Épater la bourgeoisie

Einserkastl | Hans Rauscher, 14. November 2011, 18:32

Der Wiener Straßenstrich soll auch in der Inneren Stadt erlaubt werden - Aber: Achtung Ironie!

Mit Ironie muss man immer vorsichtig sein. Deswegen ein "Achtung Ironie! " vor der Ansage der Bürgerliste "Wir im Ersten" des Wiener Rechtsanwalts Karl Newole: "Der erste Bezirk hat die Verpflichtung, in drängenden Fragen der Stadt eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Wir sind daher bereit, zur Lösung des Wien-Problems mit dem Straßenstrich unseren Beitrag zu leisten und dafür etwa die Innenhöfe und Arkardengänge des Rathauses vorzusehen".

Newole reagiert damit auf einen Vorschlag der Wiener Grünen, "Erlaubniszonen" für Straßenprostitution auch im 1. Wiener Gemeindebezirk einzurichten. Sozialsprecherin Birgit Hebein könnte sich dazu allerdings eher den Schwedenplatz vorstellen - weil der eh schon verwahrlost und problematisch und daher alles wurscht ist?

Die Wiener Grünen sind eine mutige Partei, weil sie regelmäßig gegen die Interessen ihrer eigenen, zu einem nicht unbeträchtlichen Teil bürgerlich-liberalen Wählerschaft Front machen - diese schrecken, épater la bourgeoisie. Im bürgerlichen 1. Bezirk haben sie immerhin 21 Prozent, im 7. ("Bobostan" =bewohnt von "bourgeoisen Bohemiens") sogar 29 Prozent.

Trotzdem rügten sie die gewaltfreie Entfernung von ein paar illegalen Besetzern aus einem Abbruchhaus im 7. Bezirk durch die Polizei. Vermutlich war ihnen leid um den hübschen, zwei Stock hohen Totenkopf, der auf die Fassade gesprayt war. (DER STANDARD-Printausgabe, 15.11.2011)

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einfach wieder auf den graben mit den mädchen ...

Die Grünen liberal-bürgerlich ? Schwere Verharmlosung !

Linksextrem-kryptokommunistisch trifft es eher.

Toll

Sie haben Rauscher vollkommen Sinn erfassend gelesen, genau das ist es, was er gemeint hat.

Die grünen Bobos wollen offenbar nicht mehr mit dem 'ride against climate change'-Fahrrad bis zum Gürtel rausfahren, um sich eine bartstoppelige Transe oder einen anataloischen Lustknaben für's Wochenenede auszusuchen.

grüne bürgerlich-liberal?

machens witze? die grünen stehen links jenseits der spö (siehe etwa die meldungen zu den hausbesetzungen). und liberal? keine partei will mir mein privatleben so weit reglementieren wie die grünen. dagegen ist selbst die fpö ein hort des liberalismus.

die fp ist die einzige liberale partei oesterreichs.

Wirtschaftsliberal? Okay, da sah man einiges. Viele gelungene Privatisierungen mit fetten Provisionen.
Gesellschaftspolitisch? Meine Lupe zeigt nichts. Vielleicht hab ich vergessen, wie sehr sich F für eingetragene Partnerschaften eingesetzt hat.
In der Rechts- und Sicherheitspolitik? Ich suche noch. ... Zeitweise kommt der Wunsch nach Abschaffung des VerbotsG.
Im Sozialbereich? ...
In der Verkehrspolitik? Gorbach verordnete eine 160er-Teststrecke. Tagfahrlicht kam mit Verwaltungsstrafe (und ist wieder abgeschafft).
Bei der Landesverteidigung? Beibehaltung der allgem Wehrpflicht ist also klassisch liberal.
Steuerrecht? Flat-Tax hat was - für Gutverdiener.
TabakG? Dazu hab ich Wortspenden in Erinnerung.
Religionen? Minarett-liberal?

nicht wirtschaftsliberal genug. leider ist die fpö nämlich nicht mehr für die flat tax. da verwechseln sie fpö und bzö. wobei ich im falle von regierungsverantwortung auf die kompetenz von leuten wie barbara kappel und thomas prinzhorn setze.

liberal ist die fpö vor allem in hinblick auf freiheitsrechte: meinungsfreiheit, vertragsfreiheit, datenschutz. hier greifen spö und övp massiv in grundrechte ein, die grünen würden sie überhaupt am liebsten abschaffen.

und ihre 'soft issues' wie homoehe, tagfahrlicht und abfallwirtschaftsgesetz interessieren mich einfach nicht.

