"Sojus" mit drei Raumfahrern an der ISS angekommen

Anton Schkaplerow, Anatoli Iwanischin und Daniel Burbank werden bis März im Orbit bleiben

Moskau - Nach rund 49 Stunden Flug ist die Sojus-Raumkapsel mit zwei Kosmonauten und einem US-Astronauten an Bord auf der Internationalen Raumstation angekommen. Die Sojus dockte am Mittwochmorgen plangemäß an der ISS in 350 Kilometern Höhe an, wie das Flugleitzentrum in der Nähe von Moskau mitteilte. Nachdem das russische Weltraumprogramm zuletzt einige Pannen erlitten hatte, herrscht nun große Erleichterung, dass das brisanteste Projekt - der Transport von Menschen - wieder klaglos funktioniert hat.

Nach Öffnung der Luken wurden Anton Schkaplerow, Anatoli Iwanischin und Daniel Burbank von der bisherigen Besatzung begrüßt. Die Neuankömmlinge waren am Montag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet und sollen bis Mitte März 2012 auf der ISS bleiben. Dort halten der US-Amerikaner Mike Fossum sowie der Russe Sergej Wolkow und Satoshi Furukawa aus Japan seit 161 Tagen Wache. Sie sollen bereits am 22. November zur Erde zurückkehren.

"Phobos-Grunt"-Debakel auch hier ein Thema

Nach dem Andocken am ISS-Modul "Poisk" ("Suche") übernahm US-Astronaut Burbank formell das Kommando auf der ISS. Seine beiden russischen Kollegen sind zum ersten Mal im All. Die Crew soll in den nächsten Tagen auch versuchen, den erwarteten Absturz der verloren gegangenen Marsmond-Sonde "Phobos-Grunt" zu berechnen. Die Sonde mit 7,5 Tonnen Treibstoff und radioaktivem Kobalt an Bord kreist seit einer Woche um die Erde, nachdem das Zünden der Triebwerke versagt hatte. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat weiterhin keinen Funkkontakt zu der 120 Millionen Euro teuren Raumsonde und geht von einem Absturz Anfang Dezember aus.

Abgesehen von diesem Sonderauftrag aus aktuellem Anlass sind in den nächsten Monaten auf der ISS ein Außeneinsatz im All und viele Experimente geplant. Der nächste bemannte Flug zur ISS ist für den 21. Dezember angesetzt. (APA/red)

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