Grillitsch-Abgang: Straches Saat am rechten Acker

Kolumne | Gerfried Sperl, 13. November 2011, 18:08

Die ÖVP möchte die im städtischen Gemenge wachsende Kraft der FPÖ nicht auch am Land hinnehmen

Entweder hat ihm Fritz Grillitsch schon zugesagt, oder er war untypisch voreilig: Heinz-Christian Straches Einladung an "gemobbte und enttäuschte ÖVP-Funktionäre", sich in der FPÖ zu engagieren, kann nur auf den zurückgetretenen Bauernbund-Chef gemünzt sein - als einer der "rechtskonservativen und heimatverbundenen Kräfte".

Ab 2004 ging manch einer zu Grillitsch im Bauernbund auf Distanz - damals wurde das sogenannte "schwarz-blaue Baby" geboren, der gemeinsame Sohn mit Magda Bleckmann, die im Jahr 2000 mit 33 Jahren einige Monate steirische FPÖ-Landesrätin gewesen war und 2006 als BZÖ-Mandatarin den Nationalrat verließ. Wegen dieser Verbindung ließ sich Grillitsch scheiden und verzichtete auf seinen Bauernhof am Murboden.

Bleckmann, die aus einer Mürztaler Unternehmerfamilie (Schöller-Bleckmann) stammt, ist eine erfolgreiche Unternehmensberaterin und Trainerin von Führungspersonal. In der Steiermark heißt es, dass sie Grillitsch den Gedanken eingab, Thilo Sarrazin zu einem Vortrag nach Graz einzuladen. Zuvor schon war der Bauernbundchef durch rechtslastige Positionen aufgefallen.

Das hat unter steirischen Bauern Tradition. Das Murtal von Murau bis Leoben war neben dem Kärntner Krappfeld und der Friesacher Gegend ein Zentrum des deutschnationalen Landbundes. Erst unter Landeshauptmann Josef Krainer sen. gelang die Zusammenfügung der beiden Flügel des Aars (Bezeichnung für "Adler" in der steirischen Hymne). Weshalb Grillitsch nicht abgeneigt sein könnte, die rechtslastige Tradition aufleben zu lassen.

Einen Raiffeisen-Job wird es für ihn jedenfalls nicht geben. Christian Konrad und seine Vasallen sind gegen jede Nähe zu FPÖ oder BZÖ und deren Gedankengut immun. Weshalb die Sarrazin-Veranstaltung mit dem Abendgast Strache ein guter Anlass war, Grillitsch loszuwerden.

Zwar gibt es Gerüchte, das "Forum Land" sei ein Zwischenlager für persönliche Zuwendungen der Telekom gewesen. Und mysteriös sind Aussagen über eine "ernste Erkrankung" des 52-Jährigen.

Hauptsächlicher Grund aber war, dass der Chefbauer beim Obmann-Wechsel von Josef Pröll zu Michael Spindelegger eine Schwächung seines Bundes Bauernbundes nicht verhindern konnte.

Im Bauernbund fackelt man dann bei Neubesetzungen nicht lange. Den Nachfolger für Grillitsch gibt es schon - in der Person von Jakob Auer. Wenn man sich im Vergleich dazu die Wiener Misere anschaut, dann weiß man, worum es geht. Führungsschwäche führt zu Einflussverlust. Eine derartige innerparteiliche Verschiebung möchte man, nicht zuletzt aus Sicht der Raiffeisen-Spitze, stoppen.

Dazu kommt, dass man die im städtischen Gemenge wachsende Kraft der FPÖ nicht auch am Land hinnehmen möchte. Grillitsch sollte nicht weiter mit dem rechten Rand flirten können.

Die ÖVP verliert nicht nur bei den Hochgebildeten (siehe der Ausgang des Volksbegehrens), sondern, wie zu Zeiten Jörg Haiders, auch bei den Bauern, den Gewerbetreibenden, den Kleinunternehmern. (DER STANDARD, Printausgabe, 14.11.2011)

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W s
02
17.11.2011, 12:13
Erschreckend. Denn wenn es ob dieser Sarrazin-Einladung zu offenbar so heftigen Kontroversen kommt, dass Grillitsch aufgibt,

dann ist das für die ÖVP die katastrophalste Nachricht seit langem. Dann wird das dazu führen, dass die Partei demnächst bei Umfragen einen Wert lesen wird müssen, der höchstens noch einen Einser an erster Stelle hat. Diesen absolut unbegreiflichen Akt einer politischen Selbstzerstörung kann Parteichef Spindelegger jetzt nur noch dadurch abwenden, indem er sich lauthals an die Seite Grillitschs stellt. Was er schon mangels Mut natürlich nicht tun wird.

