Erwin Schrödinger-Preis 2011 an Biomechaniker Holzapfel

14. November 2011, 14:05
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Wilhelm Hartel-Preis der ÖAW an Stemberger für Judaistik-Forschung

Wien/Graz - Biomechanik-Professor Gerhard A. Holzapfel von der TU Graz wird für seine Forschungsarbeit mit dem Erwin Schrödinger-Preis 2011 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ausgezeichnet. Das gab die TU Graz in einer Aussendung am Montag bekannt. Holzapfel nutze Gesetze der Mechanik, um Erkenntnisse über den menschlichen Körper zu gewinnen - insbesondere zur Erforschung von Blutgefäßen - und entwickle Simulationswerkzeuge für MedizinerInnen.

Der ebenfalls mit 15.000 Euro dotierte Wilhelm Hartel-Preis der ÖAW geht in diesem Jahr an Günter Stemberger für seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Judaistik mit besonderer Berücksichtigung des antiken Judentums. Stemberger war von 1977 bis 2009 Universitätsprofessor für Antikes Judentum am Institut für Judaistik der Universität Wien und unterrichtet seither an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg.

Biomechanik

Ob bei der Geburt eines Kindes, bei Belastung von biologischen oder künstlichen Geweben und Implantaten oder bei Drücken in Blutgefäßen: Die Gesetze der Mechanik spielen im menschlichen Körper überall eine bedeutende Rolle. In der Biomechanik untersuchen ForscherInnen, wie Kräfte auf biologische Strukturen wirken und welche krankhaften Veränderungen sie auslösen können. Gesunde und erkrankte Blutgefäße sind die Hauptarbeitsgebiete von Gerhard A. Holzapfel vom Institut für Biomechanik der TU Graz, für die er nun ausgezeichnet wurde. Mit Hilfe ingenieurwissenschaftlicher Berechnungsmethoden modelliert der Forscher Blutgefäße am Computer und untersucht den Einfluss von Implantaten (Stents) auf die Gefäßwand. Ein weiteres Augenmerk der Forschungsarbeiten liegt auf der Erforschung von Aneurysmen, die für PatientInnen gefährliche Ausweitungen arterieller Blutgefäße.

Weitere Preise

Neun weitere Preise der ÖAW wurden für außergewöhnliche Leistungen an insgesamt zehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vergeben. Die PreisträgerInnen aus dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften befassen sich in ihren Forschungsarbeiten mit der Analyse der staatlichen Konstruktion der "Schein- und Aufenthaltsehe" (Irene Messinger), den Lebens- und Arbeitsverhältnissen französischer Migrant(inn)en in Wien im 17. und 18. Jahrhundert (Veronika Hyden-Hanscho), der islamischen Dimension der europäischen Expansion in den Atlantik im Hoch- undSpätmittelalter (Andreas Obenaus), der Bedeutung konfessioneller Zugehörigkeit für die Entstehung ethnischen Bewusstseins in der Donaumonarchie (Andreas Gottsmann) und der kunsthistorischen Analyse von mittelalterlichen Handschriften zu Astronomie und Astrologie (Lenka Panušková).

Aus dem Bereich der Natur- und Biowissenschaften werden fünf ForscherInnen ausgezeichnet. In ihren Arbeiten beschäftigen sie sich mit der Herstellung von chemisch veränderten Ribonukleinsäuren (Dagmar Graber), der Erforschung von äußeren Einflüssen bei der epithelialen Tumorentwicklung (Daniel Schramek), der sogenannten "CP-Verletzung" der Symmetrie zwischen Materie und Anti-Materie (Wolfgang Dungel), der 40.000 Jahre alten Fossilien des Höhlenbären in der Ochsenhalthöhle im Toten Gebirge (Christine Frischauf) und mit Untersuchungen zur Mineralogie, Petrographie und Geochemie ostalpiner Marmore (Michael Unterwurzacher). (red)

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