USA und Russland wollen gemeinsam vorgehen

13. November 2011, 13:03
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Obama und Medwedew trafen sich am Rande des APEC-Gipfels

Honolulu - Die USA und Russland wollen in einer gemeinsamen Antwort auf die jüngsten Erkenntnisse zum iranischen Atomprogramm reagieren. Nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew sagte US-Präsident Barack Obama am Sonntag (MEZ) in Honolulu, beide Seiten hätten ihre Absicht bekräftigt, "an einer gemeinsamen Antwort zu arbeiten, um den Iran dazu zu bringen, seine internationalen Verpflichtungen einzuhalten". Die beiden Politiker trafen sich am Rande des APEC-Gipfels auf Hawaii.

Netanyahu: "Internationale Gemeinschaft muss Aufrüstung stoppen"

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat ein entschlossenes internationales Vorgehen gegen eine militärische Nutzung des iranischen Atomprogramms gefordert. Netanyahu sagte am Sonntag während einer Debatte seines Kabinetts über den jüngsten Bericht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO bzw. IAEA) zum Iran: "Die internationale Gemeinschaft muss das iranische Rennen um eine Aufrüstung mit nuklearen Waffen rechtzeitig stoppen."

Jede verantwortungsvolle Regierung der Welt müsse "die richtigen Schlussfolgerungen" aus dem Bericht ziehen. "Es handelt sich um ein umfassendes Dokument, das die Annahme führender Länder und auch Israels bestätigt, dass der Iran systematisch Atomwaffen entwickelt", sagte Netanyahu zu dem am Dienstag veröffentlichten IAEO-Bericht. Israel hat nach der Veröffentlichung des Berichts eine deutliche Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran gefordert, darunter auch einen Boykott des iranischen Bankensystems.

Iranischer Außenminister: Bericht soll den Iran schwächen

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi sieht im Streit um das Nuklearprogramm seines Landes keinen Spielraum für Kompromisse. "Ich glaube, es hat keinen Zweck mehr, zusätzliche Konzessionen zu machen", sagte er dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Atomfrage sei nur ein Vorwand, um sein Land mit allen Mitteln zu schwächen.

Salehi kritisierte den Bericht der UNO-Atombehörde. Weil der Report vor der "möglichen militärischen Dimension" des iranischen Nuklearprogramms warne, habe die Organisation ihre "frühere Objektivität" aufgegeben. Auf den Generaldirektor der IAEO, Yukiya Amano, kämen schwere Zeiten zu. "Wir werden ihn und die Atomenergiebehörde für diese Schlussfolgerungen zur Rechenschaft ziehen", kündigte Salehi an.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Dienstag einen neuen Bericht zum iranischen Atomprogramm veröffentlicht. Darin heißt es, es gebe "glaubwürdige" Hinweise, dass der Iran an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet und dazu bereits Tests einzelner Komponenten vorgenommen habe. Irans Staatschef Mahmoud Ahmadinejad hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Während die USA angesichts des IAEA-Berichts neue Sanktionen gegen Teheran befürworten, gelten die Vetomächte Russland und China in dieser Hinsicht als Bremser. (APA)

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    Russland hatte zwar zuvor bekanntgegeben, dass es den Iran auch weiterhin beim Ausbau des Atomprogramms unterstützen will. Jetzt will man hingegen gemeinsam mit den USA gegen den Iran vorgehen.

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