Benjamin Klein
21
14.11.2011, 19:04
Ich staune über folgenden Text:

""""""""""
Kolumne | Gerfried Sperl, 13. November 2011 18:08

Die ÖVP möchte die im städtischen Gemenge wachsende Kraft der FPÖ nicht auch am Land hinnehmen ....
"""""""""
Gerade die ÖVP und gerade auch Raiffeisen haben doch seit der Mitte der 1980iger-Jahre kräftig das Wachstum der Blauen gestützt,
Waldheim-Affäre und "Bedenkjahre" taten ein Übriges dass sich Viele wieder an die einst im Familienverband starke Begeisterung fürs "Nationale" erinnerten .....

Schon 1999 waren viele Haider-Stimmen von Bauernbundmitgliedern und -funktionären.

Zwischen Schwarzfaschismus und Braunfaschismus gibt es keine scharfe Grenze

W s
01
17.11.2011, 12:13
Lachhaft. Schau.

Die Sarrazin-Einladung stört manche Linksträumer in der Partei, die noch immer glauben, die in Zeitungen veröffentliche politisch korrekte Meinung hätte irgendetwas mit der öffentlichen zu tun. Die Wahrheit ist aber: Wenn es ein Thema gibt, dass die einstigen und die noch verbliebenen Schwarz-Wähler am stärksten eint und emotional bewegt, dann sind es punktgenau die von S. referierten Themen, samt dessen ebenso mutigen wie richtigen Vorschlägen.

Castrator
02
14.11.2011, 18:11
H.C. Strache muss ein Wunderwuzzi sein

weil sich sogar ein Herr Sperl mit ihm auseinandersetzt und behauptet, Straches Saat gehe auf. Strache ist nicht das Problem, das Problem ist die Leere des brüchigen politischen Establishments. Was zB ist die politische Botschaft eines Herrn Faymann, eines Herrn Spindelegger?
Beide sind Verweser, ein alter Ausdruck für Verwalter. Verwalter kann fast jeder sein, so wie ein Zivildiener Minister f LV sein kann. Beiden geht es um den nackten Macherhalt, nur das ist keine politische Botschaft oder Vision.

Die Teilnahmslosigkeit der Bevölkerung am politischen Geschehen ist mittlerweile beängstigend, so wird alles, was nur nach Vision klingt, gerne gehört, egal was es ist. Bevor nichts geschieht soll zumindest was passieren, so mein Eindruck

Arbeiter
00
14.11.2011, 16:11
Die Todessehnsucht der ÖVP zeigt sich z.B. darin,

dass sie sich mit Rotgrün um jene 20% der WählerInnen balgt, die ein oder zwei Wörter der Bundeshymne umdichten wollen. Diese 20% sehe ich selbstverständlich als den intelligentesten Teil der der WählerInnen, aber es sind halt nur 20%, von denen wiederum die Intelligentesten die Grünen wählen und die Zweitintelligentesten die SPÖ und da bleibt für die ÖVP nicht viel. Ich will gar nicht aussprechen, wer jetzt nur mehr übrigbleibt für die Masse des dumpf-ungebildeten Volkes.

hotta
00
14.11.2011, 17:10
Das kann so nicht stehen bleiben

In Kärnten wählten 45 % die FPK. Wann wird endlich der IQ dieser Wähler bewertet?

Arbeiter
00
14.11.2011, 17:55
Wo ist unser Widerspruch, hotta?

Ich schrieb doch, dass die verschiedenen Klassen der Gebildeten nur 20% ausmachen, der Rest sind die dumpf-ungebildeten. Es ist beklagenswert, dass nach so vielen Jahrzehnten sozialistischer Vorherrschaft die Masse des Volkes noch immer nicht denkt oder wenigstens nicht richtig. Die Maßgebenden in der ÖVP haben schon eingesehen, dass es unter ihrer Würde ist, sich mit den unreflektierten Lebensäußerungen der anderen Organismen äusserer menschlicher Gestalt abzugeben. Daher dichten sie die Bundeshymne um und machen Gesetze, die richtiges Denken und Sprechen vorschreiben. Dafür gebührt ihnen Respekt. Aufrecht in den Untergang.

cipf
 
00
14.11.2011, 15:30

Tja sowas kommt halt davon, wenn mann (!) als Konservativer einen Roten einlädt der die B(L/R)aunen anspricht :-))

Karl Radek
00
14.11.2011, 15:22

seit grillitsch mit der freiheitlichen magda bleckmann zusammen ist, ist er vom xenophobievirus infiziert.

ganzsichernicht
 
00
14.11.2011, 15:17
...für die öhfaubeh gibts kein links noch rechts geschweige ein vorwärts! MIT VOLLGAS ZURÜCK ODER ZUMNINDEST DA WO WIR SIND FÜHLEN WIR UND

academius
102
14.11.2011, 14:07

Eines ist klar:

die ÖVP steht für eine streng regulierte Zuwanderung der besten Köpfe.

