Anwälte von Nafissatou Diallo bestärkt

14. November 2011, 13:01
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Die Vertreter des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers in New York sehen sich durch die Prostitutions-Affäre Strauss-Kahns gestärkt

Paris - Die Anwälte der New Yorker Hotel-Angestellten, das den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, der versuchten Vergewaltigung beschuldigte, beobachten die Verwicklung des 62-Jährigen in eine Callgirl-Affäre sehr genau. Die Affäre bestärke den Verdacht, dass Strauss-Kahn "die Frauen wirklich als Objekte betrachtet", sagte der Anwalt Douglas Wigdor der Zeitung "Le Parisien" vom Montag. Seine Kanzlei sei in Kontakt mit anderen Frauen, die ebenfalls Sex mit "DSK" gehabt hätten. Diese "stichhaltigen Beweise" würden auch in den Zivilprozess gegen den früheren Hoffnungsträger der französischen Sozialisten eingebracht.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte das Strafverfahren gegen Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung von Nafissatou Diallo im August eingestellt, da es Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hotel-Angestellten gab. Das Zivilverfahren erhielt durch die Callgirl-Affäre in Nordfrankreich neue Aktualität. In der Affäre geht es um durch Unternehmer finanzierte Sex-Partys; Strauss-Kahn soll an solchen Partys mit Prostituierten in Paris, in Wien sowie an seinem früheren Amtssitz in Washington teilgenommen haben. Organisiert haben soll die Partys der Unternehmer Fabrice Paszkowski.

Strauss-Kahn will gehört werden

Am Donnerstag berichtete die Zeitung "Libération" von SMS, die "DSK" an Paszkowski verschickt haben soll. So soll er im Mai 2009 geschrieben haben: "Ich nehme eine Kleine mit in die Nachtclubs von Wien am Donnerstag, 14. Mai. Willst Du mit einem Fräulein kommen?" Später wollte Strauss-Kahn von Paszkowski in einer SMS wissen, ob er die "Suite mit Schwimmbad" reserviert habe.

Strauss-Kahn hatte am 15. Mai 2009 eine Unterredung mit Finanzminister Josef Pröll. Dabei ging es unter anderem um eine fehlerhafte Einschätzung, die der IWF bezüglich des Ost-Risikos der österreichischen Banken abgegeben hatte. Der Ex-IWF-Chef sprach nach der Veröffentlichung der SMS von einer "medialen Lynchjustiz" und forderte seine rasche Vernehmung. (APA)

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