Rücktritt

Haberzettl fährt mit der Bahn ab

Luise Ungerboeck , 12. November 2011, 14:50
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    foto: apa/jaeger

    Haberzettl legt alle seine politischen Funktionen zurück und wird Geschäftsführer der Eisenbahnerwohnbaugesellschaft.

Der streitbare Eisenbahnergewerkschaftschef tritt von allen Gewerkschafts- und ÖBB-Betriebsratsfunktionen zurück und soll Geschäftsführer der Eisenbahnerwohnbaugesellschaft WBG werden

Wien - Rumort hat es bereits seit Jahresbeginn, nun ist es fix: Eisenbahnergewerkschaftschef Wilhelm Haberzettl tritt von allen Funktionen in ÖGB, Eisenbahnergewerkschaft und ÖBB-Betriebsrat zurück. Den Anfang macht Haberzettl mit der Konzernvertretung, deren Vorsitz er am 22. November zurücklegt. Bis Jahresende folgt der Betriebsratsvorsitz im ÖBB-Teilkonzern ÖBB-Infrastruktur, die Sektionsleitung in der Dienstleistungsgewerkschaft Vida, bestätigte Haberzettl am Samstagnachmittag STANDARD-Recherchen in hochrangigen ÖGB-Kreisen.

Einzig sein SPÖ-Nationalratsmandat wolle der Vizechef der Dienstleistungsgewerkschaft Vida entgegen anderslautenden Meldungen nicht aufgeben, wurde dem STANDARD in hochrangigen ÖGB-Kreisen bestätigt.

Als Gründe für den doch kurzfristigen Rückzug werden unter Gewerkschaftern und ÖBB-Betriebsräten tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten mit der SPÖ-Spitze rund um Kanzler Werner Faymann und Verkehrsministerin Doris Bures ebenso genannt wie schwere Zerwürfnisse mit ÖBB-Holding-Chef Christian Kern über die künftige Strategie und Ausrichtung der mit fast 17 Milliarden Euro Finanzverbindlichkeiten herumkurvenden Staatsbahn genannt. Diesen Kurs wolle Haberzettl, er ist Mitglied des erweiterten SPÖ-Präsidiums, nicht mehr mittragen, wie es bei Weggefährten heißt. Auch einen rot-roten Krieg in der Bahn scheue der ansonsten streitbare Haberzettl.

Zur Erinnerung: 2003 legte die Eisenbahnergewerkschaft die Bahn für drei Tage lahm, um die von Schwarz-Blau geplante Bahnreform zu verhindern.
Anders als viele Eisenbahner wird der 56-jährige gelernte Fahrdienstleiter und langjährige Vorsitzende (seit 1999) der - 2006 in der Vida aufgegangenen - Gewerkschaft der Eisenbahner nicht in Frühpension gehen, sondern gut versorgt: Haberzettl, seit 1995 Zentralausschussvorsitzender der Bundesbahn und damit quasi Betriebsratschef von mehr als 40.000 ÖBB-Bediensteten soll laut Eisenbahn-Insidern als zweiter Geschäftsführer der WBG Wohnen und Bauen Ges.m.b.H installiert werden, einer Wohnbaugesellschaft mit tausenden Eisenbahnerwohnungen. Die gemeinnützige WBG hieß früher Wohnbaugesellschaft der Österreichischen Bundesbahnen, ist eine Tochter der Wohnbaugenossenschaft BWS, und hat ihren Sitz am Wiener Margaretengürtel - wo bis vor zwei Jahren auch die Eisenbahnergewerkschaft domiziliert war. Deren Chef, Hofrat Franz Polzer (68) geht in Pension, als sein Nachfolger ist Haberzettl bestimmt.

