Garantien Washingtons gefordert - Präsident Medwedew trifft Amtskollegen Obama
Moskau - Im Streit um das geplante US-Raketenabwehrsystem in Europa
besteht Russland weiter auf schriftlichen Sicherheitsgarantien Washingtons.
"Dieses ewige 'Das ist nicht gegen Euch gerichtet' stellt uns nicht zufrieden",
sagte Außenminister Sergej Lawrow am Montag nach Angaben der Agentur Interfax.
In Verhandlungen hätten die USA nicht ausgeschlossen, dass sie als Teil des
geplanten Schutzsystems Kriegsschiffe ins Schwarze Meer oder in die Barentssee
entsenden könnten, sagte Lawrow. "Präsident Dmitri Medwedew hat beim Treffen mit
US-Präsident Barack Obama in Honolulu unterstrichen, dass wir deutliche
Garantien auf dem Papier möchten."
Es gebe derzeit keine Notwendigkeit für ein Schutzsystem gegen den Iran,
sagte Lawrow. Teheran verfüge nicht über die nötigen Raketen für einen möglichen
Angriff über große Entfernungen. "Man sagt uns immer, schriftliche Garantien
würden im US-Kongress auf Probleme stoßen", sagte der russische Außenminister.
"Aber uns irgendwelche Garantien zu geben, hat noch niemand versucht."
Russland hatte gedroht, aus dem erst im Februar in Kraft getretenen
START-Vertrag über atomare Abrüstung mit den USA auszusteigen, sollte die
Raketenabwehr ohne Moskau umgesetzt werden. Russland fühlt sich bei einem
möglichen Alleingang von dem Projekt in seiner Sicherheit bedroht. (APA)