Unterrichtsministerin Schmied: Mehr Geld und Lehrer nur für Neue Mittelschule

Interview | Lisa Nimmervoll
11. November 2011, 20:13
  • "Die Einladung ist da": Unterrichtsministerin Claudia Schmied freut 
sich über jede Neue Mittelschule - vor allem, wenn diese vorher ein 
Gymnasium war. 
    foto: der standard/cremer

    "Die Einladung ist da": Unterrichtsministerin Claudia Schmied freut sich über jede Neue Mittelschule - vor allem, wenn diese vorher ein Gymnasium war. 

  • Mit der neuen Mittelschule verbessern wir für 70 Prozent der Schüler und Schülerinnen die Schule entscheidend. Ministerium mit Motto, weiß auf schwarz: "Morgen ist alles gut."
    foto: der standard/cremer

    Mit der neuen Mittelschule verbessern wir für 70 Prozent der Schüler und Schülerinnen die Schule entscheidend. Ministerium mit Motto, weiß auf schwarz: "Morgen ist alles gut."

Gymnasien bei Umstellung "mit im Spiel", ÖVP interpretiert Volksbegehren als "Aus für Gesamtschule"

STANDARD: Das Bildungsvolksbegehren ist vorbei. Sie haben angekündigt, es zu unterschreiben, haben Sie es auch wirklich getan?

Schmied: Ich hab's getan - ohne Fotografen.

STANDARD: Sie haben ein Volksbegehren unterschrieben, dessen Proponenten der Regierung nicht gerade hohe bildungspolitische Aktivität zugestehen, also auch Sie mitmeinen. Eine paradoxe Intervention Ihrerseits?

Schmied: Nein. Ich habe als Bürgerin Schmied unterschrieben, aber auch als Ministerin, weil es viele Punkte enthält, die meine Bildungsreformprojekte sehr gut wiedergeben. Was die Dynamik des Volksbegehrens anlangt, müssen wir auch die Zeitspanne sehen. Begonnen hat es im Jänner/Februar, da gab es noch "Ausläufer" der sehr anstrengenden Bundeslehrer/Landeslehrer-Debatte, die dann Gott sei Dank beendet wurde. Im März haben wir in der Regierung wichtige Reformen vereinbart - Schulaufsicht neu, Neue Mittelschule, Ausbau der ganztägigen Schulformen. Da hat das Volksbegehren sicher auch gewirkt und viel bewegt durch den Druck, der dadurch entstanden ist.

STANDARD: Volksbegehren-Proponent Bernd Schilcher sagte im Standard-Interview, er habe "bei den Regierungsspitzen bislang niemanden getroffen, der sich auskennen würde im internationalen Bildungsgeschehen" . Wie bildungsaffin sind Kanzler und Vizekanzler denn? Können Sie sie verteidigen?

Schmied: Da muss ich sie verteidigen. Bei den letzten zwei Regierungsklausuren war Bildung immer ein zentrales Thema. In Loipersdorf wurde der Ausbau ganztägiger Schulformen beschlossen und mit 320 Millionen Euro dotiert. Am Semmering wurde die Einführung der Neuen Mittelschule per Gesetz als Regelschule politisch gesichert. Da geht es im Endausbau um jährlich etwa 230 Millionen Euro zusätzliche Ausgaben für den zweiten Lehrer in der Klasse. Wir schaffen damit übrigens nachhaltig 4000 Arbeitsplätze für Lehrerinnen und Lehrer.

STANDARD: Woher kommt denn der verhärtete Eindruck in der Öffentlichkeit, dass diese Regierung es nicht so mit Bildung hat? Die große verkannte Regierung?

Schmied: Wir müssen auch etwas mehr über die Erfolge sprechen. Wir haben so viele Maßnahmen auf den Weg gebracht: kleinere Klassen, Bildungsstandards, neue Matura, Neue Mittelschule, Ganztagsschule, Pädagoginnenbildung neu. 2012 müssen wir unser Energieniveau auch stark in Richtung Vermittlung und Umsetzung lenken.

STANDARD: Sie erwarten durch das Bildungsvolksbegehren "Rückenwind für meine bildungspolitischen Anstrengungen" . 383.820 Unterschriften sind ja nicht gerade ein Sturm.

