Mordserie

Deutsche Rechtsextreme könnten hinter einer Reihe von Anschlägen stecken

12. November 2011, 10:57
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    Gedenken an die ermordete Polizistin Michele K.

Mögliche Verbindung zu Nagelbombenanschlag und Anschlag bei S-Bahnhaltestelle

Karlsruhe/Zwickau/Essen - Nach der spektakulären Wende im Fall der Polizisten- und Döner-Morde (derStandard.at berichtete) prüfen Ermittler in ganz Deutschland nun mögliche Verbindungen zu ungeklärten Anschlägen. Die deutsche Bundesanwaltschaft hatte am Freitag die Ermittlungen übernommen und geht von rechtsextremen Tätern aus. Zuvor war die Tatwaffe aus den sogenannten Döner-Morden bei dem Bankräuber-Trio aus Sachsen gefunden worden, das auch für den Mord an einer Polizistin in Heilbronn vor viereinhalb Jahren verantwortlich gemacht wird. Die zwei Männer sollen sich vor einer Woche selbst erschossen haben, ihre Komplizin stellte sich danach der Polizei.

"Rechtsextremisten als Terroristen"

Nach der spektakuläre Wende im Fall des Polizistinnen-Mordes von Heilbronn warnte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) vor einem "Rechtsterrorismus in Deutschland". "Wir müssen die Hintergründe sorgfältig aufklären, aber was wir bisher wissen, ist in seinem Ausmaß erschütternd", sagte Jäger den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe vom Samstag. "Aus Rechtsextremisten sind Terroristen geworden."

Möglicherweise auch Täter bei Nagelbombenanschlag

Die Ermittler untersuchen nun unter anderem mögliche Verbindungen zu Anschlägen in Nordrhein-Westfalen. "Wir prüfen auch, ob in diesem Zusammenhang weitere Straftaten in NRW begangen worden sind", sagte Jäger. Nach Informationen der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung" (Samstagsausgabe) geht es dabei um einen Nagelbombenanschlag in einer überwiegend von Türken bewohnten Straße in Köln im Jahr 2004 sowie um einen Anschlag auf jüdische Aussiedler an einer S-Bahn-Haltestelle in Düsseldorf im Jahr 2000. "Wir gehen allen Hinweisen nach", sagte ein Sprecher des Innenministeriums zu dem Bericht.

Geheimdienst hat vielleicht Bescheid gewusst

Der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), sagte der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstag): "Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich aus all dem noch ein Verfassungsschutzproblem ergibt." Möglicherweise habe der Geheimdienst mehr über die Hintergründe der Taten gewusst, als bisher bekannt sei. 

Gruppe hätte 1998 festgenommen werden können

Die rechtsextremen deutschen Verdächtigen, die hinter dem Heilbronner Polizistenmord und den sogenannten Döner-Morden stecken sollen, hätten nach Informationen des "Tagesspiegels" bereits 1998 festgenommen werden können. Im dem Jahr hätten Beamte vor einer Razzia Beate Z. einen Durchsuchungsbefehl übergeben, sie aber nicht in Gewahrsam genommen. Bei der Razzia in einer Garage seien mehrere Rohrbomben entdeckt worden. Eine Festnahme habe es aber dennoch nicht gegeben. Danach sei Beate Z., die derzeit in Untersuchungshaft sitzt, mit zwei weiteren, mittlerweile toten Männern jahrelang untergetaucht.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, rief zu einem verstärkten Kampf gegen Rechtsextremismus auf. "Der Fall zeigt, dass wir leider noch immer gewaltbereite Rechtsradikale in Deutschland haben", sagte Oppermann der Zeitung "Die Welt" (Samstagsausgabe). "Wir müssen weiter daran arbeiten, jeder Form von Rechtsextremismus und Fremdenhass den Nährboden zu entziehen."

"Home grown terrorists"

Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, nannte die Morde an der Polizistin in Heilbronn und an neun ausländischen Ladenbesitzern Terrorismus. "Für mich ist das ein klassischer Fall von home grown terrorists - und zwar über Jahre hinweg", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstag). In dem gleichen Blatt sprach der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, von "Rechtsterrorismus". "Wir werden in der Türkischen Gemeinde gleich morgen darüber sprechen und entsprechende Protestaktionen starten", wird Kolat zitiert.

