Kirchenkrise

Salzburger Bischofs-Nockerl

Kommentar | Markus Rohrhofer , 11. November 2011, 18:49

Das dürftige Ergebnis den Vergleich mit Salzburger Nockerln zu: aufgeblasen, inhaltsarm, schwer verdaulich

Es drängt sich die Frage auf, wann die Bischöfe während ihrer Herbstvollversammlung in Salzburg zum Thema Ungehorsam konferiert haben. Zwischen Kardinalschnitte und Besoffenem Kapuziner beim herbstlichen Sonnenbad auf dem Mönchsberg? Zumindest lässt das dürftige Ergebnis den Vergleich mit Salzburger Nockerln zu: aufgeblasen, inhaltsarm, schwer verdaulich.

Da brodelt es plötzlich nicht mehr nur unter den Laien, jetzt ist es der Mittelbau der Priester, der laut aufschreit. Zwei Drittel orten laut jüngster Umfrage einen "bedrohlichen Reformstau". Und was zaubert man aus der Bischofsmütze? Ein wenig Verständnis für Reformwünsche, bei Bedarf "vertiefende" Gespräche mit dem Pfarrpersonal und ein deutliches "Pfui Gack" für das Wort "Ungehorsam".

Doch auch die Reformer blockieren. Wenn die Pfarrerinitiative sich standhaft weigert, ihren "Aufruf zum Ungehorsam" aufzuschnüren und einzelne Punkte in Diskussion zu stellen, wird man sich in der Sache nicht bewegen.

Das Motto muss sein: Mögliches umsetzen statt Unmögliches einfordern. So steht etwa der Wunsch nach Laien-Eucharistiefeiern im klaren Widerspruch zu den sakramentalen Strukturen der katholischen Kirche. Daran zu rütteln ist wie im Tennisklub lieber Boccia spielen zu wollen. Jeder Verein hat festgelegte Statuten und eine Grundphilosophie. Sie sind die Grenzen des Diskussionsspielraums. Damit muss sich jedes Mitglied abfinden. (DER STANDARD; Printausgabe, 12./13.11.2011)

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Posting 1 bis 25 von 39
1 2
cumquat
00
13.11.2011, 16:39
Nockerl?

Also der Linzer Bischof Schwarz ist sicher kein -erl, der ist schon ein ausgewachsener "Nock". Gott sei Dank ist das Einfahrtstor im Palais so breit!

Hlsebastian
00
13.11.2011, 16:11
"So steht etwa der Wunsch nach Laien-Eucharistiefeiern im klaren Widerspruch zu den sakramentalen Strukturen der katholischen Kirche."

Dem kann ich nur zustimmen.

Kunibert Polgar
02
13.11.2011, 10:12
einfach

nie und nimmer werden die verkrusteten strukturen in der röm-kath.kirche aufbrechen. es ist lächerlich zu glauben, dass man da irgend etwas verändern kann.
macht aber nichts, weil es steht ja jedem frei diesen
verein zu verlassen- und das sollten mündige mitglieder eigentlich auch tun. dabei zu bleiben bedeutet mit den eigenartigen strukturen einverstanden zu sein.
p.s.: es gibt mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit keinen gott!

hiesiger Greis
00
13.11.2011, 03:13

was geht das eigentlich die Medien an, was in der Kirche los ist, die Journalisten sind eh keine Katholiken, wegen was meckern sie dauernd herum ? Wollen sie vielleicht, dass mehr Leute in die Kirche gehen ?

donmeiso
00
14.11.2011, 10:01
Seltsames Medienverständnis II

"die Medien stellen sich außerhalb der Kirche, wie wenn sie das Ganze nichts anginge und putzen sich an ihr ab und insofern wiegeln sie die Bevölkerung ständig auf. "
Ihre Antwort auf meinen Beitrag bestätigt nur die Überschrift. Aufgabe der Presse ist es, Information weiterzugeben und sie zu kommentieren. Ich muss nicht in der Kirche sein, um über sie zu berichten, genausowenig muss ich Hasenzüchter sein, um über den Hasenzüchterverein zu schreiben. Rätselhaft ist auch ihr Hinweis, die Bevölkerung würde aufgewiegelt. Aufgewiegelt zu was ??? Vor was müssen Sie Angst haben ? Ich erhoffe eine vernünftige Antwort. Und denken sie daran: Im Gegensatz zum Vatikan gibt es in den deutschsprachigen Ländern die Pressefreiheit durch die Verfassung.

hiesiger Greis
00
14.11.2011, 17:52

die Presse IST ja frei, aber die Kirche ist keine Bundesregierung und wenn die Journalisten als Oppositionsführer an die Macht kommen wollen, dann müssen sie in der Kirche zuerst mit den Heiligen konkurrieren. Und bitte, wer sonst soll ihnen das abnehmen ? Wir sind ja nicht die Befehlsempfänger der Zeitungen.

donmeiso
00
14.11.2011, 20:03
Seltsames Medienverständnis III

Ihren Argumenten zu folgen ist mir nicht möglich.

