Zweifel an der Hebelwirkung

14. November 2011, 18:02
4 Postings

Deutsche Bundesbank besorgt

Frankfurt - Deutsche Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist wegen der Zurückhaltung ausländischer Investoren am Euro-Rettungsschirm EFSF besorgt. Die vor allem von Deutschland vorangetriebene höhere Beteiligung privater Gläubiger beim Schuldenschnitt in Griechenland sei hinderlich für die Hebelung der EFSF. "Ich glaube, das Versicherungsmodell ist durch die jüngsten Entscheidungen zur privaten Gläubigerbeteiligung infrage gestellt worden", sagte Weidmann der Financial Times.

Das Ende Oktober vom Brüsseler Gipfel beschlossene Konzept, die EFSF als Anleiheversicherer einzusetzen und zu stärken, steht und fällt mit dem Engagement privater Investoren. Weidmann sorgt sich jedoch um die Glaubwürdigkeit der Konstruktion. Das Risikoprofil von Staatsanleihen habe durch den Schuldenschnitt gelitten, sagte Weidmann. Im Oktober hatten die Banken dem Druck von Europas Politikern nachgegeben und freiwillig auf einen Verzicht von 50 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Griechenland zugesagt.

Zum aktuellen Krisenfall Italien betonte Weidmann erneut, dass nur die Politik die Probleme durch Reformen entschärfen könne. Die in der vergangenen Woche erreichten Rekordstände bei den italienischen Anleiherenditen dürften auf kurze Sicht kein großes Problem sein, so Weidmann.

Dass es bei den Zinsen keine große Entspannung gab, dürfte auch mit der Europäischen Zentralbank zu tun haben. Sie hat ihre umstrittenen Käufe von Staatsanleihen der Krisenländer überraschend halbiert. Sie kaufte in der vergangenen Woche nur Papiere im Wert von 4,5 Milliarden Euro, hieß es am Montag. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.11.2011)

Share if you care.