Stöger hält an Plänen zu ELGA fest

13. November 2011, 13:36
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    foto: apa/schlager

    In der "Pressestunde" verteidigte Stöger einmal mehr die Datenbank ELGA: Mit deren Hilfe könnten 33.000 Medikamenten-Wechselwirkungen pro Jahr vermieden werden.

Gesundheitsminister weist Kritik der Ärztekammer zurück: "Es geht um Datenschutz, aber auch um Menschenschutz"

Wien - Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hält an seinen Plänen zur Einführung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) sowie eines bundesweit einheitlichen Spitalsgesetzes fest. ELGA sei ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und Effizienz, betonte Stöger am Sonntag in der "ORF-Pressestunde". Einen Zeitplan für die Umsetzung konnte der Minister noch nicht nennen, dies stehe auch nicht im Vordergrund, meinte er.

ELGA: Stöger sieht kein Datenschutz-Problem

Einmal mehr wies Stöger Kritik am Projekt ELGA zurück. Er sagte, es würden sehr viele Ärzte mit der Bitte, sich nicht abhalten zu lassen, an ihn herantreten. Sein Vorschlag liege derzeit bei seinem Regierungskollegen Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP): "Wir werden darüber verhandeln und das zu einem Ergebnis bringen." Bedenken über den Datenschutz möchte er ausräumen: "Ich will den besten Datenschutz haben. Datenschutz ist wichtig, mir geht es aber um den Menschenschutz." So verwies er auch darauf, dass mit Hilfe von ELGA 33.000 Medikamenten-Wechselwirkungen jährlich vermieden werden könnten. Auch würde dadurch 7.000 Patienten "unnötige Krankenhaus-Aufenthalte" erspart.

Einsicht in die Patientendaten sollen dabei nur die vom jeweiligen Patienten ermächtigten Ärzte erhalten. "Es gibt keine zentrale Speicherung. Wir stellen nur die Verbindung her mit ELGA", so Stöger. Er geht auch davon aus, dass nach Abschluss der Wiener Ärztekammerwahlen auch die Vertreter aus der Bundeshauptstadt am Projekt teilnehmen, "weil sie den Patienten Gutes tun wollen".

Minister kämpft weiter für Spitalsgesetz

Stöger pocht auf eine österreichweit einheitliche gesetzliche Regelung für Spitäler: "Es geht nicht um Zentralisierung, sondern darum, Verantwortlichkeiten klar zu regeln. Die Gesetzgebung muss einheitlich in Österreich sein, aber die Entscheidungen müssen dezentral erfolgen: patientennah, aber unter den gleichen Rahmenbedingungen."

Der Gesundheitsminister hält auch an seinem Vorschlag fest, dass es in allen Regionen Österreichs ein öffentliches Krankenhaus geben müsse, in dem Abtreibungen durchgeführt werden: "Das Angebot muss es geben, das wird erwartet von den Frauen." Was den Ärztemangel in ländlichen Gebieten betrifft, verwies Stöger auf die Gruppenpraxen. Eine Aufwertung der Hausärzte sieht er auch in der geplanten Einführung von ELGA.

Gesünder essen in Schulen

Ein Anliegen ist Stöger auch die Gesundheitsprävention von Kindesalter an. Ab Jahresbeginn sollen deshalb den Betreibern von Schulbuffets mobile Beraterteams zur Verfügung stehen. (APA)

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Aktive Arbeitslose
00
14.11.2011, 20:23
Wie in einer Diktatur

Wenn es sich bei der SPÖ um eine demokratische Partei handeln würde, dann würde sie den Menschen die Freiheit lassen ELGA zu nutzen oder nicht zu nutzen.

Dass die SPÖ nur allzu oft von oben herab über die Menschen bestimmen will zeigt aber, dass es sich bei den Roten offenbar eher um Rotbraune handelt, die kaum besser als Schwarzbraune und Blaubraune sind. Das kennen wir von der "ordentlichen Beschäftigungspolitik" des AMS leider nur zu gut: Übelste Planwirtschaft die keine Rücksicht auf Menschenrechte nimmt.

alex3772
02
14.11.2011, 11:52

meiner ansicht nach beschränkt sich der nutzen des ganzen auf einsparungen im gesundheitssystem und nicht auf "menschenschutz".

ein bisserl selbstverantwortung müssten die menschen ja dann doch noch haben, zb dass sie die relevante krankengeschichte von selbst aus zu einem neuen arzt mitnehmen, etc.

wirklich kritische informationen die in einem notfall über leben und tot entscheiden sind soweit ich weiß durch andere dinge abgedeckt, wie zb allergikerarmband.

natürlich kann man vermutlich auch so illegal an die krankenakten bei manchen ärzten kommen, aber eine zentrale sammelstelle mit etlichen zugriffsmöglichkeiten(=schwachstellen[zb zugangspasswort auf zettl am bildschirm]) ist das ganze um einiges gefährlicher.

UNBEQUEM
00
14.11.2011, 11:43
Wo kann der Patient seine Daten einsehen????

