Massenmörder Breivik soll nun doch vor Gericht erscheinen

11. November 2011, 18:46
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Keine Zuschaltung nur per Video - Opferanwältin kritisiert Entscheidung

Oslo - Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik soll nun doch persönlich vor Gericht erscheinen. Bei seiner nächsten Anhörung über die Verlängerung seiner Untersuchungshaft an diesem Montag werde der 32-jährige Rechtsradikale und Islamhasser nicht bloß per Video zugeschaltet. Das entschied das Oberste Gericht am Freitag in Oslo und kippte damit zwei frühere Urteile. Wegen des immensen Sicherheitsaufwands hatte die Polizei gefordert, Breivik per Video aus dem Gefängnis zuzuschalten. In Oslo trat der nach den Attentaten in die Kritik geratene Justizminister Knut Storberget zurück.

Breivik hatte im Juli in Oslo eine Autobombe gezündet und Dutzende Teilnehmer eines Jugendlagers auf der Insel Utöya erschossen. Der Täter sei für die Anhörung und ein mögliches Aufeinandertreffen mit Überlebenden "geistig vorbereitet", sagte sein Anwalt Geir Lippestad in der Online-Ausgabe der Zeitung "VG". Kritik kam von Anwältin Mette Yvonne Larsen, die einige der Opfer vertritt. Breivik bekomme durch seinen persönlichen Auftritt "die Aufmerksamkeit, die er lange begehrt hatte", sagte sie der Nachrichtenagentur NTB.

Nicht hinter verschlossenen Türen

Die für den 14. November angesetzte Anhörung soll - anders als bisherige Termine - nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden. Der Prozessbeginn ist für den 10. April 2012 geplant. Breivik hatte zugegeben, am 22. Juli 69 Menschen auf der Insel Utöya erschossen und zuvor eine Autobombe im Osloer Regierungsviertel platzierte zu haben. Insgesamt 77 Menschen starben.

Derweil trat am Freitag Norwegens Justizminister Storberget aus privaten Gründen zurück. Storberget stand zuletzt wegen der Reaktion der Polizei auf die beiden Attentate unter Druck. Kritisiert wurde, dass bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte auf der Insel zu viel Zeit vergangen sei. Die bisherige Verteidigungsministerin Grete Faremo werde sein Amt übernehmen, erklärte Ministerpräsident Jens Stoltenberg. (APA)

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