Zusammenhänge noch nicht klar

Die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagsausgabe) zitierte dagegen Sicherheitskreise mit der Aussage, es gebe bisher keinerlei Hinweise dafür, dass sich in Deutschland nach dem Vorbild etwa der Roten Armee Fraktion (RAF) zu ideologisch motivierten schweren Gewalttaten zusammengeschlossen hätten. "Wir haben bislang überhaupt keine Anzeichen für einen solche strukturelle Gruppe", hieß es. So sei kein Fall bekannt, in der rechtsextremistische Gewalttäter beispielsweise mit Banküberfällen Geld verschafft hätten, um aus ideologischen Gründen zu morden. Die Zusammenhänge zwischen dem Mord an der Polizistin und den Dönerbuden-Morden seien bisher "absolut mysteriös".

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erwartet Fortschritte bei den Ermittlungen, nachdem die Tatwaffe gefunden wurde. "Ich bin mir sicher, dass diese Erkenntnisse für unsere bayerischen Ermittlungsverfahren von großer Bedeutung sind und die Ermittlungen dadurch erheblich vorangebracht werden können", sagte Herrmann. "Unsere Ermittler arbeiten jetzt mit Hochdruck weiter."

Zwischen September 2000 und April 2006 waren acht türkische und ein griechischer Unternehmer erschossen worden. Die blutige Spur zog sich quer durch Deutschland: Drei Morde ereigneten sich in Nürnberg, zwei weitere in München, jeweils ein Mord geschah in Hamburg, Rostock, Dortmund und Kassel. Benutzt wurde immer dieselbe Waffe, eine tschechische Pistole der Marke Ceska, Kaliber 7,65. (APA)

Kommentar posten
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1 2 3 4
FalscherProphet
11
13.11.2011, 23:42
Der Mittlere der mutmaßlichen Täter

sieht dem damals jugendlichen Wehrsport-Lehrling H.C. Strache ähnlich.

Das Milieu ist hier und dort selbiges.

Mostbluzza
40
14.11.2011, 14:19
is scho recht, wennst dich wieder beruhigt hast

dann kummst wieder.

mi interessiert der strache nüsse. mir reicht schon wenn ich jetzt dauernd die linken und die grünen sich ereifern, mit geifer vor dem maul.

weil ein paar wahnsinnige von einem eigenartigen rechtssystem gefördert und gedeckt werden, sehe ich keinen grund, jetzt grünlinks zu wählen.

Kathi 89
04
13.11.2011, 17:23
Kann genauso in Österreich passieren

Die Justiz schaut seit Jahren zu, wie auf Alpen Donau Info regelmäßig stundenweise Namen und Adressen von aktiven AntifaschistInnen veröffentlich werden. Ich kenne einige der Betroffenen (nein, das sind bei weitem keine Linksradikalen, die vermummt auf Demos gehen!!). Diese Menschen leben ständig mit der leisen, beklemmenden Angst einmal Opfer eines Anschlags zu werden. Der Staat schaut zu. Bis etwas passiert. Das hilft denen, die bei einem Anschlag sterben dann aber nichts mehr. Ihren Familien und Freunden auch nicht. Dass politisch motivierte Morde durch Extremisten nicht verhindert werden ist wirklich schockierend.

Ich bin der Meinung...
05
13.11.2011, 19:25
Ich hatte auf die AlpenDonauInfo (ADI ?)

schon vor Jahren die Polizei und die wichtigsten Medien des Landes hingewiesen.

Scheint aber niemand zu interessieren. Vielleicht, weil es "eh nur Nazis" sind und keine Tierschützer die P&C Umsätze stören?

1116er
05
13.11.2011, 11:01
da es leider immer noch leute gibt,

die die rechte bagage 'eh' nur als lausbuben, dummköpfe, geistesgestörte, aber ganz sicher nicht als gefährliche terroristen und politverbrecher einschätzen, lest (wieder) mal nach, was die treiben, wenn man sie lässt:

http://www.spiegel.de/politik/d... 55,00.html

(das ist nur eine von vielen seiten über dieses nazi-dorf; wer mehr lesen will: bitte selber googeln)

Avicenna
 
00
16.11.2011, 12:38
Weg mit dem Dreck

Könnte ein Drehbuch von Stephen King sein. Ein Zombie-Dorf gegen das leider niemand, so ein Zufall, etwas unternehmen kann...

