Europas Börsen schließen überwiegend schwächer

14. November 2011, 18:22
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Italien erneut im Fokus - Bankenwerte mit Abschlägen

Wien - Die europäischen Aktienmärkte haben sich zum Wochenauftakt überwiegend mit etwas tieferen Notierungen präsentiert. Nach einem freundlichen Handelsstart drückten Gewinnmitnahmen und Rezessionsängste die Indizes bis Mittag einheitlich ins Minus.

Einmal mehr rückten die Entwicklungen in Italien in den Blickpunkt des Anlegerinteresses. Im Frühhandel hatten neue Schritte im Reformprozess in Italien noch für Auftrieb gesorgt. Nach dem Rücktritt von Silvio Berlusconi vom Wochenende und der Einsetzung einer Übergangsregierung unter Vorsitz von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti mahnten Börsianer jedoch bereits zur Vorsicht: "Alles in allem müssen sich Investoren auf eine weitere Woche mit erheblichen Schwankungen an den Märkten einrichten", so ein Experte.

Von der nach wie vor angespannten Lage zeugte auch eine Auktion italienischer Staatsanleihen: Diese stieß zwar wieder auf mehr Nachfrage, das Land musste aber deutlich höhere Zinsen zahlen.

Unter den Einzelwerten standen die Titel der UniCredit im Fokus. Die italienische Bank Austria Mutter schreibt wegen riesiger Abschreibungen auf Bankbeteiligungen im dritten Quartal 2011 einen historischen Verlust von 10,6 Mrd. Euro. Nach neun Monaten bis Ende September fiel kumuliert ein Verlust von 9,3 Mrd. Euro an. Auf Bankbeteiligungen ("Goodwill") wurden 9,6 Mrd. Euro abgeschrieben.

Zudem wurde im Verwaltungsrat am Montag eine Kapitalerhöhung um 7,5 Mrd. Euro beschlossen. UniCredit-Aktien, die zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt waren, schlossen um deutliche 6,18 Prozent tiefer bei 0,774 Euro. In deren Sog rutschten Intesa SanPaolo um 4,13 Prozent auf 1,23 Euro ab.

Auch die meisten anderen europäischen Bankaktien mussten Federn lassen. So büßten BBVA 3,24 Prozent auf 5,972 Euro ein und Societe Generale verloren 1,22 Prozent auf 18,625 Euro. Bei den Versicherern sanken ING Groep 4,21 Prozent auf 5,672 Euro.

Ein Branchenvergleich zeigte neben den Finanzwerten die Versorger als größte Verlierer. GDF Suez verloren um 3,41 Prozent auf 19,80 Euro. In Frankfurt fielen E.ON um 2,53 Prozent auf 17,35 Euro und RWE gaben 2,60 Prozent auf 29,39 Euro nach.


Börse          Index          Schluss       Diff (%)

 Wien           ATX            1.914,76     -0,89
 Frankfurt      DAX            5.985,02     -1,19
 London         FT-SE-100      5.519,04     -0,47
 Paris          CAC-40         3.108,95     -1,28
 Zürich         SPI            5.151,03     +0,09
 Mailand        FTSE MIB      15.464,45     -1,99
 Madrid         IBEX-35        8.372,20     -2,15
 Amsterdam      AEX              296,90     -1,36
 Brüssel        BEL-20         2.089,04     -1,57
 Stockholm      SX Gesamt        962,91     -1,39
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.288,32     -1,57 (APA)
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