Chronologie des Niedergangs

14. November 2011, 15:21
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Konkurs-Hattrick, Regionalliga-Abstieg, Festnahmen und bevorstehender Prozess

Graz  - Die Chronologie der Krise des ehemaligen Fußball-Bundesligisten GAK, die wirtschaftlich in einen Konkurs-Hattrick, sportlich im Abstieg in die Regionalliga und gerichtlich - vorläufig - in zwei Festnahmen und in ein Gerichtsverfahren mündete:

  • 2002: Durch Gründung der AG im September "beträgt der Schuldenstand ab heute Null" (Präsident Rudi Roth).
  • 2003/04: Der GAK krönt sich zum Double-Gewinner (Meister und Cupsieger). Finanzielle Engpässe zwingen den Club zu Zugeständnissen auf dem Transfermarkt.
  • April 2005: Das Sportvermarktungs-Unternehmens IMG garantiert für einen Zehn-Jahres-Vertrag Einnahmen von 50 Mio. Euro, im Juni folgt Harald Sükar Roth als Präsident nach.
  • Juli 2006: Sükar tritt zurück, er beziffert den Schuldenstand mit 1,2 Mio. Euro. Neuer Präsident wird Stephan Sticher. IMG steigt im August aus dem Vertrag aus, beide Vertragspartner bringen Klagen ein.
  • 23. Februar 2007: Die Finanzprokuratur bringt einen Konkursantrag ein, Schulden von über 3 Mio. Euro sollen sich angehäuft haben.
  • 2. März 2007: Norbert Scherbaum wird zum Masseverwalter bestellt. Er betreute schon den Zwangsausgleich von Sturm Graz. Der GAK bringt den Konkursantrag ein.
  • 6. März 2007: Laut Insolvenz-Experten Alexander Isola beträgt die Gesamtverschuldung des GAK 15,5 Mio. Euro, davon werden aber rund 10 Mio. nicht schlagend. Die für den Zwangsausgleich benötigte Summe beträgt 1,2 bis 1,3 Mio. Euro.
  • 14. März 2007: Der Senat 1 der Bundesliga setzt ein Urteil der FIFA-Disziplinarkommission um, das den Abzug von 6 Punkten vorsieht. Hintergrund ist eine Klage des ehemaligen GAK-Spielers Daniel Kimoni wegen offener Forderungen. Als das Landesgericht Graz die Punkteabzüge per einstweiliger Verfügung rückgängig macht, drohten internationale Sperren, die letztlich aber abgewendet werden können.
  • 10. April 2007: Der GAK sieht sich mit immer höheren Forderungen konfrontiert: Allein der ÖFB meldet beim Landesgericht Graz im Zusammenhang mit dem "Fall Kimoni" eine Forderung in Höhe von 8,715 Mio. Euro an. Die Summe der unbedingten Forderungen beträgt 25 Mio. Euro.
  • 11. April 2007: Der GAK erklärt den Verzicht auf einen Verbleib in der T-Mobile-Bundesliga.
  • 30. April 2007: Der Senat 5 der Bundesliga verweigert dem GAK die Lizenz für die Erste Liga; daran ändern auch Berufungen nichts mehr.
  • 8. Mai 2007: Der Zwangsausgleich ist durch, der Konkurs wird aufgehoben.
  • 17. Juli 2007: GAK-Präsident Stephan Sticher tritt zurück.
  • 2. August 2007: Die nach dem Sticher-Rücktritt einberufene Generalversammlung beschließt die Bildung eines aus mehreren Sektionen bestehenden Aufsichtsrates. Ex-Präsident Harald Fischl übernimmt die Sektionen Wirtschaft, Finanz und Recht.
  • 8. Oktober 2007: Weil der Verein Schulden in der Höhe von rund 5 Mio. Euro aufweist, wird ein Konkursantrag beschlossen.
  • 10. Dezember 2009: Der GAK schafft den "Insolvenz-Hattrick": Zum dritten Mal binnen zwei Jahren wird über das Vermögen des Vereins der Konkurs eröffnet.
  • 28. Oktober 2010: Weil Ex-Präsident Rudi Roth noch einmal in die eigene Tasche greift, kann der Zwangsausgleich über die Bühne gebracht und der Fortbestand des Vereins gesichert werden. Indessen berichten Medien von Schwarzgeldzahlungen an Spieler durch Peter Svetits. Außerdem werde gegen mehrere frühere Funktionäre wegen schweren Betrugs, Untreue und Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen ermittelt.
  • September 2011: Der Abschlussbericht der Finanzbehörden mündet in eine Anzeige gegen mehrere Führungsmitglieder wegen Verdachts der Abgabenhinterziehung - es soll dabei um insgesamt 4,5 Mio. Euro aus den Jahren 2000 bis 2006 gehen. Laut Staatsanwaltschaft Graz soll der Klagsentwurf vor Weihnachten fertig sein, 2012 dürfte es zum Prozess kommen.
  • 14. November 2011: Peter Svetits, der inzwischen Präsident von Austria Klagenfurt ist, und eine frühere Angestellte werden wegen Verdunkelungsgefahr festgenommen. Svetits soll der Frau Geld dafür gegeben haben, damit sie ihre Aussagen ändert.
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