Pensionsverhandlungen

Einigung: Großteil erhält 2,7 Prozent mehr

14. November 2011, 22:03

Grenze für Alleinverdienerabsetzbetrag wird erhöht

Wien - Die Seniorenvertreter und die Regierung haben sich am Montagabend auf eine Pensionsanpassung für das kommende Jahr geeinigt. Für Pensionen bis 3.300 Euro brutto wird es ein Plus von 2,7 Prozent geben. Bis zu einer Pensionshöhe von 5.940 Euro brutto wird das Plus dann abgeschichtet auf 1,5 Prozent. Für Pensionen über 5.941 Euro brutto gibt es dann 1,5 Prozent, wie Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SP) vor Journalisten bekanntgab. Der Alleinverdienerabsetzbetrag für Personen, die keine Kinder betreuen, kann künftig bis zu einer Pension von 1.750 Euro wieder geltend gemacht werden.

Der Alleinverdienerabsetzbetrag für Personen, die keine Kinder (mehr) erziehen, war mit dem Sparpaket 2011 grundsätzlich gestrichen worden, blieb aber für Pensionisten mit einer Rente bis zu 1.150 Euro. Nun wird diese Grenze auf 1.750 Euro angehoben, erklärte Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) nach den rund eineinhalbstündigen Verhandlungen.

Die 2,7 Prozent, die auch von der Pensionskommission gemäß der Inflation im fraglichen Zeitraum als Anpassungsfaktor festgelegt worden waren, gibt es laut Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) für alle ASVG-Pensionisten und 90 Prozent im Beamtenbereich.

Zufriedenheit bei Kanzler und Vize

Sowohl Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) als auch die Seniorenvertreter Andreas Khol (ÖVP) und Karl Blecha (SPÖ) haben sich Montagabend mit dem erzielten Ergebnis zur Pensionsanpassung zufrieden gezeigt. Besonders hervorgehoben wurde von den Pensionistenvertretern die Erhöhung der Grenze für den Alleinverdienerabsetzbetrag. Das Pikante an diesem Extra-Zuckerl für die Senioren: Parallel zu den Verhandlungen mit den Pensionisten hat die Regierung die Verankerung einer Schuldenbremse in der Verfassung und die damit verbundene Notwendigkeit eines Sparpakets verkündet.

Die Beschlüsse sollen ab 1. Jänner 2012 gelten. Insgesamt kosten die Maßnahmen laut Sozialminister Rudolf Hundstorfer 1,021 Mrd. Euro - das Geld sei entsprechend budgetiert gewesen.

Alleinverdienerabsetzbetrag als "großer Erfolg"

Blecha betonte, man sei "mit Augenmaß für das Machbare" und "Verantwortung für kommende Generationen" bei den Verhandlungen bereit gewesen, bei einer Reihe von Punkten zurückzustecken. So nehme man etwa zur Kenntnis, dass die hohen Pensionen nicht 2,7 Prozent bekommen wie alle im ASVG. Ein "großer Erfolg" sei, dass der Alleinverdienerabsetzbetrag bis 1.750 Euro wieder gewährt werde.

Khol bedankte sich für faire und letztlich gute Verhandlungen. Es sei gelungen, für 95 Prozent aller Pensionsberechtigten einen Teuerungsausgleich zu erreichen. Die Lösung beim Alleinverdienerabsetzbetrag sei eine "Maßnahme der Armutsbekämpfung".

Eine Änderung wird es auch bei Sonderausgaben im Zusammenhang mit dem Alleinverdienerabsetzbetrag geben: Wie Finanzministerin Maria Fekter erklärte, hätten alle, die den Alleinverdienerabsetzbetrag verloren hätten, auch ein Geltendmachen von Sonderausgaben verloren. Da dies nicht so gedacht gewesen sei, werde man das "sanieren".

Großteil der Pensionisten wird profitieren

Von der Einigung zwischen Seniorenvertretern und Regierung, wonach Pensionen bis 3.300 Euro brutto mit 2,7 Prozent angepasst werden, wird der überwiegende Teil der Pensionisten profitieren: Rund 2,44 Millionen Pensionen werden um 2,7 Prozent erhöht, hieß es aus dem Sozialministerium . Weniger als 2,7 Prozent bekommen demnach rund 34.500 Beamtenpensionisten, dazu kommen noch rund 200 ASVG-Pensionisten, die länger als bis 65 Jahre gearbeitet haben und knapp über der Grenze von 3.300 Euro liegen.

