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"Die Einladung ist da": Unterrichtsministerin Claudia Schmied freut sich über jede Neue Mittelschule - vor allem, wenn diese vorher ein Gymnasium war.

Mit der neuen Mittelschule verbessern wir für 70 Prozent der Schüler und Schülerinnen die Schule entscheidend. Ministerium mit Motto, weiß auf schwarz: "Morgen ist alles gut."
STANDARD: Das Bildungsvolksbegehren ist vorbei. Sie haben angekündigt, es zu unterschreiben, haben Sie es auch wirklich getan?
Schmied: Ich hab's getan - ohne Fotografen.
STANDARD: Sie haben ein Volksbegehren unterschrieben, dessen Proponenten der Regierung nicht gerade hohe bildungspolitische Aktivität zugestehen, also auch Sie mitmeinen. Eine paradoxe Intervention Ihrerseits?
Schmied: Nein. Ich habe als Bürgerin Schmied unterschrieben, aber auch als Ministerin, weil es viele Punkte enthält, die meine Bildungsreformprojekte sehr gut wiedergeben. Was die Dynamik des Volksbegehrens anlangt, müssen wir auch die Zeitspanne sehen. Begonnen hat es im Jänner/Februar, da gab es noch "Ausläufer" der sehr anstrengenden Bundeslehrer/Landeslehrer-Debatte, die dann Gott sei Dank beendet wurde. Im März haben wir in der Regierung wichtige Reformen vereinbart - Schulaufsicht neu, Neue Mittelschule, Ausbau der ganztägigen Schulformen. Da hat das Volksbegehren sicher auch gewirkt und viel bewegt durch den Druck, der dadurch entstanden ist.
STANDARD: Volksbegehren-Proponent Bernd Schilcher sagte im Standard-Interview, er habe "bei den Regierungsspitzen bislang niemanden getroffen, der sich auskennen würde im internationalen Bildungsgeschehen" . Wie bildungsaffin sind Kanzler und Vizekanzler denn? Können Sie sie verteidigen?
Schmied: Da muss ich sie verteidigen. Bei den letzten zwei Regierungsklausuren war Bildung immer ein zentrales Thema. In Loipersdorf wurde der Ausbau ganztägiger Schulformen beschlossen und mit 320 Millionen Euro dotiert. Am Semmering wurde die Einführung der Neuen Mittelschule per Gesetz als Regelschule politisch gesichert. Da geht es im Endausbau um jährlich etwa 230 Millionen Euro zusätzliche Ausgaben für den zweiten Lehrer in der Klasse. Wir schaffen damit übrigens nachhaltig 4000 Arbeitsplätze für Lehrerinnen und Lehrer.
STANDARD: Woher kommt denn der verhärtete Eindruck in der Öffentlichkeit, dass diese Regierung es nicht so mit Bildung hat? Die große verkannte Regierung?
Schmied: Wir müssen auch etwas mehr über die Erfolge sprechen. Wir haben so viele Maßnahmen auf den Weg gebracht: kleinere Klassen, Bildungsstandards, neue Matura, Neue Mittelschule, Ganztagsschule, Pädagoginnenbildung neu. 2012 müssen wir unser Energieniveau auch stark in Richtung Vermittlung und Umsetzung lenken.
STANDARD: Sie erwarten durch das Bildungsvolksbegehren "Rückenwind für meine bildungspolitischen Anstrengungen" . 383.820 Unterschriften sind ja nicht gerade ein Sturm.
Schmied: So viele tausende Menschen, die Unterschrift war ja nicht so nebenbei zu erledigen, sind deutlicher Rückenwind. Und, die Proponenten gut kennend - Hannes Androsch, Bernd Schilcher und andere -, bin ich mir sicher, dass sie an den Themen auch dranbleiben und dass das daher gut weitergehen wird.
STANDARD: Es gibt in Österreich 1,2 Millionen Schüler/-innen. Das wäre eine ganze Menge potenzielle Unterzeichner-Eltern. Da sind 383.820 Unterstützer, die eine grundlegende Bildungsreform fordern, nicht sonderlich viel. Wollen Sie vielleicht mehr Reform als "das Volk" ?
Schmied: Das glaube ich nicht. Das sind schon einmal fast viermal so viele Unterschriften, als notwendig sind, um zu einer breiten parlamentarischen Debatte zu kommen. Das wird auch wichtig sein, weil ganz viele Gesetze ja vom Parlament beschlossen werden. Wenn das jetzt angereichert wird durch Impulse dieser Initiative, dann ist das sehr positiv.
