Grasser-Mitarbeiter Ramprecht hörte mit

14. November 2011, 11:12
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Interne Gespräche im Umfeld des Finanzministeriums könnten "verfahrensrelevant" sein

Wien - Michael Ramprecht hat in seiner Zeit als Mitarbeiter des ehemaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser (ÖVP) Tonbänder angefertigt, die im Zuge der Buwog-Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurden, berichtet der "Kurier". Das Datenmaterial über interne Gespräche im Umfeld des Finanzministeriums sei derart umfangreich, dass "die Auswertung durch Anhören in Originalgeschwindigkeit mehrere Monate in Anspruch nimmt", zitiert die Zeitung aus dem Buwog-Strafakt. Die Ermittler sollen die Auswertung für "verfahrensrelevant" halten.

Ramprecht hatte auch in einer E-Mail an den ehemaligen Buwog-Aufsichtsratschef und Grasser-Freund Ernst Karl Plech behauptet, "über einen die Buwog-Vergabe betreffenden Gesprächsmitschnitt zu verfügen". Auch diese E-Mail sei mittlerweile von den Sonderermittlern sichergestellt worden, schreibt der "Kurier". Ramprechts Anwalt hat laut Eigenangaben keine Kenntnis von den beschlagnahmten Tonbandaufzeichnungen seines Mandanten. "Das ist mir völlig neu", wird er in der Zeitung zitiert. 

Am Montag sagte Ramprechts Rechtsvertreter Michael Pilz nur: "Wir kommentieren den Bericht nicht."

Der frühere Finanzminister Grasser ist gegen seinen ehemaligen Mitarbeiter Ramprecht wegen Übler Nachrede vor Gericht gezogen. Stein des Anstoßes war ein "profil"-Artikel vom Oktober 2009, in dem Ramprecht die Vergabe des Auftrags zur Begleitung der Buwog-Privatisierung an die US-Investmentbank Lehman Brothers als "abgekartetes Spiel" bezeichnet hatte. Er bleibt bei seinen Vorwürfen, vor der letzten Verhandlung in dem Medienverfahren am 24. Oktober sprach er von einem "System der Korruption". (APA)

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