Wer Haberzettl als Konzernbetriebsratschef nachfolgen wird, steht möglicherweise am 22. November fest: Da wählt das Gremium aus 28 Personalvertretern seinen Vorsitzenden. Haberzettls "rechte Hand", Gottfried Winkler, wird der Job nicht zugetraut. Er sei "kein Alphatier", älter als Haberzettl und damit kein Signal für einen Generationswechsel. Gesucht wird auch ein Betriebsratschef der ÖBB-Infrastruktur, als solcher wurde Haberzettl erst im Sommer 2011 mit 92,6 Prozent der Stimmen wiedergewählt. (Luise Ungerböck, DER STANDARD, 12.11.2011)

Lesen Sie mehr dazu in der STANDARD-Printausgabe am Montag.

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Posting 1 bis 25 von 270
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Moondancer
00
17.11.2011, 18:21
Haberzettel geht, um einem "rot-roten" Kireg auszuweichen?

Da Haberzettel ein korrekter Basisdemokrat ist, bleibt die Frage offen, welcher Alptraum steht der Bahn bevor, wenn er sich raushalten möchte...

Gimli
00
14.11.2011, 21:41
Gottfried Winkler, wird der Job nicht zugetraut. Er sei "kein Alphatier"

Wenn überall nur Alphatiere installiert werden, braucht sich keiner mehr zu wundern, wenn das das wesentliche Kriterium wird (fachlich oder sonstwie geeignete können sich dann eh nicht mehr durchsetzen) und alles verkommt. Im Endstadium hamma dann überall Berlusconis sitzen und Österreich in die Steinzeit katapultiert.

L.eric-fotoart.com
02
14.11.2011, 16:14
schade

ich hatte das vergnügen ihn persönlich kennen zu lernen . . .
einer der letzten alten sozialisten, egal was sonst überall geredet wird.
i mog eam . . .

gebdensenfdazu
53
13.11.2011, 17:00

Haberzettl fährt mit der Bahn ab

ja am besten nach sibirien, aber möglichst bevor er die ganzen eisenbahnerwohnungen verkauft und millionen an provision kassiert

Eusebius Kurz
 
60
13.11.2011, 17:00
Wer ist da der Gerechte?

Dr. Grasser hat sich niemals einen Versorgungsposten unter den Nagel gerissen und er sitzt auch nicht auf einem Parlamentssitz ohne etwas dafür zu tun. Herr Dr. Grasser lebt von der eigenen Hände Arbeit und verdient sich sein Brot im Schweiße seines Angesichts. Gegen Dr. Grasser liegt nichts vor, als eine schummrige Aktennotiz, die irgendwer im Zustand der Umnachtung hingekritzelt hat, aber gegen Dr. Grasser wird gehetzt und sein Ruf wird ruiniert. Aber nie wäre er so unverschämt sich Kraft seiner Machtstellung einen höchst lukrativen Job unter den Nagel zu reißen. Der eine wird verfolgt, während sich ein Anderer "ganz legal" einen Haufen Geld einsackelt. Worin liegt der Unterschied? Wer ist da der Gerechte?

Hubert Ungeist
 
01
14.11.2011, 10:16
Also Dr. gibts keinen er ist nur Mag.

abgesehen davon, wenn die Grasserfeinde es endlich schaffen Beweis vorzulegen, wird hoffentlich Grasser mal hinter Gittern sitzen.

Beim Herrn H. handelt es sich um üblen Postenschacher, da gehört mal hinterfragt mit welchen Qualifikationen und Praxiskenntnissen Herr. H. aufwarten kann.

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
02
13.11.2011, 19:38

Dr wer?

