"Schwerste Stunde seit dem Weltkrieg"

14. November 2011, 21:41
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    foto: dpa/kappeler

    Angela Merkel veranschaulicht die Kraftanstrengung, die es braucht, um Europa aus der Schuldenkrise zu führen.

Kanzlerin Merkel sieht auf die Deutschen "epochale Veränderungen" zukommen

Diese könne man nur durch Reformen meistern, lautet ihre Botschaft beim CDU-Parteitag.

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Dürfen's ein bisschen Vitamine sein? In der kalten Herbstsonne verteilen Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes vor der Leipziger Messe Äpfel - natürlich verbunden mit einer Aufforderung: für einen fairen Mindestlohn.

So mancher der 1001 Delegieren eilt etwas verschämt vorbei. Zwar ist ja die CDU neuerdings auch für einen Mindestlohn. Aber Geschenke von der Gewerkschaft. Da bleibt eine Portion Skepsis.

Die Lohnuntergrenzen kommen natürlich auch in Angela Merkels großer Rede vor. Doch zunächst muss sich die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende einem ganz anderem Thema widmen: Europa und der Eurokrise. Dieses Thema hat sich in den vergangenen Wochen klammheimlich auf die Tagesordnung des Parteitages geschlichen, "dank" der Eurokrise.

Merkel wählt drastische Worte: "Europa ist heute in einer der schwersten Stunde, vielleicht der schwersten Stunde seit dem Zweiten Weltkrieg." Und:"Wir spüren, dass diese Schuldenkrise Auswirkungen auf die ganze Welt hat. Wenn wir den Durchbruch zu einem neuen Europa wagen, müssen wir über den Tag hinaus denken." Leicht werde das nicht, macht sie klar: "Wir haben einen langen, anstrengenden Weg vor uns" , sagt sie und ruft den Delegierten auch zu: "Europa ist jede Mühe und Anstrengung wert. Wir haben keine andere Wahl."

Im Leitantrag spricht sich die CDU für den Euro-Rettungsschirm ESM, die Direktwahl eines EU-Kommissionspräsidenten und eine schärfere europäische Kontrolle über die nationalen Haushalte aus. Notfalls müsse ein EU-Sparkommissar in nationale Etats eingreifen können, falls sich ein Euro-Staat dauerhaft nicht an den Stabilitätspakt halte.

Für EU-Vertragsänderung

Durch eine EU-Vertragsänderung soll auch ein freiwilliger Austritt eines Euro-Landes aus dem Währungsraum möglich werden. Keine Mehrheit erhielt hingegen ein Antrag, dass die Stimmen im EZB-Rat künftig nach Wirtschaftskraft der Länder gewichtet werden sollen.

Doch Merkel schwört ihre Partei nicht nur auf Reformen auf EU-Ebene ein: "Es gilt notwendige neue Antworten in einer veränderten Welt zu finden."

Deshalb habe sie nach der Atomkatastrophe von Fukushima in der Atompolitik umgesteuert. Deshalb gebe es heute auch neue Anforderungen an die Bundeswehr und die Wehrpflicht habe sich überholt. Merkel weiß, dass ihr "Beliebigkeit" nachgesagt wird. Das aber will sie nicht gelten lassen. Nach wie vor habe die CDU einen "festen Kompass mit dem christlichen Menschenbild" .

Dieser habe die Partei auch bei den Überlegungen zum Mindestlohn geleitet. Hier fand man doch einen Kompromiss:Lohnuntergrenzen werden nicht gesetzlich, sondern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern festgelegt, Differenzierungen nach Branchen und Regionen sind möglich. Dafür gibt es viel freundlichen Applaus. Und Merkel genießt ihn sichtlich. (Birgit Baumann aus Leipzig/DER STANDARD, Printausgabe, 15.11.2011)

Peacefaktor
14
15.11.2011, 00:57
Und welchen Beitrag leistet Frau Merkel?

Werden die Politikerlöhne gekürzt?
Oder die Zulagen?
Kleinere Luxuslimousinen für Politiker gekauft?
Fliegen Politiker in Zukunft nicht mehr erster Klasse wenn sie einander treffen?

Oder drischt man weiter auf die Hartz 4 Empfänger hin und schafft man weitere Hungerleiderjobs, also 1-€-Jobs?
Ich trau mich wetten: Frau Merkel wird auf nichts verzichten, weder auf den fetten Lohnzettel, noch aufs Limousinchen, noch auf erste Klasse Tickets im Flieger, die der Steuerzahler berappt. Und auch auf die Zulagen wird sie nicht verzichten. Immer die anderen;(

mrheli
00
23.11.2011, 15:41

Wenn die höchsten Politiker alles fürs Volk tun, dann können sie auch alles vom Volk verlangen!

meresi
00
15.11.2011, 10:25
well done...

that's the bloody point...they are not going to lift a finger to support every tom, dick and harry...

Jürgen Rembremerding
11
15.11.2011, 00:40
"Schwerste Stunde seit dem Weltkrieg"

Das war das Halbfinale 1988 gegen Holland.

Was soll da noch kommen?

Mostbluzza
00
15.11.2011, 10:01
die fdp hat die schwerste stunde schon hinter sich

merkel macht sie grad durch.

aber irgendwie glaub ich, es stehen noch sehr viele bevor: schwere stunden nach dem wk.
nach dem wk ist vor dem wk.

Helmut Naschenweng
 
03
14.11.2011, 20:19
Mindestlohn - Höchsteinkommen

dass es schwer ist, einem Arbeiter einen gerechten Lohn zu zahlen, leuchtet mir ein. Schlußendlich muss der Lohn ja auch verdient sein. Wie wäre es mit einer Lohnobergrenze? Wie hart muss ein Mensch arbeiten, um 10.000,-- Euro, oder gar 100.000,-- Euro monatlich zu verdienen? es gibt Menschen, die arbeiten so hart, dass es sogar noch weit darüber geht. Und diese reden dann ganz gescheit über Solidarität!

Schlauwi
01
14.11.2011, 19:06
lol

das ist hier in schland genauso also mach dir keinen kopf.
hier streitet man sich nur über den mindestlohn auf dem cdu parteitag und den rechtsterror als hauptthemen in den staatlichen sendern.auf den privaten sind es logischerweise prominews. sehr informativ das ganze

thommerrillin
02
14.11.2011, 18:34
Frau Merkel meint,

das sei "die schwerste Stunde seit dem Zweiten Weltkrieg".
Und was macht Österreich in dieser Situation? Streiten, ob knapp 400.000 Unterschriften nun eine Willensbekundung pro oder contra Gesamtschule sind und ob ein Heeresminister, der seinen wichtigsten Mitarbeiter rechstwidrig loswerden wollte, nun politisch geschwächt sei.
Gibt es hier ernstzunehmende Debatten über die Weiterentwicklung der EU? Über den drohenden Verlust des AAA-Ratings? Über die Haltung Österreichs zu Euro-Bonds oder der EZB-Geldpolitik?
Oder wenigstens Konzeptansätze zu Pensionsreform, Gesundheitsreform, Bundesstaatsreform?
Wir diskutieren lieber über 200 bis 300 Mio. aus einer Reichensteuer, während uns der Verlust des AAA 3 Mrd. kosten würde.
Gute Nacht!

der Pinguin
 
01
15.11.2011, 07:46
willkommen

daheim :)

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