Es ist ja gut und schön , dass inner darüber disskutiert wird , was Ärzte oder Apotheker und die Versicherungen alles speichern und einsehen dürfen.
Erstaundflich ist der Umstand dass niemand sich darum kümmert wie und wan und wo der Patient selbst seine Daten auslesen kann! Wo ist ein Lesegrät für den "Kunden" Patienten bereitgestellt so , dass er seine eigenen Daten auslesen -überprüfen kann!
Es ist nämlich mit Nichten so, dass das Datene der Versicherungen oder der Ärzte sind sondern immer noch Daten des Patienetens! Eind gesetzliche Bevormundung und Ausschießung , dass wir unser eigenen Patientendaten nie zu Gesicht bekommen können , ist schlichtweg unerhört!
Wieso interessiert das niemanden sehr erstaundlich!!!!

aflen
02
14.11.2011, 11:47
Die Daten werden über ein Portal

für den Patienten abrufbar sein. Weiters wird über das Portal die Möglichkeit bestehen, Zugriffsrechte einzuschränken. Wichtig ist auch, dass über das Portal kontrolliert werden kann, wer auf Ihre Daten wann zugegriffen hat. Damit können Sie leicht überprüfen, ob ein Missbrauch stattgefunden hat (zum Beispiel ein Zugriff durch einen Arzt, mit dem Sie überhaupt kein Behandlungsverhältnis gehabt haben).

Aktive Arbeitslose
00
14.11.2011, 20:26
Keine echte Kontrolle

Da Sie nicht der Systemadministrator sein werden, haben sie real nicht wirklich die Kontrolle darüber, was passiert. Die Daten sind zentral gespeichert und eine Gesetzesänderung ist ja grundsätzlich jederzeit möglich, sodass keine Garantie besteht, dass später die Daten doch noch anders, umfassender und gegen Ihre Interessen verwertet werden ...

UNBEQUEM
00
14.11.2011, 12:32
Ein Dankeschön ad "aflen" !!

für die Info! Es ist aber sehr bezeichned, dass in der stattfindenden Diskussion es verabsäumt wird diese INFO von sichaus den Versicherten zu vermitteln. Hier besteht ein Nachholbedarf bei den Politikern wie auch bei den Versicherungen welche Schuldigkeit sie ihren Kunden gegenüber haben!
Es darf als symptomatisch bezeichnet werden, dass man vermeint über den Kopf des Patienten bestimmen zu können!

Vorstadtmama
 
00
14.11.2011, 12:01
das heißt, man kann seine eigenen Daten auf ELGA für alle sperren?

Genau das werde ich dann tun, wenn es soweit ist. Da es für technisch Geschickte heutzutage aber kein Problem ist, solche Sperren zu durchbrechen, besteht ein Restrisiko.

aflen
02
14.11.2011, 12:08
Es wird zwei Möglichkeiten geben

Variante 1: Sie untersagen den Eintrag Ihrer Befunde in das Dokumentenregister und damit gibt es die Befunde nicht in ELGA.
Variante 2: Sie lassen den Eintrag zu und verbieten bestimmten GDAs (oder auch allen!) den Zugriff. Im Bedarfsfall können Sie dann ja zum Beispiel Ihrem Hausarzt und dem Spital, in das Sie wegen irgend einer Sache müssen, vorübergehend den Zugriff erlauben.

UNBEQUEM
01
14.11.2011, 12:42
Überwiegende Intressen Dritter berechtigen...sehr interessant...

http://www.bmg.gv.at/cms/home/... rungen.pdf

Wer ist denn das der Dritte mit überwiegenden Interessen der meine Grundrechte als Patient aushebeln darf???

hot doc
00
15.11.2011, 09:26
danke für die info! für alle zum lesen:

Die drei Eingriffsermächtigungen sind:
- lebenswichtiges Interesse des/der Betroffenen,
- Zustimmung des/der Betroffenen sowie
- überwiegende berechtigte Interessen eines/einer anderen

unbeantwortete frage:
wer ist der "andere", was sind seine "interessen", womit sind sie "berechtigt"?

das ist im kommentar nirgends eindeutig geklärt.

also: elga -> datenweitergabe an dritte ist möglich. george orwell hätte seine freude daran.

RS69
 
00
15.11.2011, 13:36

Spannende Details. (zB Seite 15)

"kann vor allem bei großen Datenmengen – wie etwa datenintensiven Röntgenbildern – auf die Verschlüsselung der eigentlich Gesundheitsdaten (Bilddaten) verzichtet werden, ..."

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Bei den Sicherheitsmechanismen ist es völlig unkonkretes Wischiwaschi: "Deshalb sind effektive Zugriffskontrollmechanismen vorzusehen,"

Vorstadtmama
 
00
14.11.2011, 12:37
Danke für die Info:)

franzauer
10
14.11.2011, 11:12
Datenschutz

ELGA: Auf meiner ECard sind meine medizischen Daten gespeichert. Ich benötige z.B. im Urlaub oder auf einer Reise dringend Hilfe von einem fremden Arzt (Krankernhaus....). Ich lege meine ECard vor und sofort liegen alle medizinischen Daten über mich vor. Das kann nur nützlich uU lebensrettend sein. Wieso kann ein Arzt (Dorner) dagegen sein? Wenn es um meine Gesundheit und Sicherheit geht, pfeife ich auf den Datenschutz.