Schmied: So viele tausende Menschen, die Unterschrift war ja nicht so nebenbei zu erledigen, sind deutlicher Rückenwind. Und, die Proponenten gut kennend - Hannes Androsch, Bernd Schilcher und andere -, bin ich mir sicher, dass sie an den Themen auch dranbleiben und dass das daher gut weitergehen wird.

STANDARD: Es gibt in Österreich 1,2 Millionen Schüler/-innen. Das wäre eine ganze Menge potenzielle Unterzeichner-Eltern. Da sind 383.820 Unterstützer, die eine grundlegende Bildungsreform fordern, nicht sonderlich viel. Wollen Sie vielleicht mehr Reform als "das Volk" ?

Schmied: Das glaube ich nicht. Das sind schon einmal fast viermal so viele Unterschriften, als notwendig sind, um zu einer breiten parlamentarischen Debatte zu kommen. Das wird auch wichtig sein, weil ganz viele Gesetze ja vom Parlament beschlossen werden. Wenn das jetzt angereichert wird durch Impulse dieser Initiative, dann ist das sehr positiv.

STANDARD: Welche Punkte aus dem Volksbegehren sehen Sie für sich als Arbeitsauftrag?

Schmied: Die drei zentralen Punkte für mich sind die gemeinsame Schule und individualisiertes Lernen, die klare Unterstützung in Richtung ganztägige Schulangebote, für die wir sehr gute Rahmenbedingungen geschafft haben durch zusätzliche Budgetmittel - und die Pädagoginnenbildung neu. Da hoffe ich sehr, dass wir es schaffen, dass die Pädagogischen Hochschulen auch ein Master-Studium anbieten können, das nicht wie jetzt privat finanziert werden muss. Das ist mir unverständlich, denn ich brauche etwa dringend eine Management-Master-Ausbildung für Direktoren.

STANDARD: Ihr Lieblingsprojekt, die Neue Mittelschule, haben die Volksbegehren-Initiatoren kritisiert als "Themenverfehlung, die nicht zur gemeinsamen Schule für alle Zehn- bis 14-Jährigen führt" . War das nicht ein Danaer-Geschenk der ÖVP, dass sie der Umwandlung aller Hauptschulen in Neue Mittelschulen zugestimmt hat - die Systemstruktur mit Gymnasien bleibt auf Jahre hinaus gleich.

Schmied: Nein. Es ist eine wichtige erste Etappe auf dem Weg zur gemeinsamen Schule. Wir verbessern nach heutigem Stand der Schülerzahlen für 70 Prozent der Schüler und Schülerinnen die Schule entscheidend durch den zweiten Lehrer. Die Schulen bekommen mehr Eigenverantwortung, können selbst Schulkonzepte entwickeln mit temporären Leistungsgruppen, Fördergruppen, Teamteaching und Schwerpunktsetzungen. Ich bin da ganz pragmatisch. Letztlich werden die Eltern entscheiden, welche Schulart das Beste für ihre Kinder ist. Heute sind 70 Prozent der Neuen Mittelschulen schon ganztägig geführt. Daher ist mein ganz großes Projekt "Von der NMS zur GGS" , also über den Weg der Neuen Mittelschule zur ganztägigen gemeinsamen Schule. Ich bin eine Verfechterin einer angebotsorientierten Bildungspolitik und denke, die Eltern werden die richtige Entscheidung finden. Die NMS ist gesetzlich verankert im Regelschulsystem, dadurch werden die Ressourcen gesichert bereitgestellt. Wichtig ist: Die Neue Mittelschule ist separat budgetiert. Es wird der AHS nichts weggenommen. Das kann ich nicht oft genug sagen.

STANDARD: Es wird ihr nichts genommen, aber gegeben wird der AHS, den Gymnasien, aber auch nichts. Sie sagten ja selbst, für 70 Prozent der Schüler/innen - in der NMS - hat sich die Schule entscheidend verbessert. Es gibt aber auch schon Rufe aus Gymnasien, die sagen, warum bekommen unsere Schüler nicht auch was? Was sagen Sie denen?

Schmied: Ich sage: Die Einladung ist da. Wer immer gerne mitmacht und Neue Mittelschule ist, ist mit im Spiel.

