Sicherheitskräfte haben größtes Armenviertel von Rio eingenommen

  • 3.000 Sicherheitskräfte marschierten in Rocinha ein.

Macht der Drogenkartelle in Rocinha seit Jahrzehnten ungebrochen - Mit Video

Rio de Janeiro - Brasiliens Polizei hat die größte Favela des Landes, die Armensiedlung Rocinha in Rio de Janeiro, besetzt. Rund 3.000 Polizisten und Marinesoldaten nahmen nach offiziellen Angaben in den frühen Morgenstunden des Sonntags an der Operation teil. Zum Einsatz kamen auch Hubschrauber und mehrere gepanzerte Kettenfahrzeuge. Ziel der Aktion war es, die Macht der Drogenbanden zu brechen und feste Polizeiwachen in der Favela zu installieren.

Rocinha liegt im Süden Rios, nur einige Kilometer entfernt von den Nobelvierteln Leblon und Ipanema, und zählt mindestens 70.000 Einwohner. Der Einsatz begann um 4.00 Uhr (Ortszeit). Bis zum Mittag fiel kein einziger Schuss. Auch die benachbarten kleinen Favelas Vidigal und Chacara do Ceu wurden besetzt. Die Zufahrten zu den Siedlungen waren schon Tage zuvor scharf kontrolliert und am Sonntag zeitweise ganz abgeriegelt worden.

Kein einziger Schuss gefeuert

"Um 6.00 war die Mission der Rückeroberung von Rocinha, Vidigal und Chacara do Ceu erfüllt, ohne dass ein einziger Schuss abgefeuert wurde", sagte Pinheiro Neto, einer der Polizei-Einsatzleiter, bei einer Pressekonferenz. Nach der Besetzung durchkämmten Spezialtrupps angrenzende Wälder, die von den Drogengangs als Flucht- und Transportwege genutzt wurden. Sie nahmen einen Dealer fest und stellten 13 Maschinenpistolen und eine Handgranate sicher.

Öl ausgegossen

Einzige Anzeichen des Widerstandes waren am Sonntag große Öllachen auf mehreren Straßen in der Favela. Gangmitglieder hatten das Öl nach Angaben von Anrainern in der Nacht ausgegossen, um den Polizeifahrzeugen die Fahrt zu erschweren. Auf Fernsehbildern war ein Favela-Bewohner zu sehen, der eine große weiße Fahne als Friedenszeichen schwenkte. Fernsehsender berichteten live von der laufenden Operation.

Vor einem Jahr hatte die Polizei nach ähnlichem Muster mit Hilfe des Militärs die Favela Complexo do Alemao im Norden Rios besetzt. Damals waren bei Schießereien fast 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Aktionen sollen dazu beitragen, die Stadt am Zuckerhut sicherer zu machen - auch mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Rio.(APA)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 58
1 2
We promise to celebrate...

..the "Games without frontiers"...

allein die existenz solcher viertel ist eine schande für brasilien

die religion spielt dabei leider eine wichtige rolle

Was hat das mit der Religion zu tun?

den Konnex muss man erst einmal hinbekommen.

und

am nächsten Tag nach dem Abzug haben es die Dealer wieder eingenommen.

Da war kein Dealer mehr da...

... die wussten schon lange dass die Polizei kommt oder dass sie bzw. ihre Haeuser gar nicht erst kontrolliert werden.
Ich glaube nicht, dass man groessere Gangs mit der dortigen, korrupten Polizei in den Griff bekommt.

Sämtliche Drogen legalisieren

und weg sind die Kartelle inklusive allem, was mit ihnen in Zusammenhang steht. Und zwar von heute auf morgen
So einfach ist das.
Aber Dogmen sind nunmal schwer zu ändern...

Ich waere mir da nicht so sicher. Was passieren koennte ist, dass der Schutz der Drogenmaerkte nicht mehr durch illegale private, sondern durch illegale staatliche Aktivitaeten erfolgen wuerde. Siehe u.a. Opiumkrieg. Die "Verfolgung von eigenen Interessen am Hindukusch" wuerde eine neue Dimension erreichen.

Die Legalisierung haette eventuell nur dann Sinn, wenn die Kontrolle beim Staat bleibt. In Zeiten der globalen Privatisierung (Gluecksspiel, Tabak, etc.) habe ich da aber wenig Hoffnung. So wie die Politik momentan agiert, wuerde sie dann die legalisierten Geschaefte an die jetzige Drogenmafia verkaufen. Fuer wenig Geld und viel Provision.

Die Legalisierung haette eventuell nur dann Sinn, wenn die Kontrolle beim Staat bleibt

'
Richtig. Legalisierung müßte daher einhergehen mit dem Verkauf von Drogen durch den Staat zum Selbstkostenpreis.