Kennen Sie Journalisten, die als Oppositionsführer an die Macht kommen wollen ? Sie haben noch nicht auf die Frage geantwortet, wer hier wen aufwiegelt und zu was? Helfen sie mir und den anderen Lesern, Sie zu verstehen.

Und nochmals: Die Aufgabe der Zeitungen ist Information; Befehle geben sie niemanden, weder Ihnen noch sonstwem. Und welche Journalisten wollen warum mit den Heiligen konkurrieren?

Für ihre Behauptungen fehlen alle Belege und Beispiele. Wenn Sie dazu nicht in der Lage sind, verschonen sie uns bitte mit ihren kruden Verschwörungstheorien. Vielleicht hilft es ihnen, mal die BERGPREDIGT (Mt 5-7) zu lesen, dazu noch Mt. 23, vor allem Vers 9, der in Rom unbekannt scheint.

donmeiso
01
13.11.2011, 13:18
Seltsames Medienverständnis

Ist es nicht selbstverständliche Pflicht der Medien, über Entwicklungen in gesellschaftlich relevanten Gruppen zu berichten? Oder gehört die Römisch-Katholische Bischofskonferenz und ihre Mitglieder nicht mehr zu Österreich?
Wenn Sie keine Berichte über die RKK oder Katholiken aushalten wollen, müssen sie halt dafür sorgen, dass die RKK nur noch für die Geschichtsbücher interessant ist.

Aloisus
11
12.11.2011, 18:01

die Grenzen des Spielraums?

oh Gott!
was glauben' warum wir so viele Anwälte haben/bedürfen. Weil die Grenzen, teilweise, differenziert ausgelegt werden und ..... den Rest - könnt Ihr selber zusammenSpinnen

Black Widdow
03
12.11.2011, 16:51
Was will man noch mehr?

Vielleicht kommen jetzt noch ein paar mehr drauf, dass sie diesen unnötigen "kinderlieben" Altherrenverein in Frauenkleidern doch verlassen sollten?

Alaska Saedelaere
02
12.11.2011, 15:09
Aufgeblasen, inhaltsarm, schwer verdaulich?!

Das mag ja alles für die katholische Kirche zutreffen, aber sicher nicht für Salzburger Nockerl. Was für ein läppischer Vergleich!

quisquis
11
12.11.2011, 14:06
Kardinalschnitte...

Kardinalschnitte und..., alles ok.
Aber wehe ich vergönn mir einmal einen Mohr im Hemd!?

Ihr Beitrag wird in Kürze veröffentlicht
00
13.11.2011, 16:35

Kardinalschnitte , auch toni genannt.

BearT
13
12.11.2011, 12:44
Moment Mal

Das Ziel ist nicht, dass sich die beiden Gruppen einigen, einen Kompromiss schließen und dann glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben. Vielmehr sollten sich die beiden Gruppen so lange zerfleischen, bis die Gesamtkonstruktion (katholische, wir fangen mal klein an) Kirche in Österreich Geschichte ist. Man wird doch noch träumen dürfen.

providentissimus
12
12.11.2011, 13:39
Auch die www.atheistische-religionsgesellschaft.at zeigt sehr schön

den gesellschaftlichen Wandel, der in der österreichischen Religionslandschaft zu erkennen ist.
Beides, die innerkatholische Konfliktaustragung und die ausserkatholische Initiative für eine völlige Gleichberechtigung von Atheistinnen und Atheisten, ist ein interessantes Zeichen für Veränderungen.

wohoo
 
04
12.11.2011, 08:59

Dass jede Kirche ein Verein ist, wo man nur Mitglied sein sollte, wenn man mit den Statuten und dessen Grundphilosophie übereinstimmt, ist schon wahr.

Würden das jedoch die Schäfchen auch so sehen, würde in der r-k Kirche wohl nur mehr ein Grüppchen an Hardcore-Neurotikern verbleiben.
- Denn wer glaubt schon 1:1 an die ganzen obskuren Geschichten, wie sie in der Bibel erzählt werden?

hiesiger Greis
10
13.11.2011, 03:36

die Leute werden immer von den Medien gegen die Kirche aufgewiegelt. Weil die Kirche wehrt sich nicht, man sieht aber sofort, wie sie alle in die Hosen machen, wenn der Islam ein bisschen droht. Das gefällt ihnen sogar, es imponiert ihnen, weil das, was sie vorzubringen wissen, ist eh nix Gutes.

Vergilius
110
11.11.2011, 22:45
eine orf-umfrage

an der viele angerufene pfarrer nicht einmal teilgenommen haben, weil sie diesen fangfragen nicht auf den leim gehen. so schaut es aus. zulehner und orf - eine fatale kombination. da weiß man die ergebnisse meist schon im vorhinein.

alpentiger
07
12.11.2011, 12:15
Von Statistik keine Ahnung?