Die Einigung von Montagabend sieht vor, dass das Plus bis zu einer Pensionshöhe von 5.940 Euro brutto auf 1,5 Prozent abgeschichtet wird. Laut Seniorenbund bedeutet das zwischen 3.300 und 5.940 Euro jeweils einen Betrag von ca. 89,10 Euro brutto. Für Pensionen über 5.941 Euro brutto gibt es kommendes Jahr 1,5 Prozent mehr. Der Seniorenbund wies am Dienstag darauf hin, dass der Abschluss nicht für Landesbeamten-Pensionisten gelte - jedes Bundesland treffe die Entscheidung, ob der Abschluss des Bundes übernommen werde.

Keine Messlatte für Beamte

Eine Messlatte für die ebenfalls noch laufenden Beamtengehaltsverhandlungen wollte zumindest Faymann nicht erkennen: Jede Verhandlungsrunde entscheide mit den Betroffenen, meinte er auf eine entsprechende Frage.

(APA)

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rowdy
01
15.11.2011, 23:09
Ist das schon die Schuldenbremse :D

Pensionserhöhung über dem Wirtschaftswachstum. Die Beamten sind sowieso irgendwo in Wolkenkuckucksheim daheim. Redet irgendjemand übers Pensionsalter? Haaalllloooo, die fetten Jahre sind vorbei!

Aber es ist schon hoffnungslos. Österreicher interessieren sich nicht für Bildung, Forschung, Technologie und Wirtschaft. Nur für "Ansprüche", und seien sie nur ans Salzamt.

Köpfler in die Toilette, viel Spass allerseits, wir sehen uns dann in der Realität. :D

Herbert Z2
 
00
16.11.2011, 03:31
Rowdy Sie wissen..

..aber schon, dass die Mindestpension Euro 606.- betraegt ?
mfg.

rowdy
00
16.11.2011, 18:00

Bei der Erhöhung der Mindestpensionen bin ich ganz bei Ihenen, dabei muss man aber nicht automatisch alle anderen miterhöhen.

Es trifft die ärmsten am stärksten wenn der Staatshaushalt und damit der Sozialstaat komplett den Bach runter geht. Wer den Kern davon erhalten will, der muss die Peripherie beschneiden.

wolf55
00
16.11.2011, 15:48
Unsinn

Es gibt keine Mindestpension. Der Richtsatz für die Ausgleichszulage beträgt 2011 mtl. 793,40 Euro. Netto macht das dann ca. 750 Euro, 14 mal jährlich, aus. Von 606 Euro kann daher gar keine Rede sein. Erst schlau machen, dann posten...

Pisum fuit.
00
22.11.2011, 10:11

Wenn ich meiner Oma glauben darf, bekommt sie aber keine 750 € im Monat.

kakaniengeist
00
15.11.2011, 21:32
schuldenbremse! mindestsicherung für frühpensionistInnen, und keinen cent mehr!

ab 1. 1. 2012 gibt es für die männlichen alpenrepublikaner erst ab 65 eine pension

und für die weiblichen ab 70 (seit jahren stabile höhere lebenserwartung!).

und wer sich vorher *vertschüssen* will, kriegt höchstens die mindestsicherung, aber keinen cent mehr.

übrigens, der staat hat überhaupt nichts mehr *zuzuschießen*, oder wir ändern den terminus technicus pensions*versicherung*.

chistyle .at
00
15.11.2011, 19:38

netto also unter der inflation!!!
das sollten alle Poster bedenken!!!

jeff5
00
15.11.2011, 18:25
man hätte mehr mit einmalzahlungen agieren müssen.

dieser abschluss ist zu teuer.

anton anton
03
15.11.2011, 17:15
und wieder mehr für die 6000 euro pensionisten

bei 1000 euro sind 2,7 % 27 euro mehr

bei 6000 sind 1,5 % 90 euro mehr

warum nicht für alle 50 euro pensionserhöhung?

und dann wieder gross daherquatschen das die lohnschere auseinandergeht

spooky1980
63
15.11.2011, 16:41
Ich hätt auch gern 2,7% Plus

Nur das wird sich in der freien Wirtschaft nicht so leicht spielen. Dafür muss ich was tun. Was bringt ein Pensionist als Gegenleistung?

kuonrad
00
22.11.2011, 13:01
er hat

jahrzehntelang für verschiedene rotzlöffel gearbeitet, damit die dann seine existenzberechtigung negieren können...

Buckladahund
01
16.11.2011, 12:54
Mit Sicherheit nicht viel gearbeitet > Mindestsicherungsempfänger?

Tststs
10
15.11.2011, 23:10
Er gibt das Geld aus und erhält die Enkel.

Beides ist Motor der Wirtschaft, mein Freund. Ohne Konsum kannst dir deine heilige Produktion von was auch immer nämlich sonstwo hinstecken.