RS69
 
00
14.11.2011, 21:11

Wenn das der Gedanke wäre, könnte man es als freiwillige Option einführen.

hot doc
02
14.11.2011, 13:30

ich (der ich mit dem dorner übrigens nichts zu tun habe, zur klarstellung) habs schon mehrfach erklärt:
1. die daten sind nicht auf der karte, sondern zentral gespeichert.
2. die daten sind dzt. im ausland nicht abrufbar, ärzte bedürfen aber jedenfalls bester deutschkenntnisse.
3. nehmen sie sich eine liste ihrer medikamente und ihre diagnosen, allergien, operationen usw. zusammen mit ihrer blutgruppenkarte ins geldbörsel.
ich hab jahrelang in akutaufnahmen gearbeitet: im notfall gehts am schnellsten, das geldbörsel umzudrehen und nachzusehen, was sich da findet.
wenn sie ins ausland verreisen, können sie das evtl. auch übersetzen lassen.
elga ist ein spionagewerkzeug, keine hilfe für ärztliche tätigkkeit - letzteres erwiesenermaßen.

x aeins
10
14.11.2011, 16:18

:-) wenn sie Geld von der Bank brauchen, haben sie wahrscheinlich auch ein paar Zettel im Geldbörsel, auf denen irgendwer ihre Bonität bestätigt hat.
Willkommen im 21. Jahrhundert!

hot doc
01
14.11.2011, 20:40

jetzt fangen sie mit ihren wirklich dünnen argumenten an, mich zu stalken. haben sie so ein großes eigeninteresse an der elga-einführung, dass sie angst davor haben, dass sich meine argumente herumsprechen?

x aeins
00
14.11.2011, 21:12

Ich find ihr grosses Eigeninteresse an der ELGA-Nichteinführung interessant. Mich betriffts nicht mehr, meine Pens. ist immer gleich hoch und meine Medikation kann ich zum Glück selbst kontrollieren.

RS69
 
00
14.11.2011, 21:22

Ich find's auch interessant. Und als Patient bin ich froh, dass nicht alle Ärzte jeden Unsinn der öffentlichen AHnd ungefragt mitmachen, sondern auch mein Wohl als PAtient mit im Auge behalten.

hot doc
00
14.11.2011, 21:17

wenn sie in der pensi sind, sind sie schon zu alt, um die probleme von datensicherheit zu verstehen. und offensichtlich aus der generation der technikfreaks, die blind glauben, alles was neu ist, ist fortschritt.

x aeins
00
14.11.2011, 21:29

:-) jetzt haben s´aber wirklich ihr profundestes Wissen zum besten gegeben - für rofl reichts noch in meinem Alter.

hot doc
00
14.11.2011, 23:51

risking only funny laughs. das ist die übersetzung speziell für sie. also: was haben sie gelernt, dass sie so vollmundig schreiben? pensionist ist kein qualifikationsmerkmal.

x aeins
00
15.11.2011, 17:34

hallo-komm grad von toller Bergtour (das nur, damit sie sich keine Sorgen um meine Fitness machen), sag gern noch mehr
- von Nat.wiss. dürften sie wenig Ahnung haben, sonst verkauften sie mir nicht Studien mit 20 Qualitätsindikatoren, in der Annahme dass die eine komplette Beurteilung komplexer Systeme, deren Potential bei weitem nicht ausgeschöpft ist, zuließen
- wenig verantwortungsvoll, dass sie potentielle Paranoiker, die sich eh schon fürchten, dass Al Kaida um die Ecke auf sie lauere und die Daten von ihrer letzten Halsentzündung an sich bringen wolle, noch zusätzlich aufganseln

hot doc
00
16.11.2011, 09:12

die studie erschien im annals of internal medicine, das ist eine topzeitschrift. die studie hat fraglos schwächen, aber zeigen sie mir eine bessere. und vor allem: zeigen sie mir doch bitte einen einzigen nachweis, dass die elga was bringt in der gesundheitsversorgung. normalerweise werden neue maßnahmen zur verbesserung der ärztlichen behandlung erst auf ihren nutzen getestet, aber die leute von der versicherungswirtschaft und von ihnen manipulierte politiker setzen sich in allen ländern über so eine selbstverständlichkeit hinweg.

über den rest ihres postings will ich mich mangels inhaltlicher substanz nicht äußern.

Vorstadtmama
 
00
14.11.2011, 11:33
...das läuft aber anders...

ELGA ist eine zentrale Datenbank, auf die alle Ärzte der EU zugreifen können. Der Speicher ist nicht auf der E-Card sondern im Internet...

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