L.eric-fotoart.com
00
14.11.2011, 16:18

1. stimmt, khg ist nur magister . . .
2. um ein unternehmen zu führen ist nicht unbedingt eine qualifikation als maurer nötig wenn man eine firma mit immobilien führt.
unternehmen in dieser größenordnung braucht führungskräfte die in der lage sind visionen für das unternehmen zu bilden, vor zu geben, die richtigen kontakte zu haben . . . .
aber dazu müßte man vielleicht selbst mal an den schalthebeln gesessen haben, dann würden so dumme sprüche nicht kommen . . .

sleepyc
15
13.11.2011, 14:50
was ist eigentlich seine qualifikation

für diese neue beschäftigung?

icke
12
13.11.2011, 17:09
was ist eigentlich die Qualifikation für

Fekter?
Darabos?
Kurz?
.
.
.

gebdensenfdazu
00
13.11.2011, 17:37

tja richtig erkannt die haben einfach keine qualifikation für irgendwas, leider, am besten wärs wir würden den sandlerkönig eberhardt an deren posten setzen, der würde zwar nix arbeiten, dafür macht er aber auch keine fehler :)

Vera Rschung
 
33
13.11.2011, 15:14

Er ist Gewerkschaftsboss und hat ein SPÖ Parteibuch.

echtzeit2
21
13.11.2011, 17:30
Wäre ein FPÖVP-Parteibuch besser? Grasser, Gorbach, Strasser etc etc. Also ich weis nicht ...

.

.

Anton D.
41
13.11.2011, 14:34
Ein Betonierer von Privilegien weniger!

Lange genug hat er jede Reform bei den ÖBB verhindert und vor allem die Pensionsprivilegien bis zur letzten Patrone verteidigt. Unser Abschiedsschmerz hält sich in Grenzen.

Dioscur
01
13.11.2011, 20:06
Welche Pensionsprivilegien?

Frühpension? Daran haben sich die hoch qualifizierten Topmanager zur Erreichung ihrer Boni bedient, nicht der Haberzettel.

Zum Personalabbau: Unter der Ära Huber wurden fast so viele Leute von der Straße aufgenommen, wie in Frühpension geschickt. So viel zum unbedingt notwenigen Abbau.

Anton D.
20
13.11.2011, 20:18
Uns gegenüber wohnt ein ÖBBler der mit 50 in Pension ging!

Noch Fragen?

mir wird schlecht
00
15.11.2011, 06:58
echt???

unglaublich!!! skandal!!!
in welcher gegend wohnen sie eigentlich??? dass ist ja die ur-zumutung!!!
zieh'ns in die gassn wo die frau wohnt, die, die 46 ist und schon seit 2 jahren in der pfrünten ist.
leider hods a bissl an krebs.

Dilbert
00
14.11.2011, 15:23

da ist natürlich Haberzettl schuld

sen.
21
13.11.2011, 17:30
Lange genug hat er jede Reform bei den ÖBB verhindert

welche?

Mehrwertnummern
00
13.11.2011, 13:20
Roman Hebenstreit ...soll nachfolgen!

king of smile
00
13.11.2011, 12:06

Aber das Nationalratsmandat behalten wir zur sicherheit, wer weis wie das wird mit dem Geschäftsführen.

nussknacker8
23
13.11.2011, 12:38

schön das der gewerkschaftsbonze jetzt einen job im geschützten bereich kommt, wieder hat es sich einer gerichtet, anstatt für die fleißigen öbbler sich einzusetzen! Wenn jetzt noch der neugebauer und der raucherschutzminister stöger sich verabschieden, könnte es mit dem staat wieder aufwärts gehen!

anra10
42
13.11.2011, 11:56

Wenn die stärkste Wohlstandsvernichtungsorganisation in Österreich einen ihrer Oberbonzen verliert/versorgt, ist das sicher ein guter Tag für Österreich!

Lügen bringt was
06
13.11.2011, 11:54
Womit endlich der Beweis erbracht ist das

a) Eisenbahner eine grundsolide Ausbildung haben. Sonst könnte er wohl nicht als ausgebildeter Fahrdienstleiter Geschäftsführer werden und einen Betrieb wirtschaftlich gut führen

und

b) Eisenbahner nicht mit durchschnittlich 45 Jahren in Pension gehen. Herr Haberzettl ist 56 Jahre alt und bereit weiter volle Leistung zu erbringen!

Vera Rschung
 
01
13.11.2011, 15:16

vorbildlich!

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