Rehabilitationsmöglichkeit für Krebspatienten im Osten

14. November 2011, 14:54
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Sonnberghof in Bad Sauerbrunn als Angebot in der Versorgungsregion Ost - Österreichischer Rehabilitationsplan wird überarbeitet

Bad Sauerbrunn - Rund 36.000 Menschen erkranken in Österreich jährlich an Krebs. Bei den Möglichkeiten zur Rehabilitation nach einer onkologischen Erkrankung hatten Experten in Vergangenheit einen Mangel geortet. Ein neues Angebot zur onkologischen Rehabilitation für die Versorgungsregion Ost, die Wien, Niederösterreich und das Burgenland umfasst, gibt es nun in Bad Sauerbrunn: In dem nordburgenländischen Kurort betreibt der Gesundheitsdienstleister Vamed mit dem Sonnberghof eine Rehabilitationseinrichtung mit 121 Zimmern sowie entsprechenden Therapieräumlichkeiten.

"Der österreichische Rehabilitationsplan kennt bis dato onkologische Erkrankungen als eigene Indikation nicht", erklärte Gabriele Eichhorn, stellvertretende Generaldirektorin der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), bei der Präsentation des Zentrums am Montag. Der Plan werde jedoch derzeit überarbeitet: Mit der neuen Fassung, in die Onkologie als eigene Indikation aufgenommen werden soll, rechne man im kommenden Frühjahr.

Für an Brustkrebs erkrankte Frauen habe die PVA seit über zehn Jahren im Rehabilitationszentrum in Bad Schallerbach ein Modell entwickelt, das sehr gut funktioniere. Für Bad Sauerbrunn habe man bereits die ersten Zuweisungen durchgeführt, so Eichhorn. Pro Jahr will die PVA künftig rund 1.700 Patienten zur Rehabilitation in den Sonnberghof schicken. Das bedeute einen Umsatz von über 5,5 Mio. Euro für das Haus, erläuterte Eichhorn. Patienten können ausschließlich gegen eine Zuzahlung zwischen sieben und maximal 21 Euro am Tag das Angebot in Anspruch nehmen.

Der Sinn onkologischer Rehabilitation sei heute international nicht mehr umstritten, erklärte Christoph Wiltschke, der Ärztliche Leiter des Sonnberghofes. Ein grundlegendes Prinzip sei, die Rehabilitation nicht an denselben medizinischen Zentren durchzuführen wie die Grundbehandlung, sondern in speziellen Einrichtungen. Die medizinisch-wissenschaftliche Betreuung werde durch die onkologische Abteilung der Medizinischen Universität Wien mit ihrem Leiter Christoph Zielinski erfolgen. Es werde nicht nur Rehabilitation durchgeführt, sondern diese auch bewertet. In wenigen Jahren könne man Auskunft geben, was Rehabilitation für das österreichische Sozialsystem bringe, so Wiltschke.

In den Sonnberghof wurden rund 27,5 Millionen Euro investiert. Bei der Gestaltung habe man auch Rücksicht auf die spezielle psychische Situation genommen, in der sich onkologische Patienten befinden, erläuterte Vamed-Vorstand Gottfried Koos. Vamed verfüge mittlerweile in Österreich über sieben Rehabilitationseinrichtungen in den Fachgebieten Neurologie, Kardiologie und Orthopädie. Als international tätiges Gesundheitsunternehmen betreibe man auf drei Kontinenten über 30 Gesundheitseinrichtungen mit 4.500 Betten.

Bösartige Tumore stellten laut Gesundheitslandesrat Peter Rezar (S) bei Männern und Frauen nach Herzkreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache dar. Die häufigste Krebsart beim Mann sei Prostatakrebs, Frauen erkranken am häufigsten an Brustkrebs. Auf den Plätzen zwei und drei folgen bei Männern und Frauen jeweils Dickdarm- und Lungenkrebs. (APA)

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