STANDARD: Das heißt: Nur wenn ein Gymnasium sagt, wir werden eine Neue Mittelschule, gibt es zusätzliche Lehrer und mehr Geld?

Schmied: Ja. Angebotsorientierte Politik. (DER STANDARD; Printausgabe, 12.11.2011)

CLAUDIA SCHMIED (52) promovierte an der WU Wien, war Bankerin (Investkredit, Dexia, Kommunalkredit), kulturpolitisch aktiv (Kuratorium Salzburger Festspiele, Aufsichtsrat Theaterservice ARTforART, Vorstand Verein Wiener Symphoniker. Seit 2007 Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur.

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die nms ist kein mist

mist duftet wohltuend im vergleich zu dieser schulform.
zumindest höre ich es jetzt vermehrt von beteiligten.

Die so genannte Sozialdemokratie zeigt in der Gestalt Schmieds ihr hässlichstes Antlitz.
Die einzige Möglichkeit für Unter- und Mittelschichtkinder, in Österreich mit Fleiß und Talent einen gesellschaftlichen Aufstieg zu vollziehen -- nämlich das Gymnasium -- wird boykottiert.

Die SPÖ wird sich damit gewaltig ins eigene Fleisch schneiden, denn wenn eine Partei zur Persiflage ihrer selbst verkommt, hat sie ihre Glaubwürdigkeit verwirkt.

Das Gymnasium ist nicht viel mehr als eine Selektionsmaschine - die, die nicht den (altertümlichen) Leistungsvorstellungen (viel Wissen reinstopfen) entsprechen, werden schnellstens aussortiert - wie fördert so ein Zugang bitte soziale Durchlässigkeit?

die oberstufe,

bleibt ihnen erhalten!!!
hoffentlich bald mit einem wirklichen modularen system ausgestattet.

WAs mich an dem Bildungsansatz der Sozis stört ist dieses Bestreben alles zu nivellieren und gleichzumachen.

Gesamtschule, Einheitsschule...Das Bestreben allen gute Bildung zu ermöglichen in Ehren - aber die erste Lektion in jeder Führungskräfteausbildung lautet: Stärken fördern und einsetzen anstatt Schwächen ausbügeln.

Wir brauchen AUCH eine ordentliche Elitenförderung im Bildungssystem! Spitzenforscher werden von anderen Spitzenforschern und Spitzenunis angezogen, nicht von "gutem Durchschnitt"!

Und entscheidende technische Neuerungen (und nur die bringen eine Volkswirtschaft auf lange sicht weiter) werden nunmal auch von Spitzenkräften entwickelt und nciht von der breiten Masse. Davon profitieren Alle, acuh die denen man am halben Bildungsweg sagen muss: Sorry, eine Uni, das ist nix für dich. Und Matura für alle ist genauso lächerlich!

Wenn ein wichtiges Ziel ist, Individualisierung durch einen besseren Betreuungsschlüssel (zwei LehrerInnen, Förder- und Forderunterricht etc.) voranzutreiben klingt das nicht nach Nivellierung. Nivellierung passiert im Gymnasium - alle sind angeblich gleich schnell, und wenn sie es nicht sind, werden sie halt aussortiert.

Bedaure, mein Kint...

So ähnlich stelle ich mir die "Debatte" vor, die es wohl um die Einführung der allgemeinen Schulpflicht vor einem viertel Jahrtausend gegeben haben muss. Gar vergeblich Müh ist's den tumben Bauernpöbel die Kunst des Lesens, Schreibens und Rechnens zu lehren, gleichwohl möcht' man Perlen vor die Säue werfen! Naja, inzwischen kommt man ohne die Beherrschung dieser Künste heute nicht mehr aus der Schule (obwol man gelegentlich auch etwas Anderes vernehmen muss) . Die Welt hat sich jedenfalls weiter gedreht, und als nächstes kommt dann eben die Matura für alle.

Matura für alle?

Was sagt das dann bitte aus? Glauben sie wirklich dass sie alle per GEsetzt intelligenter machen können? Was sagt eine Matura aus die sowieso jeder hat?

Matura für alle!

