"Es macht endlich wieder Spaß"

13. November 2011, 11:29
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Golfstar Tiger Woods scheint sein hartnäckiges Tief überwunden zu haben. Er wurde bei den Australien Open Dritter. "Es ist schön, nicht unbeteiligt zuzuschauen"

Sydney - Tiger Woods hat seinen ersten Turniersieg seit zwei Jahren nur knapp verpasst. Der 14-malige Major-Gewinner präsentierte sich am Schlusstag der Australian Open in Sydney mit einer 67 deutlich verbessert gegenüber dem Vortag (75), lag am Ende als Dritter zwei Schläge hinter dem zum zweiten Mal nach 1998 siegreichen Australier Greg Chalmers (275 Schläge). "Ich habe heute wirklich hart gekämpft. Es hätte eine richtig niedrige Runde werden können, doch einige schlechte Abschläge auf den zweiten neun Löchern haben das verhindert", sagte Woods, der nach dem Triumph im November 2009 beim Australian Masters in Melbourne in eine tiefe private und sportliche Krise gerutscht war. "Es ist schön, wieder oben mit dabei zu sein und nicht unbeteiligt zuschauen zu müssen." Nach zwei Runden hatte er sogar geführt.

Im hochklassigen Feld befanden sich acht Spieler aus den Top 20 der Weltrangliste. Der 35-jährige Woods ist momentan die Nummer 58, er wird sich aber um einige Ränge verbessern. "Ich bin in der Lage, wieder voll anzugreifen. Ich komme immer besser in Schwung und kann wieder mein explosives Training beginnen. Ich schlage schneller, meine Geschwindigkeit kommt zurück. Es macht endlich wieder Spaß", sagte der US-Amerikaner.

Unten

Sein hartnäckiges Formtief führte er nicht auf die privaten Probleme (Scheidung, angebliche Sexsucht), sondern auf die vielen Verletzungen zurück. "Ich hatte in den vergangenen fünf Jahren ein gerissenes Kreuzband, ein gebrochenes Bein, eine gerissene Achillessehne und Bänderzerrungen. Ich war so oft in der Reha, dass ich nicht trainieren konnte."

Das Verhältnis zu seinem Ex-Caddie Steve Williams, den er im Juni nach zwölfjähriger Zusammenarbeit entlassen hatte, hat sich übrigens wieder halbwegs normalisiert. Williams hatte Woods bei der alljährlichen offiziellen Dinnerparty am Rande der World Golf Championship in Schanghai als "schwarzes Arschloch" bezeichnet. Stunden später entschuldigte sich der Neuseeländer auf seiner Homepage.

In Sydney haben sich die beiden ausgesprochen. Woods: "Steve ist kein Rassist, daran gibt es keinen Zweifel. Das war einfach ein Kommentar, der nicht hätte fallen dürfen." Natürlich sei es verletzend gewesen, aber das Leben gehe weiter, so Woods, der Williams die Hand schüttelte, einen Schlussstrich zog. Williams ist nun mit dem australischen Weltranglistenachten Adam Scott unterwegs. Scott wurde hinter Woods Vierter. (red, sid, DER STANDARD Printausgabe, 14. November 2011)

Endstand Australian Open (1,5 Mio. Euro/Par 72) in Sydney: 1. Greg Chalmers (AUS) 275 (67/72/67/69) Schläge - 2. John Senden (AUS) 276 (70/71/63/72) - 3. Tiger Woods (USA) 277 (68/67/75/67) - 4. Jason Day (AUS), Geoff Ogilvy (AUS), Nick O'Hern (AUS), Adam Scott (AUS) und Nick Watney (USA) je 279

  • Tiger Woods ist wieder fit. Er kann sich perfekt bücken. Und zum perfekten Spiel fehlt auch nicht mehr allzu viel.
    foto: epa/miller

    Tiger Woods ist wieder fit. Er kann sich perfekt bücken. Und zum perfekten Spiel fehlt auch nicht mehr allzu viel.

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