Franz Bruckner
11
15.11.2011, 17:26

Stimmen bei der nächsten Wahl.

tigerkater
17
15.11.2011, 17:09
Der Pensionist

hat,Jahrezentelang in die Versicherung einbezahlt daher steht im genau so wei dem Erwerbstätigen die Inflationsabgeltung zu. Ich weiss nicht in welcher Welt Sie leben. Wäre gut wenn Sie vor Sie so ein blödsinn schreiben Ihr Gehirn einschalten würden!!!!!!!!

HansPeter10
40
15.11.2011, 17:49

Das ist ja das Problem, das Gehirn einschalten. Hier beim posten und wahrscheinlich auch im Beruf. Deswegen verdienen viele gar sooo wenig, aber schreien wie am Marktstand, dass sie mehr haben wollen. Wo ist eure Leistung? Biersaufen von Freitag nachmittag bis Sonntag früh. Nicht genügend, setzten. Reicht nicht. Dann aber bitte nicht Anderen wegnehmen wollen.

Franz Bruckner
11
15.11.2011, 17:35

Unser Pensionssystem wurde in der zweiten Republik eingeführt. Es besteht also seit erst 70 Jahren und trotzdem wird es als etwas natürliches angesehen was immer funktionieren wird. Diese Ansicht ist etwas naiv, dann Fakt ist, dass es nicht nachhaltig finanzierbar ist. Anstatt es schon heute zu reformieren sodass es auch noch für die zukünftigen Pensionisten funktionieren wird, wird auf eine Inflationsabgeltung gepocht mit dem Argument "wir haben ja auch einbezahlt".

Genausogut könnte auch ein Setzer im Buchdruck in Zeiten des Offset-Drucks darauf bestehen einen Job zu bekommen denn er habe ja auch müsehlig in seine Ausbildung investiert.

Männer könnten fordern Kinder zu gebären, nachdem Sie einen Schwangerschaftskurs besucht haben.

verinus
01
15.11.2011, 17:18

blödsinn

die pensionisten haben nix eingezahlt sondern die pensionen ihrer eltern und großeltern finanziert. das is ein feiner aber bedeutender unterschied.

sie haben dafür im gegenzug das geld ihrer kinder und kindeskinder ausgegeben und noch dazu zu wenig kinder gezeugt geschweige denn das pensionssystem so umgestellt, dass es mit dem generationenvertrag funktionieren würd.

ich fordere einen sofortigen stopp für den transfer von steuergeldern in den pensionstopf. das ist raub an den werktätigen und deren kindern!

HansPeter10
11
15.11.2011, 17:50

Soll es vielleicht ein Tranfer von den Pensionen zum AMS werden? Angrennt?

verinus
00
15.11.2011, 18:07

man muss das pensionssystem grundlegend überdenken- aber nicht erst in 30, 40 jahren, sondern sofort!

dass es nicht funktioniert weiss man seit jahrzehnten- aber man ignorierts weils ja eh wer anderer zahlen muss- zukünftige generationen können sich nicht wehren. es muss eine sofortige umstellung auf ein nachhaltiges system erfolgen!

Emiliano Zapata
 
00
15.11.2011, 18:34
das asvg modell funktioniert eigentlich ziemlich gut

das hat 2010 einen deckungsbeitrag von knapp über 80% aus den beiträgen. was wirklich geändert werden muss - aber das kann auch nicht von heute auf morgen gehen und sollte daher sofort getan werden - ist die aufhebung der beamtenprivilegien bei der pension - dh angleichung an asvg pension, mit höchstpension etc. aber da hat sich bis jetzt keiner drüber getraut - v.a. gibt es für 9 bundesländer auch 9 verschiedene varianten für die landesbeamten...

chistyle .at
10
15.11.2011, 19:17

stimmt es ist unfair, dass Beamten viel höhere Pensionsbeiträge leisten müsse.
Ebenfalls find ich es auch unfair, dass Beamten keine Abfertigung bekommen.
Ach ja und zur Anpassung: die ist doch schon längst im Gange. Aber wahrscheinlich könnte sie doch ein wenig schneller gehen...

verinus
00
15.11.2011, 18:40

diese deckung darf aber nur in wirklichen ausnahmen unter 100% liegen (zb wirtschaftskrise und ach hier nur vorübergehend!).

bezüglich der beamten stimme ich ihnen zu- alle- vor allem auch politiker- müssen dem selben pensionsystem zugerechnet werden. die derzeitigen regelungen sind himmelschreiend ungerecht.

tigerkater
00
15.11.2011, 17:05
Der Pensionist

Wulfal privat
00
15.11.2011, 14:55

Dorfer erklärt Euch mal treffend, was wir (das Volk) zu entscheiden haben:

http://www.youtube.com/watch?v=v... re=related

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