Die sagt dann aus, dass die begtreffende Gesellschaft Wert auf mehr Bildung für alle legt. Immerhin bleibt man länger im Bildungssystem und wird mit Themen konfrontiert, die man ohne Matura nicht kennen lernen würde. Als Statussymbol hat sie ohnehin schon längst ausgedient. Wenn man sich abheben will, dann muß man eben studieren oder den Dr. machen, oder Dr.Dr. oder Post- Dr.Dr... Keine Sorge, das Spiel lässt sich ewig weiter treiben...

Typisches Sozi-Gefasel, "alle sind gleich"!

Es ist ihnen aber schon bewusst, dass menschen unterschiedliche - auch angeborene - Voraussetzungen haben die über den Bildungserfolg entscheiden. Gemeinhin als Intelligenz bekannt?

Salopp gesprochen: es gibt Menschen die sind dumm wie Brot, die können sie 20 Jahre in eine Schule stecken und sie werden trotzdem nicht g'scheiter. Denen wollen sie Matura verordnen?!!

Nicht alle gleich

... aber gleichwertig. Bei der Intelligenz kommt immer darauf an, wer sie definiert und feststellt. "Angeboren" würde die Sache zu einfach machen. Das führt dann rasch ins Pränatale - aber da wird es oft unappetitlich.... Es ist einfach, Kinder, die sich nicht wehren können, als zu wenig Intelligent abzustempeln und sie auf irgend welche Nebenschauplätze abzuschieben. Immerhin scheint man es aber in Spanien geschafft zu haben, einem Mann mit Downsyndrom einen Studienabschluss in Sozialpsychologie zu ermöglichen. In einer schrumpfenden Gesellschaft wie der in Europa sollten wir uns langsam gedanken machen, wie man möglichst viele verschiedene Talente aktivieren kann - da muss man aber erst säen, bevor man ernten kann.

Meine Güte, wenn sie leugenen wolle, dass Intelligenz und andere geistige Kapazitäten AUCH erblich bedingt sind, dann brauch ma nicht weiterreden.

Und ich weiß auch was dann als nächstes kommt: die N***-Keule!

Intelligenzkeule

Ich bin der Überzeugung, daß Konzepte wie "Intelligenz" in Verbindung mit "angeboren" trotz Keulenform nicht griffig genug sind, um etwas Brauchbares über jemanden vorauszusagen, allenfalls, um eine sich-selbst-erfüllende Prophezeiung in Gang zu bringen. Allzu oft mißbraucht man sie, um Menschen abzustempeln und sich die Mühe zu ersparen, sich mit ihnen abgeben zu müssen. Viel öfter kommt es meiner Meinung nach vor, daß gewisse KeulenschwingerInnen aus eigentlich intelligenten und sensiblen Menschlein - Seelenkrüppel machen, die dann vordergründig betrachtet, dumm sind wie ... Brot (?). Warum also den Prozeß nicht umdrehen und mit der Kraft der Prophezeiung scheinbare Wunder vollbringen?

sie haben nichts verstanden. das jetzige gymnasium fördert nicht die kreativität, ist also für begabte auch nicht geeignet. für kinder mit fester kleinbürgerlicher mentalität ist es aber sicherlich ideal. die zukünftigen spitzenforscher sind nicht dumm, tüchtig, ordentlich, langweilig usw, wie es heute die ahs verlangt. es gibt in wien natürlich auch einige bessere gymnasien, und ich denke gerade sie werden bald zur neuen mittelschule.

Warum werden hier "Volksentscheidungen" aus diesem Ergebniss herausgelesen?

1) war der Zeitraum zum Unterschreiben eher kurz.
2) waren die Möglichkeiten zu Unterschreiben schlichtweg eines modernen Staates nicht würdig.
ich hätte es beim besten Willen nicht geschafft ohne mir zumindest ZA zu nehmen. Eignetlich sollte sowas schon über das Internet möglich sein (für was gibts die Bürgercard eigentlich!?!?)
3) waren zu Vile Punkte in das Paket gepackt, was dazu führte das etliche Menschen nicht voll und Ganz damit einverstanden waren (Absicht? Naaaa....)

Wenn die eintragung auch am wochenende möglich ist, und an manchen werktagen sogar bis 20 uhr, dann halte ich das für eine ausrede.

