Jalil verspricht: Libyen wird nicht extremistisch

13. November 2011, 20:18
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Äußerte sich gegenüber der EU-Außenbeauftragten Ashton: Es wird einen moderaten Islam geben

Tripolis/Kairo - Politischer Neuanfang in Libyen: Das nordafrikanische Land stellt in dieser Woche seine neue Regierung vor. Das kündigte der Vorsitzenden des Übergangsrates, Mustafa Abdul Jalil, bei einem Besuch der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Samstag in Tripolis an. Er versprach dabei, dass es auch künftig keinen religiösen Extremismus geben werde, lediglich einen moderaten Islam.

Jalil hatte viele liberale Libyer vor den Kopf gestoßen, als er in seiner Rede zur "Befreiung Libyens" gesagt hatte, jedes Gesetz, dass nicht dem islamischen Recht ("Scharia") entspreche, sei ab sofort ungültig.

Die neue Übergangsregierung werde aus Personen bestehen, die für ihre Ehrlichkeit und Effizienz bekannt sind, betonte Jalil nach einem Gespräch mit Ashton. Ende Oktober war bereits der Ingenieur und Geschäftsmann Abdul Raheem al-Keeb zum Regierungschef bestimmt worden. Die wichtigste Aufgabe für Al-Kib und seine Minister ist es, die ersten Wahlen nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi vorzubereiten. Innerhalb von acht Monaten sollen gewählte Volksvertreter die Macht übernehmen, die dann wiederum eine neue Verfassung schreiben.

Ashton sagte den Libyern Unterstützung beim Aufbau eines neuen, demokratischen Staates zu. Die Chefdiplomatin, die zur Einweihung einer EU-Vertretung nach Tripolis gereist war, betonte, das neue Delegationsbüro sei ein Symbol für die Entschlossenheit der Europäer, den Menschen in dem Land beizustehen. Seit Mai hat die EU bereits ein Büro in Bengasi, das nach Angaben eines Sprechers aber voraussichtlich geschlossen wird. (APA)

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    Zwei, die einander verstehen.

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