Und mich interessiert die fpo nicht - aus vielen guten Gründen.

Eh, aber ich habe ja von den Wählern gesprochen,

nicht von den Funktionären

ich denke, bürgerlich-liberal trifft's gut, dort seh ich die grünen derzeit sehr wohl. und reglementiert fühl ich mich von einer övp und ihrer politik auf jeden fall weit mehr. links ist die kpö, aber sicher nicht die grünen.

Mal sehen

Quotenregelungen - gegen Vertragsfreiheit
Binnen-I und Genderspeak - gegen Redefreiheit
Hausbesetzungsunterstützung - gegen Eigentumsfreiheit
Gesamtschule - Negierung von unterschieden von Nenschen bei Talenten, Neigungen und Intelligenz
usw.

bei nichts davon fühle ich mich in irgendeiner meiner freiheiten eingeschränkt. wo ich mich sehr wohl eingeschränkt fühle, ist hingegen z.b. die vorratsdatenspeicherung, die vielen videokameras usw.

...

Und können Sie dafür auch Beispiele nennen?

Quoten, Regulierung, Strafen, Moralaposteltum,...

Die Grünen, Feinde der Freiheit.

Raus Einserkastel

artet immer mehr zur Hausmeisterkolumne aus!

.

liberalstaberl ...

Der Platz neben der Stephanskirche wäre gut geignet (freie Fläche) und passt auch zu den sonstigen (politischen) Veranstaltungen!

Da gäbe es auch gewiss Synergieeffekte!

nach der verrichtung 1x beichten - beim hausherrn. der hat das allerdings auch nötig...

Etudier orthographe!

Kleine Anmerkung am Rande, immerhin handelt es sich hierbei um ein schreibendes Medium: stammen die ArkaRden vom Standard oder ist in den ArkaRdengängen eine Ironie verborgen, die mir bisher verborgen blieb?

wenn schon geprotzt werden muß.

Manchmal bricht die tief verwurzelte Spießigkeit in uns durch. Dazu gehören die Ablehnung anderer Lebensformen und Lebenskonzepte als die eigenen. Wenn anarchistische Gruppen ihre Einstellungen leben wollen, sehen viele nur noch den Totenkopf.

Sei es die Pariser Kommune, der kurze Sommer der Anarchie in Katalonien oder der Freistaat Christiania: Wenn Libertäre das Herrschaftsprinzip ablehnten, und es notwendig fanden, die Gesellschaft versuchshalber über ihren eigenen Tellerrand blicken zu lassen, reagierte der dumpfe Mainstream panisch bis aggressiv. Als würde der Mehrheit ohne Herrschaft etwas Substanziellen fehlen. Früher oder später in der Geschichte wurde das anarchistische Ausprobieren immer mit mehr oder weniger harter Staatsgewalt bekämpft oder niedergeschlagen. Nicht nur von Rechten und Sozialdemokraten. Sondern auch von Kommunisten. Der marode Kapitalismus wird laufend geklebt und notdürftig ausgebessert. Nur Herrschaftslosigkeit darf es nicht offenbar geben.

Stimmt, gerade Christiania ist ja ein Musterbeispiel dafür, wie entspannt und gewaltfrei es ohne Staatsgewalt funktionieren kann:
http://www.spiegel.de/reise/sta... 73,00.html

/Sarcasm

Natürlich ist das so

Nichts bedroht die herrschenden Ausbeuter und Unterdrücker so sehr wie eine vollkommen herrschaftslose und egalitäre Gesellschaft. Deswegen wurden alle anarchistischen Experimente mit Militär niedergewalzt (keine einzige dieser Gesellschaften ist von selbst zugrunde gegangen!)und deren Existenz in der Geschichte möglichst totgeschwiegen. Leute wie Rauscher sind dabei nur die Erfüllungsgehilfen der herrschenden Klasse, die dafür sorgen, dass der Anarchismus auch weiterhin diffamiert und schlechtgeredet wird.

Manchmal kommt linken Intellektuellen

auch ein tief verwurzelter Hang zum Geschwafel und den dazu gehörigen Schachtelsätzen durch...

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