Wir sind auf dem besten Weg in eine Zweiklassen-Gildungs-Gesellschaft.

Ich spare schon, damit ich meine Kinder in eine Privatschule schicken kann.

...und beginnen Sie

beim sparen am besten bei Ihren kommentaren. da haben Sie viel potenzial.

die meisten privatschulen sind gesamtschulen. sie denken nicht ernsthaft, das kinder mit reichen eltern abgewiesen werden? obwohl gerade diese kinder oft sehr problematisch sind. sozial unterentwickelt, verwahrlost.

Die heilige Kuh "Neue Mittelschule"...

...wird nur auf Kosten der Volksschulen und Gymnasien gemästet. Das ist ideologischer Schwachsinn und keine zukunftsweisende Bildungspolitik!

bei dem stuss, der hier teilweise gepostet wird, hoff ich, dass die werten posterInnen wenigstens nach zeit bezahlt werden. die schmied macht halt sozialdemokratische bildungspolitik und verfolgt die bildungspolitischen ziele, die schon der gusenbauer im wahlkampf, vor seiner gewonnenen wahl, klar formuliert hat. eine gesamtschule, hui! wenn die övp ihre standes/elitenfördernde bildungspolitik umsetzen will, dann würd es helfen, wahlen zu gewinnen. wenn man das aber nicht schafft, weil man halt das land runtergewirtschaftet hat zusammen mit inkompetent/korrupten freiheitlichen lichtgestalten, dann bleibt einem nur das raunzen. schon ein schaß ist das mit der demokratie. zum glück ist der schmied das geraunze anscheinend ziemlich wurscht.

Halleluja, Bruno! Glaubst du das wirklich, was du da schreibst?

Schmied und sozialdemokratische Bildungspolitik

früher, da wollten die Sozialdemokraten CHANCENgleichheit für alle herstellen - auch in der Schulpolitik.

Wer fleißig war und intelligent, aber das Pech hatte aus nicht wohlhabendem Elternhaus zu kommen, der sollte auch die Möglichkeit haben Bildung in Anspruch nehmen zu können und so den Grundstein für seinen Aufstieg legen zu können.

Heute aber will die Sozialdemokratie nicht Chancengleichheit - sondern sie will Ergebnisgleichheit. Alle sollen ungebildet bleiben - dafür auf gleichem Niveau. Am besten Matura für alle bei Geburt - per Gesetz...

Was Schmied wirklich will, ist schwer zu erkennen.

Man kann aber davon ausgehen, dass die Sozialdemokratie versucht die Bildungsmöglichkeiten bestimmter Wählerschichten zu erweitern. Und zu diesen Schichten gehören nicht die Wähler, die nach tertiärer Bildung streben. Daher die Aufwertung der Hauptschule. Das Gerede von der Gesamtschule halte ich für eine Beruhigungspille, die dem linken Flügel verabreicht wird. Androsch und Schilcher war das offenbar zu wenig, sie verlangen - aus unterschiedlichen Gründen - eine echte Gesamtschule. Der Industrieflügel natürlich wegen der dadurch möglichen Kostensenkung. Das Dilemma der Begehrer ist, dass sie kein stringentes pädagogisches Konzept vorlegen können, das Bedenken wie die Ihren ausräumen würde. Und Schmied will oder kann ihnen nicht helfen.

Schmied hätte allerdings für so manches die Verantwortung.

Derzeit fließen zusätzliche Mittel vor allem in 3 Töpfe:
- PISA und andere Messinstrumente
- Standardisierte Prüfungen (Bildungsstandards und teilzentrale Matura)
- Neue Mittelschule.

Vor allem die letzteren entpuppen sich als Faß ohne Boden.

Da das Bildungsbudget tendenziell fällt (inflationsbereinigt), werden die Mittel durch "Umschichtungen" aus anderen Bereichen aufgebracht, sprich VS, AHS und BHS verlieren Werteinheiten, die an die Genannten weiter gereicht werden.

Trotzdem scheint die teilzentrale Matura weiterhin massiv unterdotiert, sind einige der "Diagnosechecks" als Tests nicht valide und dürfte die NMS keine besseren Ergebnisse liefern als die HS.

Darüber wäre zu reden -- wenn man die Qualität verbessern will.

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