KM56
02
13.11.2011, 10:59
sog. Sicherheitskreise = Träumer

"So sei kein Fall bekannt, in der rechtsextremistische Gewalttäter beispielsweise mit Banküberfällen Geld verschafft hätten, um aus ideologischen Gründen zu morden." Genau das haben sie gemacht: Banken überfallen, damit sie davon leben können und weiter aus politischen bzw. ideologischen Gründen morden können. Sie wollten die Politik zwingen die Ausländerpolitik zu ändern. Was brauchen die Sicherheitskreise denn noch für Beweise? Spricht einiges dafür, dass die rechten Kräfte in der Polizei und Justiz nichts finden wollen! Es hat sich seit Kriegsende nichts geändert in Deutschland.

suboptimal
 
03
14.11.2011, 15:01
leider nein,

keine Träumer – die gehören dazu. Den braunen "Sicherheitskreisen" wird die Polizei den Ars.. aufreißen, die kommen nicht davon. Die Polizei hat nämlich gut gearbeitet (trotz fehlendem Erfolg).

Logix
06
13.11.2011, 10:58
Gerade vom sogenannten "Verfassungsschutz" geht oft die allergrößte

Gefahr für die Verfassung aus. Siehe Österreich. Je mehr Gesetze wider die Verfassung beschlossen werden, desto mehr jubelt der "Verfassungsschutz" und fordert immer mehr und mehr grundrechtsfeindliche Gesetze von der Innenministerin.

Wenn man sich den Aufgabenbereich dieser Organisation ansieht, merkt man ohnehin, dass der Name blanker Euphemismus ist. Es wird nämlich gerade nicht die Verfassung geschützt, sondern die Repression des in- und ausländischen Bürgers durch den Staat.

Organisatorisch ist dieses Ministerium perverser Weise dem Innenministerium unterstellt und damit eine Polizeiabteilung. Operativ handelt es sich wohl um einen Geheimdienst.

siehe http://www.bmi.gv.at/cms/bmi_v... ngsschutz/

invodaseibua
00
13.11.2011, 10:39
inspektor mannichl,

übernehmen sie!

rapp ix
05
13.11.2011, 10:34
"Biedermann und die Brandstifter"

Warum fällt mir in diesem Politik-Krimi ausgerechnet dieses Theaterstück ein?

In Deutschland, vielleicht auch in Österreich, kann dieses Stück ruhig unter dem Titel aufgeführt werden:

"Die Staatschützer als und die Brandstifter".

Die Entschuldigung dieser "Schützer":

"Wir hatten keine Ahnung!"

kann und darf nicht gelten. Und warum haben diese "Schützer" bei Demos gegen "Nazis" in Dresden tausenden Handydaten nachgespürt?

http://www.spiegel.de/spiegel/p... 23290.html

Wie viele Neo-Nazis wurden eigentlich von diesen "Schützern" als "informelle Mitarbeiter (inkl. garantierter Schutz durch die "Schützer)" geführt.

KM56
00
13.11.2011, 11:19
danke für den interessanten Link.

sehr aufschlußreich was da im dtsch Südosten abgeht. Der braune Sumpf fängt also bei der Regierungspartei und ihren Helfershelfern an. Kein Wunder, dass die nichts finden können in Bezug auf rechtsradikalem Terror. Die sind zu sehr auf die "linken Terrorzellen" fixiert. Es hat sich nichts geändert in D.

derschmied
05
13.11.2011, 10:27
Wieviel?

