Nach Steiermark

Auch Kärnten will Pflegebeitrag einführen

14. November 2011, 11:43
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    foto: dpa/patrick pleul

Angehörige sollen ab April 2012 Regresszahlungen leisten - Soziale Staffelung is geplant - "Ungleichbehandlung beseitigt"

Klagenfurt  - Nach Vorbild der Steiermark will nun auch die Kärntner Landesregierung die Wiedereinführung des Pflegeregresses beschließen. Ab April 2012 sollen Angehörige von in Pflege- und Behindertenheimen untergebrachten Menschen, die mehr als 1.200 Euro netto im Monat verdienen, einen finanziellen Beitrag zur Betreuung leisten, berichtete die "Kleine Zeitung" am Montag. Soziallandesrat Christian Ragger (FPK) begründete das in einer Aussendung damit, dass das jetzige System der gratis Heimpflege "nicht mehr zweckmäßig" sei.

Sozial- und Verfassungsabteilung des Landes haben eine Änderung des Mindestsicherungsgesetzes zur Begutachtung ausgesandt. Darin vorgesehen ist eine "maßvolle Kostenbeteiligung von unterhaltspflichtigen Angehörigen in der Heimpflege". Damit werde eine Ungleichbehandlung im jetzigen System beseitigt, hieß es in der Stellungnahme. So wären derzeit jene Menschen benachteiligt, die Verwandte zu Hause pflegen und einen großen Teil der Kosten selbst tragen müssen, während andere, die Angehörige in Heimen untergebracht hätten, keinen Beitrag zur Pflege leisten.

"Soziale Bankrotterklärung" von FPK und ÖVP

Die geplante Regelung "stehe im Einklang mit dem in der Steiermark praktizierten Modell". Die Kärntner Kostenbeiträge sollen jedoch weit unter jenen der Steiermark liegen, betonte der Soziallandesrat. Die Bemessung erfolgt nach einem sozial gestaffelten System: Bis zu einem Einkommen von 1.160 Euro wird kein Kostenbeitrag erfolgen. So würde zum Beispiel ein Alleinstehender, der monatlich 1.500 Euro verdient, 60,80 Euro zahlen, wer monatlich 3.000 verdient, 279 Euro. Unterhaltspflichten reduzieren die Beiträge.

Heftige Kritik kam von den Grünen. LAbg. Barbara Lesjak nannte die Pläne in einer Aussendung eine "soziale Bankrotterklärung" von FPK und ÖVP. Ragger zeige sich als "größter Feind aller Menschen und Familien".

Land und Gemeinden geben heuer 180 Millionen Euro für Pflege aus. 2004 war es noch die Hälfte und die Beiträge werden steigen. So werden im Jahr 2020 voraussichtlich 300 Millionen Euro gebraucht werden. Die Einnahmen des Landes in der Pflege würden aber nicht im gleichen Maß steigen, was bedeute, dass ein immer größerer Brocken des Landesbudgets für Pflege ausgegeben werden müsse, so Ragger.

Das Land Steiermark hat bezüglich der Wiedereinführung des Regresses den Anfang gemacht. Kärnten ist nun das zweite Bundesland, wo Angehörigenbeiträge eingehoben werden sollen. Diskussionen darüber gab es zuletzt auch im Burgenland. (APA)

 

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14 Postings
the photographer
00
19.11.2011, 16:46
Für das Geld,

das sie sich dreist vom Bürger für Parteienfinanzierung geholt haben, ließe sich ein Weile pflegen.
Außerdem hat da ja einmal einer gesagt, den sie in K beinahe für den Messias hielten und post mortem noch immer halten: KÄRNTEN IST REICH!
Ja, wo sind sie denn hin, die Millionen?
Die Partei des kleinen Mannes wollen sie sein, die FPÖler, äh BZÖler, äh FPKler.
Jetzt zeigen sie ihre wahre Fratze.

der Xote
00
15.11.2011, 14:48
Och, die Jugend wird das schon stemmen!