Die Integrität des österreichischen Arbeitsmarkts ist der ÖVP genauso heilig wie das Wohl der Arbeitnehmer oder die soziale und kulturelle Kohäsion im Land. Noch mehr: der soziale Friede im Land ist überhaupt das Gut, was von der ÖVP mit Zähnen und Klauen verteidigt wird.

Die ÖVP grenzt sich entschieden von linken Träumern und rechten Hetzern ab. Denn die ÖVP steht für nachhaltige und seriöse Konzepte.

Für die ÖVP gibt es kein links oder rechts. Sondern nur ein Vorwärts - und zwar für Österreich.

Benjamin Klein
10
14.11.2011, 19:03
diese ÖVP wie sie hier beschrieben ist

kenne ich nicht,
aber die gegenteilige Form ist mir bekannt ....

ganzsichernicht
 
01
14.11.2011, 16:05
...mageehe, ihre öhfaubeh kampfpostings werden so wie ihre partei nur noch als staubig, ewiggestrig und überholt angesehen...ersparens uns diesen unfug bitte!

jaja, sie kommen eh in den himmel! mit einer derartigen realitätsverweigerung sind sie im dollfuß-club bestens aufgehoben...amen.

trollvottel
03
14.11.2011, 15:18

Aha: Die Partei der Betrüger und der Fönwellenköpfe, die Partei der Bildungsvernichtung und der pröllig-rechten Sprüche ... sorry, aber ihr steht inzwischen nur noch für weltfremdes Hinterwäldlertum.

ganzsichernicht
 
00
14.11.2011, 15:15
...MUAHAHAHA...sie sind aber schon immer einen lacher wert!AHA.

bezahlter kampfposter der heiligen fraktion?? sie glauben ja auch noch wirklich, dass sie deswegen in den 2himmel" kommen?? trollens weiter. amen.

anthropophagus
00
14.11.2011, 13:54
na schau:

"Christian Konrad und seine Vasallen sind gegen jede Nähe zu FPÖ oder BZÖ und deren Gedankengut immun." da hat man ja die wahl zwischen pest und cholera - entweder rechtsrand oder das widerwärtige spießíge katholentum.

Oh my God !
10
14.11.2011, 13:37
seriöser "Quali-Journalismus" :

"damals wurde das sogenannte "schwarz-blaue Baby" geboren.....

"In der Steiermark heißt es, dass sie Grillitsch den Gedanken eingab....."

"Zwar gibt es Gerüchte, das "Forum Land" sei ein Zwischenlager für...." usw...

"verschwör-schwervör"

LG nach Bilderberg in der STMK

trollvottel
00
14.11.2011, 15:01

Wenn ein schwarzer Bauer eine möglicherweise intelligente, leider aber politisch österreichfeindlich-deutschnazional, NS-affin und rechtsextrem eingestellte Frau aus einer österreichweit bekannten Burschenschafter- und Extremistenfamilie heiratet und wenig später mit rassistischen Sprücherln loslegt ...

wer sonst soll ihm dann den Schwachsinn eingeflüstert haben, wenn nicht sein braunes Schatzerl?

Benjamin Klein
00
14.11.2011, 19:05
meinen sie die Bleckmann und den rillitsch ?

Oh my God !
00
14.11.2011, 17:56

noch einmal: LG nach Bilderberg in der grünen STMK

Oh my God !
00
14.11.2011, 13:33
In der Steiermark heißt es, dass sie Grillitsch den Gedanken eingab, T

Zwar gibt es Gerüchte, das "Forum Land" sei ein Zwischenlager .....

Androsch. "Wir werden auf jeden Fall an der Sache dranbleiben." Mit einer bloßen parlamentarischen Debatte ohne Resultate, will Androsch sich "keinesfalls zufriedengeben".

Spätestens bei den nächsten Nationalratswahlen werde Bildung ein zentrales Thema sein, so Androsch. "Jeder, der dieses Anliegen nicht ernst nimmt, muss damit rechnen, dass er vom Wähler abgestraft wird."

1116er
00
14.11.2011, 13:10
man mag zum bauernbund ja stehen wie man will.

aber von allen övp-teilen waren die es, die am wenigsten sympathie für den braunblauen schüssel-machtwahn hatten.

komatöser masoköter
00
14.11.2011, 17:19
Naja. Allenfalls deswegen, weil

die Bauernbündler schon immer so gut wie möglich alles sabotiert haben, was die Macht "der Wiener" stärkt. Das selbe gilt natürlich auch für Raiffeisen.

ganzsichernicht
 
00
14.11.2011, 15:11
...deshalb hamma gleich den schmied ( sarazzin) und nicht den schmiedl ( strache oder irgeneine x-beliebige schießbudenfigur) eingeladen...

trollens weiter....

1116er
00
14.11.2011, 13:10
man mag zum bauernbund ja stehen wie man will.

aber von allen övp-teilen waren die es, die am wenigsten sympathie für den braunblauen schüssel-machtwahn hatten.

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