Mitarbeiter im Gesundheitswesen

Mehr Schutz vor Nadelstichverletzungen

14. November 2011, 13:12
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    foto: apa/tobias kleinschmidt

    Gefährliches Gerät

1,2 Millionen Nadelstichverletzungen im EU-Gesundheitswesen jährlich - Initiative fordert Umstellung auf "Sichere Instrumente" und Verfahren in Österreich

Wien - Die Europäische Kommission schätzt die jährlichen Stichverletzungen mit Nadeln von Beschäftigten im Gesundheitswesen auf 1,2 Millionen im Jahr, heißt es in einer Aussendung der heimischen Initiative "Safety First!". So verletze sich statistisch jeder medizinisch Angestellte einmal jährlich an Blutentnahmekanülen, Injektionsnadeln oder anderen medizinischen Instrumenten - und sei von bedrohlichen Erregern gefährdet.

Hohe Dunkelziffer

Die AUVA verzeichne für Österreich im Schnitt 2.000 Nadelstichverletzungen im Jahr, die Dunkelziffer liege noch weit höher. Die Initiative fordert daher die komplette Umstellung aller betroffenen Institutionen auf "Sichere Instrumente" und Verfahren. Aktuell unterstütze man die rasche Verabschiedung der Nadelstichverordnung durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz.

"Safety First!" will bei der Formulierung der "Verordnung zum Schutz der Arbeitnehmer vor Verletzungen durch scharfe oder spitze medizinische Instrumente" genannten Nadelstichverordnung mitarbeiten. Es gehe schließlich um die fristgerechte Umsetzung der "EU-Richtlinie 2010/32/EU zur Vermeidung von Verletzungen durch scharfe/spitze Instrumente im Krankenhaus- und Gesundheitssektor", die von allen EU-Staaten bis 11. Mai 2013 im nationalen Recht verankert werden muss. (APA)

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13 Postings
Shaman141
 
22
14.11.2011, 18:50
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tja, dann erklärt mal bitte jemand dem lieben pflegepersonal, dass es nicht "hysterisch und übertrieben" ist, wenn aus dem entsorgungsbehälter schon die nadeln herausschauen und man bittet, diesen mal wieder zu leeren!

Severa
00
23.11.2011, 10:59

Shaman141: Sind Sie Arzt? Wenn ich jetzt auch so pauschalierend antworten darf: Erklärt mal den "lieben Ärzten", dass sie einen stichfesten Entsorgungsbehälter mit zum Patientenbett nehmen, wenn sie zur Blutabnahme gehen und nicht dem "lieben Pflegepersonal" die kontaminierten Nadeln in die Hand drücken.

Ich will aber prinzipiell nicht pauschalieren. Darum bitte ich Sie, dies gleichfalls zu unterlassen und schließe ich mich dankend Samhain an!

Shaman141
 
00
23.11.2011, 14:14
...

also das tun wirklich nur die sehr dienstälteren kollegen, die jungen nicht mehr! aber eingelernte unsitten sterben leider nur langsam aus.

Michael Schmied
00
26.11.2011, 11:57

Klare Aufgabenverteilung, die vereinbart ist, löst dieses Problem.

Die Ärzte tun gerne Spritzenbehälter leeren, Röntgenbilder und Akten transportieren, Reinigen, administrative Aufgaben erledigen - dazu befähigt sie ja das langjährige Studium und Ausbildung besonders, und außerdem ist das eine besonders intelligente ökonomische Verwendung deren Arbeitskraft.

Diagnostik, Interesse für den Patienten, das Patientengespräch, therapeutische Interventionen könnten doch auch von anderen erledigt werden...

Es ist ja ungeheuer, dass ein Arzt auf den übervollen gelben Behälter aufmerksam macht, und bitten den zu entsorgen.

Manchmal zweifelt man doch an einigen Mitarbeitern...

Samhain
01
22.11.2011, 14:04

Wie wäre es mit selber leeren? Pflegepersonal ist nicht für alles zuständig.

Shaman141
 
00
23.11.2011, 14:13
...

das stimmt - aber für das entlehren der nadelbehälter schon! jedenfalls wird man als jungmediziner sofort scharf zurechtgewiesen wenn man anstalten zeigt, das selbst zu erledigen! sie können gern das pflegepersonal selbst fragen...!

Severa
00
23.11.2011, 14:19

"Sie können gern das Pflegepersonal selbst fragen" --> Ich gehöre zum Pflegepersonal.
Ich habe noch nie erlebt, dass man "Jungmediziner" davon abhält, die gelbe Box zu entsorgen - vorausgesetzt diese "Jungmediziner" kennen die Entsorgungsrichtlinien. Vielleicht ist das Problem auf Ihrer Station eher die interdisziplinäre Kommunikation?

Shaman141
 
01
23.11.2011, 14:25
...

das kann man wohl laut sagen...! ich habe leider sehr oft das gefühl (schon auf mehreren stationen gehabt), dass ärzte und pflegepersonal sich wie ein altes ehepaar verhalten, dass sich zwar hasst und gegenseitig stichelt, aber auch nicht ohneeinander kann. mit dem effekt, dass man als neuling noch so nett sein kann - und trotzdem gegen eine wand an ablehnung beim pflegepersonal rennt. ich finde das irre traurig und demotivierend - und da bin ich nicht allein! schade...!

Severa
00
23.11.2011, 15:15

Da muss ich leider voll inhaltlich zustimmen. Aber das Problem besteht nicht nur zwischen ärztlichem und pflegerischem Personal. Auch als PflegeschülerIn hat man es oft sehr schwer und wird auf manchen Stationen von den anderen (schon diplomierten) Pflegepersonen wie Dreck behandelt. Mir ist das noch gut in Erinnerung aus meiner Ausbildungszeit (die noch nicht so lange zurück liegt). Und meiner Erfahrung nach, werden auch Turnusärzte sowohl vom Pflegepersonal als auch von ihren ärztlichen Vorgesetzten oft schlecht behandelt.
Die Hierarchien in Österreichs Krankenhäusern sind zum Ko*z*n!
Deshalb hab ich auch in meinem ersten Posting entsprechend empfindlich auf die Pauschalisierung reagiert.
Ein Lichtblick: Nicht überall ist es so. :)

Shaman141
 
00
23.11.2011, 15:38
...

schön zu lesen dass es auch beim pflegepersonal leute gibt, die sich nicht auf diese bescheuerten machtspielchen einlassen wollen - ich hoffe nur sie stehen mit ihrer einstellung in ihrer station nicht alleine da! und ich halte sowieso nichts von den hierzulande üblichen und heilig gehaltenen hierarchien - und ich werde nie so werden, das verspreche ich!!!

Gerhard Müller
30
14.11.2011, 15:53
würde es nicht einfach reichen

wenn man denen, die eine Spritze geben einfach sagt, dass sie nicht sich selbst stechen sollen?

Das kann ja nicht so schwierig sein, 1,2 Millonen renitente Pensionisten, wenn sie zur Grippeimpfung antreten, gibts ja gar nicht!

en ymmärrä
00
15.11.2011, 10:05

Man kann auch den Autofahrern sagen, dass sie keine Unfälle haben sollen und gebrechlichen Menschen, dass sie nicht stolpern und sich einen Oberschenkelhalsbruch zuziehen sollen.

Arbeitsunfälle passieren einfach, und je hektischer, stressiger es ist, desto schneller geht es.

Severa
00
23.11.2011, 11:00

Richtig. Und je mehr man bei den personellen Ressourcen einspart, umso mehr Fehler werden passieren.

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