So ungefähr wird es von der vorhergehenden Generation ertönen...

byron sully
01
14.11.2011, 15:53

ich denke, diese ungeheure art von sippenhaftung gehört vor den EGMR gebracht.

pox vobiscum
13
14.11.2011, 13:51

Nachdem die Anzahl der Pflegebedürftigen immer weiter steigen wird, wäre eine verpflichtende Pflegeversicherung im Rahmen der Sozialversicherung wahrscheinlich das Sinnvollste.

blackdeeper
11
14.11.2011, 16:49
verpflichtende pflegeversicherung

ganz meine rede!!!!

Mike Freeman
00
14.11.2011, 13:36

Wie ist das Jetzt genau. Gilt die Einkommensgrenze jetzt inklusive des vor jeder Landtagswahl im Landhaus bar ausgezahlten Jörgi-Gedächtnishunderters bzw. des Jörgi-Alte Mamma Förderungshunderters oder des Jörgi-Jugend Wahlhilfehunderters oder nicht?

Das ist halt das Blöde wenn man die falschen Leute in die ReGIERung setzt. Aufklatschen in der harten Realität eines beinahe Pleitelandes tun immer die einfachen Leute. Aber vielleicht lernt ihr was draus und wählt die Unsympatler von der braunen Einheit endlich ab.

iMeinung
02
14.11.2011, 13:25

ich hab noch die Worte im Ohr als damals die Stmk. den Regress wieder eingeführt hat: "nein, bie uns auf keinen Fall, bei uns ist man sozial..." sozial, ja klar, aber nur mit einem "a" davor!

HookMind
01
14.11.2011, 13:03
Die Einnahmen des Landes in der Pflege würden aber nicht im gleichen Maß steigen, was bedeute, dass ein immer größerer Brocken des Landesbudgets für Pflege ausgegeben werden müsse, so Ragger.

So geht es jedem Bürger auch ...
Die Ausgaben steigen unverhaeltnismaesig zu den Einnahmen ...
Jetzt umso mehr ....

fries
04
14.11.2011, 12:09
.. die mehr als 1200 Euro netto verdienen....

damit sind sie doch eh schon knapp an der Armutsgrenze!
warum nicht SOFORT Pflegebeitrag bindend für alle Werktätigen einführen und zwar gestaffelt nach Einkommen!

fries
12
14.11.2011, 13:51
plfegebeitrag!

für alle einkommensbezieher: werktätige wie pensionisten!

thatslife
65
14.11.2011, 11:55
die grünen sind ja völlig weltfremd

warum sollte der staat/das land die pflege im heim voll finanzieren, obwohl die gepflegten ja durchaus über geld verfügen?
nur weil die eben vorher das eigentum schon an die kinder verschenkt haben werdens belohnt, während die ehrlichen die tatsächlich für ihren heimplatz zahlen bestraft werden.

pox vobiscum
00
14.11.2011, 18:03

Diejenigen, die am meisten draufzahlen sind die, die von den eben nicht reichen Eltern nichts bekommen haben aber trotzdem zahlen müssen, weil sie selbst jetzt etwas besser verdienen als die Eltern.

Rudi Ratlos4
11
14.11.2011, 14:43
es hat jeder eine hohe Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu werden

Man könnte einen Pflegebeitrag über die SV einheben. Hier gehört natürlich jede Einkommensart (auch Vermietung/Verachtung und Kapital) berücksichtigt. Falls man beim jetzigen System bleibt, muss das (bereits verschenkte) Vermögen des zu pflegenden zur Finanzierung herangezogen werden. Darüber hinaus sollten die Erben nicht belastet werden, sonst müssen wenig verdienende Nachkommen lange für ihre nicht vermögenden Eltern zahlen.

Sabine Werner
01
14.11.2011, 17:10

warum hat die jeder? wer sagt denn das jeder sabbernd und dahinsiechend in einem heim landen wird. gibt genug gesund pensionisten, die bis ins hohe alter mobil sind - die dreckszwangsversicherungen sind in ö schon hoch genug. wer will soll für die pflege vorsorgen - aber hände weg von noch mehr abzug bei der sozialversicherung!

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