation vor. Die Anwälte der Ex-Gasmanagerin bestanden darauf, dass ihre Mandantin erkrankt sei.

Das Gesundheitsministerium nannte aus "ethischen Gründen" keine Diagnose. Timoschenko könne sich aber ohne Hilfe bewegen, sagte Moisejenko. Medien hatten berichtet, dass Timoschenko unter Rückenschmerzen leide, sich nicht bewegen könne und das Bett hüten müsse. Besuche würden ihr verwehrt, hieß es. (APA)

Share if you care.