Es wurde ein Sample, das wissenschaftlichen Kriterien entspricht, gezogen und ausgewertet.

Somit ist es repräsentativ, was Ihr Posting vermissen läßt.

Floaschkas
07
11.11.2011, 22:39
Herr Rohrhofer, Sie schlagen leider den zwiespältigen Weg ein, Dinge in der katholischen Kirche zu verabsolutieren, die es nicht verdienen - und heizen damit (vermutich ohne Absicht) den Konflikt an, anstatt entsprechend ihrer Verantwortung als

Publizist zu einer Lösung beizutragen.
Das Kirchenrecht ist von Menschen gemacht und nicht zentraler Glaubensinhalt. Das Sakramentenverständnis ist von Menschen gemacht und nicht zentraler Glaubensinhalt - das Sakrament selbst schon.
Falls Sie eine Erklärung dafür suchen, worum es geht, wenn sich die Pfarrerinitiative Ihrem Eindruck nach zu starr verhält: Es geht ihnen um die zentralen Glaubensinhalte, und dass diese endlich nicht mehr durch engstirnigste Kirchenregeln eingeengt, ja, der Tendenz nach zerstört werden - weil man z.B. aus purer neurotischer Angst Frauen vom Priesteramt ausschließen will, aus Angst vor Machtverlust keine (von Priester "abgesegnete") Sakramentenspendung durch Laien zu lassen will, etc.

O5
02
12.11.2011, 21:49

Streng genommen ist natürlich ALLES von Menschen gemacht - die Sakramente, das Konzept der Dreifaltigkeit, usw. Insofern könnte man auch alles verändern. Die katholische Kirche selbst hat ja im Laufe ihrer Geschichte etliche "wesentliche" Aspekte ihres Glaubens verändert - das Zölibat ist nur eines von etlichen Beispielen. Auch die ganze Kirchenhierarchie mit Papst, Kardinälen, Bischöfen, usw. ist eine Erfindung die erst weit nach Jesus kam. Sicher, die katholische Kirche nennt Petrus den ersten Papst, aber das ist eine rein retrospektive Interpretation, keine die es schon zu Petrus Zeiten gab.

Floaschkas
02
12.11.2011, 22:16
Ja, es geht darum, sorgfältig zu unterscheiden, was das wirklich Wesentliche ist, und was historisch-relatives Beiwerk ist. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass es eben genau nicht um beliebige individuelle oder gruppenbezogene seelische

Bedeutungsinhalte geht, sondern um sowas wie "kulturspezifische Offenbarungen", welche seelisch einen solchen Zugang zum Transzendenten geben, dass er für möglichst viele Menschen verbindlich sein kann, womöglich für die ganze Menschheit. Das ist zu finden in den gemeinsamen Strukturmerkmalen der Weltreligionen und Philosophien, vor allem auch in ethischen Lehren.
Demgegenüber ist das, was die r.k.Bischöfe in Österreich, bzw. auch der Papst völlig ausser Diskussion halten wollen, einfach läppisch. Die Anliegen der Pfarrerinitiative hingegen voll Nachvollziehbarkeit, z.B. schon hinsichtlich des Werts von Gemeinschaft oder einer Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern oder des Zugangs zu Sakramenten oder der Nichtdiskriminierung.

Floaschkas
01
11.11.2011, 22:43
und noch was: Hr. Rohrhofer, hören Sie bitte damit auf, jenen Chor jener "Diskutanten" mit zu singen, welcher die r.k.Kirche offenkundig Auf-Teufel-Komm-Raus zu einem Tennis-, Bocchia- oder Fußballklub erklärt, und so tuen, als ginge es Ihnen nicht

gleichzeitig darum, das Besondere eben dieser r.k.Kirche - mit welcher Sie sehr verbunden zu sein scheinen - irgendwie in dieser krisenhaften Situation zu retten.
Die Zeit des doppelbödigen - und in gewisser Weise auch hinterlistigen - frommen Gefasels ist eben vorbei. Die Auseinandersetzung ist inhaltlich.

Christoph Karl Steininger
05
11.11.2011, 19:32
Anders als bei einem Verein,

ist die Kirche nicht demokratisch verfaßt! Es gibt also keine Möglichkeit für die Mitglieder irgendetwas zu ändern!
Heutzutage scheint das veraltet. Ein jeder Tennisclub kann heute sagen: ab morgen spielen wir Boccia oder Jai Alai.

Salz Burger
07
11.11.2011, 19:56

Ja, die Zeit der Kirchen ist vorbei. Es wird aber vermutlich eine Restgruppe noch recht lange halten. Es gibt immer Leute, die irgendwelchen Unsinn glauben.

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