STANDARD: Welche Punkte aus dem Volksbegehren sehen Sie für sich als Arbeitsauftrag?
Schmied: Die drei zentralen Punkte für mich sind die gemeinsame Schule und individualisiertes Lernen, die klare Unterstützung in Richtung ganztägige Schulangebote, für die wir sehr gute Rahmenbedingungen geschafft haben durch zusätzliche Budgetmittel - und die Pädagoginnenbildung neu. Da hoffe ich sehr, dass wir es schaffen, dass die Pädagogischen Hochschulen auch ein Master-Studium anbieten können, das nicht wie jetzt privat finanziert werden muss. Das ist mir unverständlich, denn ich brauche etwa dringend eine Management-Master-Ausbildung für Direktoren.
STANDARD: Ihr Lieblingsprojekt, die Neue Mittelschule, haben die Volksbegehren-Initiatoren kritisiert als "Themenverfehlung, die nicht zur gemeinsamen Schule für alle Zehn- bis 14-Jährigen führt" . War das nicht ein Danaer-Geschenk der ÖVP, dass sie der Umwandlung aller Hauptschulen in Neue Mittelschulen zugestimmt hat - die Systemstruktur mit Gymnasien bleibt auf Jahre hinaus gleich.
Schmied: Nein. Es ist eine wichtige erste Etappe auf dem Weg zur gemeinsamen Schule. Wir verbessern nach heutigem Stand der Schülerzahlen für 70 Prozent der Schüler und Schülerinnen die Schule entscheidend durch den zweiten Lehrer. Die Schulen bekommen mehr Eigenverantwortung, können selbst Schulkonzepte entwickeln mit temporären Leistungsgruppen, Fördergruppen, Teamteaching und Schwerpunktsetzungen. Ich bin da ganz pragmatisch. Letztlich werden die Eltern entscheiden, welche Schulart das Beste für ihre Kinder ist. Heute sind 70 Prozent der Neuen Mittelschulen schon ganztägig geführt. Daher ist mein ganz großes Projekt "Von der NMS zur GGS" , also über den Weg der Neuen Mittelschule zur ganztägigen gemeinsamen Schule. Ich bin eine Verfechterin einer angebotsorientierten Bildungspolitik und denke, die Eltern werden die richtige Entscheidung finden. Die NMS ist gesetzlich verankert im Regelschulsystem, dadurch werden die Ressourcen gesichert bereitgestellt. Wichtig ist: Die Neue Mittelschule ist separat budgetiert. Es wird der AHS nichts weggenommen. Das kann ich nicht oft genug sagen.
STANDARD: Es wird ihr nichts genommen, aber gegeben wird der AHS, den Gymnasien, aber auch nichts. Sie sagten ja selbst, für 70 Prozent der Schüler/innen - in der NMS - hat sich die Schule entscheidend verbessert. Es gibt aber auch schon Rufe aus Gymnasien, die sagen, warum bekommen unsere Schüler nicht auch was? Was sagen Sie denen?
Schmied: Ich sage: Die Einladung ist da. Wer immer gerne mitmacht und Neue Mittelschule ist, ist mit im Spiel.
STANDARD: Das heißt: Nur wenn ein Gymnasium sagt, wir werden eine Neue Mittelschule, gibt es zusätzliche Lehrer und mehr Geld?
Schmied: Ja. Angebotsorientierte Politik. (DER STANDARD; Printausgabe, 12.11.2011)
CLAUDIA SCHMIED (52) promovierte an der WU Wien, war Bankerin (Investkredit, Dexia, Kommunalkredit), kulturpolitisch aktiv (Kuratorium Salzburger Festspiele, Aufsichtsrat Theaterservice ARTforART, Vorstand Verein Wiener Symphoniker. Seit 2007 Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur.
Ad Wirtschaftliche Verwertbarkeit:
Besser ausgebildete Arbeiter sind besser für das Volk, glücklicher, weniger kritisch. Gut für die politsche Klasse.
Besser gebildete haben Ideen, verwirklichen sich selbst, bauen Konkurrenz auf. Schlecht für das wirtschaftliche Establishment.
Jetzt muß man den Unterschied zwischen Bildung und Ausbildung kennen.
Lehrer brauchen aber nicht nur Führung sondern auch das Gefühl, das man sie respektiert und ernst nimmt seitens der Politik. Bis jetzt hat man noch nie die Lehrer in die Entwicklung einer neuen Schulpolitik eingebunden, sondern stellt sie jedes Mal vor vollendete Tatsachen, ohne auf sich aus dem Unterrichtsalltag ergebende Einwände einzugehen.
