Haberzettls Rückzug

Auf dem Abstellgleis

Kommentar | Luise Ungerböck, 13. November 2011, 18:24

Der überraschende Rückzug Wilhelm Haberzettls von der Spitze der ÖBB-Gewerkschaft gleicht eher einem Absprung aus dem fahrenden Zug denn einer geordneten Hofübergabe

Wäre sein neuer Job eine echte Herausforderung, etwas Neues, das Wilhelm Haberzettl nach einer fast sein ganzes Berufsleben währenden Karriere als Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaftsfunktionär reizt, würde er sämtliche Nebenjobs an den Nagel hängen. Da der Multifunktionär im Stadium Abeundi aber sein SPÖ-Nationalratsmandat behält, darf davon ausgegangen werden, dass der Chefsessel in der Eisenbahner-Wohnbaugenossenschaft WBG eine Nebenbeschäftigung ist, ein finanziell wohlgepolstertes Ausgedinge noch dazu.

Auch wenn die Rochade im Mutterland des koalitionären Postenschachers kaum jemanden wirklich aufregt (am wenigsten natürlich die Genossen Multifunktionäre in Partei und Gewerkschaft), einen Schönheitspreis gewinnt der stets gegen Miss- und Günstlingswirtschaft in der Bahnführung polternde Haberzettl damit nicht.

Im Gegenteil. Misstrauen ist angesagt. Denn der überraschende Rückzug von der Spitze von ÖBB-Arbeitnehmervertretung und Gewerkschaft gleicht eher einem Absprung aus dem fahrenden Zug denn einer geordneten Hofübergabe. Charismatische Führungsfiguren, die den Deckel auf dem Topf widerstrebender Interessen der mehr als 40.000 ÖBB-Bediensteten halten können, wurden verscheucht statt gefördert. Reißen jüngere Eisenbahner das Steuer in der von (Früh-)Pensionisten dominierten Bahngewerkschaft nicht herum, landet der Karren auf dem Abstellgleis. (DER STANDARD, Printausgabe, 14.11.2011)

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12 Postings
Helmut s. Schicklgruber
30
14.11.2011, 11:29
Haberzetel-Wechsel

Warum sollte er noch bleiben? Das Unternehmen wird den Turn around vsl. nie schaffen und für seine Gewerkschaftsmitglieder - die immer weniger werden - kann er auch bei seinen Genossen nicht mehr viel erreichen. Für sich jedoch hat er bei den ÖBB finanziell sehr viel erreicht.
Wurde der Job bei der Wohnbaugesellschaft für ihn geschaffen?

onlooker
00
14.11.2011, 13:12
interessant, wenn man nach wbg googelt, bekommt man nur nebulose infos,

vielleicht haben sie recht, und es ist eine "neue" aufgabe für haberzettl, merkwürdig welche neuen gebilde kreiert werden

ChristianderGuru
80
14.11.2011, 11:00
Der Karren ist bereits auf dem Abstellgleis!

Mit der überproportional hohen Anzahl von freigestellten Personalvertretern befindet sich die Republik in Geiselhaft der ÖBB.
6 Mrd an jährlichen Zuschüssen aus dem Budget engt den Handlungsspielraum massiv ein, aber Hauptsach die Niko und Haberzettls sind versorgt.

mir wird schlecht
08
14.11.2011, 13:25
blödsinn

die anzahl der freigestellten br's richtet sich nach dem arbeitsverfassungsgesetz. keiner mehr und keiner mehr.
von zuschuss kann keine rede sein. abgeltung für verkehrsdienstleistungen ist kein zuschuss.
und die 6mrd sind für einen zeitraum von 10 jahren.
zuerst informieren!!!

rudi ratlos3
02
14.11.2011, 09:34
haberzettl

Cote 304
02
14.11.2011, 08:44

Er ist halt eben auch schon 56. Alles andere als ein Abgang von der ÖBB wäre nicht glaubwürdig.

Der Bundeswähler
30
14.11.2011, 06:38
Gutes Timing

Haberzettl geht zwar überraschend, aber zu einem richtigen Zeitpunkt. Er persönlich braucht sich mit dem Niedergang der ÖBB und der Ignoranz der roten Verkehrspolitik nicht mehr herumschlagen.

Und die Hofübergabe erfolgt rechtzeitg vor der nächsten Betriebsratswahl und Gehaltsverhandlung.

flying dutchman
 
00
13.11.2011, 23:24
ihr Naivlinge!!

...damit kann er seelenruhig das Imperium Polleres versorgen.

lässerfeilzl
00
14.11.2011, 15:59
hä?

welches Imperium gibt's da noch, neben der Wellcon?

flying dutchman
 
00
14.11.2011, 20:46
Imperium Polleres

na die Haustechnikfirma der Familie der Lebenspartnerin...wurde ja schon bisher bestens versorgt

flying dutchman
 
00
13.11.2011, 23:22
ihr Naivlinge!!!

Gerhard Grabner
216
13.11.2011, 21:18
Halbe Wahrheit

Natürlich sind die Frühpensionen ein Sargnagel der ÖBB. Der andere Sargnagel ist aber der Mißbrauch der ÖBB als Baufirma bzw. Porr-Auftraggeber durch die Porr-Ex-Manager Pöchhacker und Huber. Unter Duldung Feymanns und zuvor Schüssels und seiner Verkerhsminister. Das muss man auch dazu sagen.

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