10 Morde und die Polizei findet die Mörder nicht! Entweder sind Teile der Polizei oder VFS Mittäter oder extrem unfähig die Bevölkerung vor solchen Schwadronen zu schützen.

molekühl
51
13.11.2011, 10:04

Es handelte sich offenbar um rechtsradikale, ideologisch motivierte Morde. Die Einordnung als Terrorismus ist Blödsinn, weil nicht erkennbar ist, ob es den Tätern primär um die Ausübung politischen Drucks ging.
Die RAF z.B. hat Herrhausen u.a. nicht aus persönlichem Hass umgebracht, sondern um ein politisches Signal zu setzen und die Entwicklung der Gesellschaft zu beeinflussen.
Das soll hier nicht die Schwere der Verbrechen (und das Leid der Opfer) relativieren, auch nicht die prinzipielle politische/ideologische Dimension, aber das manipulative Lavieren mit Begriffen in den Medien nervt halt. (So wie beim "Vorzeigechristen" Breivik).

kants richtschnur
12
13.11.2011, 08:44

der "verfassungsschutz" (welche verfassung!?!) hat seine finger (wie immer) natürlich nicht im spiel, ne, ne...

Mostbluzza
11
14.11.2011, 16:30
gut versteckt, die tatsache

dass die dönermord serie aufhörte, als ein verfassungsschützer aufgedeckt wurde, der 1min vor einen dönermord die bude mit plastiksackerl verliess.

zufälle gibts. also ist der v-schutz und seine schäfchen doch für was gut:
wenn man einen erwischt, wird es sicher im land.

Bösmensch (oft zensiert)
 
32
13.11.2011, 08:19
"Rechtsextremisten als Terroristen"

In diesem Fall offenbar ja.
Aber komisch, dass man solche deutlichen Worte nie hört, wenn Linksextremisten Anschläge auf Polizisten verüben. Da werden dann sogar die Opfer zu Tätern gemacht. Ist aber nichts neues für deutsche Parteien, die durch und durch links sind.

cba
34
13.11.2011, 10:19

haben sie beispiele für linksextremistische anschläge auf polizisten ?

egal9
17
13.11.2011, 11:07

Ein Link zu einem Youtube-Nutzer, der ein Nazi ist. Sind Sie auch einer?

Wer einen Böller nicht von einer Bombe unterscheiden kann, der sollte vlt. sowieso besser schweigen...

Bösmensch (oft zensiert)
 
20
13.11.2011, 11:46

Mein Gott, dann sehen Sie sich den Beitrag halt von einem anderen Benutzer an, kommt doch ohnehin öfter vor, sogar von Linken, die im übrigens sogar behaupteten, die Polizisten hätten den Sprengsatz gezündet (Täter-Opfer-Umkehr).
Und offenbar kennen sie nicht den Unterschied zwischen Böller und Sprengsatz. Sehen sie sich doch die Wucht der Explosion an. Sind Sie blind oder in Ihrer Autosuggestion schon so geübt, dass Sie wirklich nur noch das sehen, das Sie sehen wollen?

Faschocrusher
01
13.11.2011, 07:57
Für ALLE gedacht, die DENKEN können:

http://initiative.stopp-vorratsdaten.at/

...und denen die Freiheit unserer Kinder etwas bedeutet...!!!

NONE
02
13.11.2011, 06:19

Der deutsche Verfassungsschutz hat die Neonazi Szene nicht nur unterwandert - er finanziert sie zum Teil selbst mit.

Das ist Terror, der über Steuergelder finanziert wird.

Die verantwortlichen Politiker gehören eingesperrt.

Eingesetzte "Spitzel" wie Tino Brandt und andere werden angestiftet dazu Verbrechen zu begehen.

Wenn Polizisten selbst zu Verbrechern werden, wer schützt UNS dann vor den Polizisten?

abalada
00
14.11.2011, 18:18

Tino Brandt war kein eingesetzter Spitzel. Der war schon in der Schule als Neonazi aufgefallen. Der hat schlichtweg Informationen für Geld verkauft. Das erhaltene Geld aber wiederum für seine ideologischen Ziele eingesetzt. Deswegen musste ja der damalige Chef des Thüringer Verfassungsschutzes seinen Hut nehmen.

Verfassungsschützer sind auch keine Polizisten. V-Leute wie Tino Brandt schon gar nicht. Und wenn sie auffliegen dann meist durch gezielte Indiskretionen von Polizei und Staatsanwaltschaft.

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