Stimme zu!
Lehrer können mit ihrer Expertise beitragen, und kontinuierliche Verbesserungen einbringen.
Qualitätssicherung gehört auch dazu, um nachher zu wissen, ob es besser war.
Die Schulversuche sind so kurz hintereinander, dass keine Prozess und keine Verbesserung daruas entstehen kann
Es ist schön, dass sich Rot und Schwarz ideologisch bekriegen, aber was können die Schüler dafür?
Schmied sagt allen Ernstes, dass alle zusätzlichen Gelder nun in die NMS fließen und die Gymnasien nicht weiter entwickelt werden.
Auch Gymnasiasten sind Schulkinder, welche eine bestmögliche Förderung benötigen.
... würde solch falschen Politikern den Finger zeigen. Um etwas zu ändern müssen wir schon dafür kämpfen und dürfen uns nicht auf Sesselfurzer verlassen. Studiengebühren z.b. können wir nur abwehren, wenn wir schon jetzt versuchen, öffentlichen Druck aufzubauen.
http://www.linkswende.org/5394/Demo... uer-Banken
https://www.facebook.com/event.php... 2167621860
Genau, und ich werde kämpfen damit das System gerecht wird.
Studiengebühren bevorzugen Kinder von reichen Wiener Eltern.
Meine Kinder sind das nicht, ich muß ihre Unterkunft zahlen, ich selbst bekomme weniger Gehalt als in Wien und ...
Schon mal darüber nachgedacht?
'Die Schulen bekommen mehr Eigenverantwortung, können selbst Schulkonzepte entwickeln mit temporären Leistungsgruppen, Fördergruppen, Teamteaching und Schwerpunktsetzungen. Ich bin da ganz pragmatisch. Letztlich werden die Eltern entscheiden, welche Schulart das Beste für ihre Kinder ist.'
aus dem leben gegriffen :-)
Mit anderen Worten: Wir haben keinerlei Konzept, nennen jetzt aber mal die Hauptschulen einfach Neue Mittelschule. Die Direktoren dürfen dann selbst überlegen was sie genau darunter verstehen und sich was einfallen lassen.
Ich mein, geht's noch? Jetzt weiß ich immerhin warum ich bei der gesamten Bildungsdiskussion nie ein echtes Konzept für die GS gehört habe. Es gibt offensichtlich keines! Man führt sie halt einfach ein, ohne auch nur irgendeinen Plan zu haben der über gut klingende Schlagworte wie Individualisierung, Förderung, etc. hinausgeht...
Ich unterstütze Ihre Bildungsreform aus ganzem Herzen. Ich bin selber Lehrerin und weiß, was Sie da alles bewegen. Es ist einfach großartig. Mit Unterstützung des BIFIE und vieler großartiger Lehrkräfte werden wir es wohl auch schaffen, dass die Schulbücher und Schulbuchverlage Serviceeinrichtungen für Lehrkräfte ganz im Sinne des kompetenzorientierten Lernens werden wie sie das in Deutschland schon sind.Dann werden auch die bequemeren LehrerInnen begreifen, dass es neue Wege gibt selbst für die SchülerInnen zu Serviceleistern zu werden statt als Richter zu werken. Die Rechte der Kinder werden gewahrt durch diese Politik. Ich will alles beitragen, dass es gelingt.
Ein Lehrer ist kein Serviceleister.
Wenn sie tatsächlich Lehrerin sind und sich als solche begreifen, haben sie nie verstanden, was der Beruf des Lehrers ist.
Die Kinder sind auch nicht Kunden und wenn sie mir erklären können, was sie unter kompetenzorientierten Lernen verstehen, ohne NLP-Gewäsch zu verbreiten, können wir weiter reden. So ist es nur das übliche Neuspreckgequatsche, das ich mangels Substanz schon nicht mehr hören kann.
besser noch, ich könnte es Ihnen zeigen, wie auch sie kompetenzorientiert lernen können. Das macht ungeheuer Spaß und entlastet sehr, die SchülerInnen lernen ungeheuer viel mehr. Aber Sie werden verstehen, dass ich das nicht in einem kleinen Standard-Posting kann. Ich jedenfalls lerne täglich dazu, es ist spannend und zum Wohle der Kinder.
Kompetenzorientiert heisst, dass Schüler nicht nur totes Wissen reinbüffeln um es bei der nächsten Prüfung wieder zu geben, sondern sie erlernen das vermittelten Wissen in anderen Situationen anzuwenden. Es zählt auch die Fähigkeit des selbstständigen Lernens (woher bekomme ich Infos,..) dazu. Das Ganze läuft natürlich nicht als spring und stirb, sondern schrittweise unter Vorbereitung des Lehrers ab.