Erst dadurch würde der kommerzielle Anreiz für die derzeitigen Produzenten und Händler schlagartig verschwinden.

Da die Nachfrage nach Drogen weitgehend unelastisch ist, würde dadurch auch der Drogenkonsum nicht nennenswert ansteigen.

Selbstkostenpreis müßte nicht sein

Eine Steuer, vgl. Alkohol- und Tabaksteuer wäre da meines Erachtens anch gerechtfertigt. Und wenn sie nur dazu dient, ev. Gesundheitsschäden (bzw. deren Behandlung) abzudecken. Weil es klar ist, daß Drogenkonsum gewisse Risiken mit sich bringt. Wenn auch keine so hohen, daß die Illegalität gerechtfertigt ist.

unsinn

was sie sich da zusammendenken.

legalisierung - bedeutet entkriminalisierung, bedeutet des weiteren offene handelsbeziehungen - und legitimierter "reichtum" bzw. legitimiertes ausbeuten unterer schichten.

das offene modell, wo der staat uns bürger ausbeutet - derzeit in europa gut zu beobachten - ist immer noch besser, als das kriminelle in rio, etc.

hier können sie zumindest irgendwie aussteigen und auf eine kleine mindestsicherung hoffen - drüben wartet nur de tod!!!

bin gespannt was sie sagen würden, wenn ihr Kind dann legal abhängig wird ....

ja ja

legal abhängig - sie sind lieb.

warum sollte ein anständiges kind abhängig werden, wenn es keinen gen-defekt hat.

die meisten menschen sind übrigens zucker-junkies. auch alkohol soll in österreich ziemlich in sein - hab ich mir sagen lassen.

ihr argument läuft ins leere. von drogen kommt man viel leichter los, da man die auswirkungen viel schneller sieht und spürt!

wenn man sein kind gut erzieht dann passiert sowas nicht.

ich weiss nicht wie sie sich eine legalität vorstellen. ich stell sie mir kontrolliert vor.
süchtigmachende stoffe sollten nur in einer wissenschaftlich begründeten menge abgegeben werden.
das problem jetzt ist, dass viele dieser stoffe illegal sind und eine kontrolle somit unmöglich macht.

wahrscheinlich nichts anderes, als wenn das Kind alkoholsüchtig wird. Die Gefahr der Abhängigkeit wird überbewertet, weil all jene, die nicht süchtig nach ihren Drogen werden, in keiner Statistik auftauchen. Hätten Sie Bedenken, wenn Ihnen Ihr erwachsenes Kind an Ihrem Geburtstag mit einem Sauvignon zuprostet?
Mich würde es freuen, wenn das Meine mich einen harzigen Marokkaner anrauchen ließ. Ist aber leider nicht zu erwarten, weil illegal.

Spielautomaten sind auch legalisiert und trotzdem

gibt es Süchtige und Dealer (Novomatic, Kasino, usw.) die den Süchtigen das Geld abnehmen.

Nur weil Drogen legalisiert werden,wird das Übel nicht viel kleiner.

Wenn man sich ansieht wie viel Geld mit Alkohol verdient wird und wie viele Menschen Alkohohl täglich dahinrafft, hat auch bei diesem Beispiel die Legalisierung das Problem nicht behoben. Einziger Unterschied ist, daß man mit einem Bier in der Hand nicht verhaftet wird, mit einer Spritze aber schon. Ich halte beides für sinnlosen Zerstörung des Körpers.

Die Zahl der Konsumenten würde vielleicht nicht (viel) weniger

Aber man könnte den Mafiasumpf austrocknen. Aber genau das ist der Grund, warum die Legalisierung so schwierig ist.

unsinn

legale "drogen" sind wesentlich besser überwachbar und somit steuerbar.

und würde der alkohol in österreich nicht so künstlich heroisiert, würden auch viel weniger saufen!

Konsequentes Reinemachen

...das macht die Dilma gut! Eine gewisse Härte hat auch in Kolumbien geholfen, unter den FARC Verbrechern aufzuräumen.

Nur etwas Kosmetik, mehr nicht.

Eine Nachhaltige Lösungen ist das wohl nicht...

keine schüsse? - naja das is sicher ganz geheim geblieben bei 3000 polizisten....

... wenn die nicht alle mit schalldaempfer herumgerannt sind, dann waeren schuesse zu hoeren gewesen so sie denn gefallen sind.

Traurig ist nur, dass es hautsächlich um die WM geht und ned um die Einwohner der Slums...

warum?

soll das traurig sein?

finde es eher traurig, dass in afrika grad jetzt wieder ein paar kinder gestorben sind - einfach so und keiner hat es bemerkt!

mit dieser mannschaftsstärke bezwingt man bei uns gerade ein paar dutzend friedliche hausbesetzer

Posting 1 bis 25 von 58
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.