Woher wissen sie, dass sie eine gute Lehrerin sind?
Vielleicht sind sie nur nett, nur lieb, nur 1er-vergebend?
Vielleicht braucht mein Kind aber eine Förderung, einen Ansporn, Leitplanken entlang des Bildungswegs.
Vielleicht brauch ich einen Hinweis, wo ich mein Kind fördern kann/muss, eine Anhalt ob sich was getan hat.
Woher weiß ich, dass sie meinem Kind gut tun?
dass ich nicht lieb und dämlich 1er vergebe. Kompetenzorientiertes Lernen steigert die Leistung der SchülerInnen enorm, es bringt die Weisheit der Alternativpädagogik zusammen mit wissenschaftlichen Befunden der Lern- und Hirnforschung und knüpft dennoch bei der Liebe zu den Kindern an. Es ist ein geniales Konzept und ich hoffe, dass bald alle Lehrer fähig sind, das umzusetzen. Wie Schmied sagt, 2012 wird der Schwerpunkt dabei liegen, das umzusetzen, was das Wesen der Reformen ist.
Könnten SIe's qualifiziert beurteilen?
Falls ja: Gehen Sie hin, und schauen's mal zu (zb in der Volksschule) oder helfen mit. Dann können SIe sich ein gutes Biuld machen.
In späteren Jahren können's die Hefte ansehen, mit den Kindern reden was so passiert ist, etc.
Die Informationen sind ja verfügbar.
Soeben hat das Gesamtschulvolksbegehren eine bittere Niederlage erlitten. Was will die Frau Ministerin? Mehr Geld für ihre Vostufe der Gesamtschle (neue Mittelschule). Das ist eine unglaubliche Ignoranz des Wählerwillens. Rücktritt!
Eine Volksbegehren, dass mit so einem tamtam zelebriert wird, das von nahezu allen Medien positiv beworben wird und zu dem sich eine ganze Schar von A- B- und C-Promis bekennt - und dann unterschreiben so wenige. Das IST eine Niederlage. UND ZWAR EINE MEHR ALS DEUTLICHE!!!!!!!!
Mieselsüchtige Suderei
Man sollte froh sein, daß sich Leute wie Androsch für eine Sache engagieren. Ihr Beitrag ist frei von jeder inhaltlichen Kritik, und ist nichts als eine persönliche Herabsetzung, die auf niedrige Instinkte abzielt. Das lässt Rückschlüsse auf Ihre Gesinnung zu!
Dass dieser jemand aber die Zensur deshalb bemüht zeugt von ausserordentlicher erzkonservativen Einstellung, nämlich jener, wo Bildung in der Regel zutrittsverbot hat
Womöglich war der Text des Volksbegehrens in der Absicht, möglichst viele anzusprechen,
zu schwammig formuliert. Könnte sein, daß dies ein Aspekt war, der eine geringere Mobilisierungswirkung auf diejenigen besessen hat, die im Prinzip für eine Reform in Richtung Gesamtschule sind. Die Interpretation der ÖVP ist, wie die gesamte Partei, hanebüchen.
Uff, also beim zweiten Klassenlehrer hatte ich ein Flashback an meinen Mathelehrer, der mich ständig niedermachte. Als ich bei seiner Kollegin Nachhilfe erhielt, besserten sich meine Noten auf das Niveau, das ich bei den Lehrern vor ihm auch hatte. Er erklärte das damit, dass ich endlich was gelernt hatte. Sie erklärte das damit, dass ich schon alles gewusst hatte und das im Lehrerkollegium auch gesagt hat. Als sie ging, fiel ich durch. So ein zweiter Lehrer kann schon für die so geliebte Objektivität sorgen.
1. ich bin für die gesamtschule.
2. meldungen, dass hauptschüler mit lauter 1ern keine chance haben in höhere schulen zu können, sind zwar wahr, aber es liegt dann doch an den lehrern, dass sie diese (die ja so gut sind) schon längst auf ahs niveau stufen könnten! da gibt es schularbeiten, in denen JEDER schüler sämtliche aufgaben meistern darf. und wenn er das ahs-niveau erreicht, wird er als solcher bewertet. sollte sich herausstellten, dass dieser junge, dieses mädchen es echt schafft, sämtliche schularbeiten so zu erreichen, nahe! ja, dann wird er natürlich auf ahs eingestuft!
wer lernt, wer will, der kann! auch in der mittelschule!.
und trotzdem: ich bin für die gemeinsame schule!
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